Nennt es Regime-change in Syrien oder Kampf gegen den IS, aber faktisch ist es schon der WW3!

30. September 2016

Der französische Flugzeugträger CHARLES DE GAULLE liegt im östlichen Mittelmeer und greift von dort aus seit heute den IS an. Nein, nicht in Syrien, sondern in Mossul der mit 2,9 Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt des Irak, die der IS als seine Hauptstadt bezeichnet. Vermutlich werden dabei keine irakischen Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder getötet, denn DIE GUTEN treffen und töten bekanntlich nur DIE BÖSEN!

Wenn die französische Luftwaffe nach Mossul will muss sie vermutlich zweimal Syrien überqueren und sich dabei mit Russen und Amerikanern abstimmen um sich nicht unerwartet in die Quere zu kommen? Da bliebe wohl sogar Zeit für einen kleinen Warn-Anruf vor dem drohenden Angriff beim IS für interessierte Kreise? Da Mossul aber auch am Boden von der irakischen Armee, verstärkt durch US-Marines, befreit werden soll, haben die Menschen vermutlich nicht einmal Fluchtwege aus der Stadt?

Das ist übrigens der dritte Einsatz des Trägers CHARLES DE GAULLE in der Syrien Krise. Zuletzt war er von April bis November 2015 im Einsatz. Diesmal soll er „mindestens bis Ende Oktober“ bleiben? Wieviel unschuldige Menschen, Männer, Frauen und Kinder mögen die Franzosen in dieser Zeit ermordet haben, ob nun in Syrien oder im Irak?

Den Unschuldigen und den IS-Terroristen bleibt Hoffnung. Der Flugzeugträger muss spätestens Anfang 2017 für 18 Monate „Heim ins Dock“ für fällige Arbeiten.

Die Anwesenheit des Trägers im Kriegsgebiet verdreifacht die französischen Luftkapazitäten vor Ort. Er beherbergt 24 Rafale Jets, zwei Mini-Awacs und vier Hubschrauber verschiedener Typen. Ständig vor Ort sind in der VAR und in Jordanien weitere 12 Rafale Jets. Begleitet wird das Dickschiff von der Fregatte CASSARD, der Fregatte CHEVALIER PAUL, der JEANNE DE VIENNE, der LA MARNE, einem nuklearen Angriffs-U-Boot, der deutschen Fregatte AUGSBURG und der US-Fregatte ROSS.

Faktisch hat der Dritte Weltkrieg also bereits begonnen. Er nennt sich nur noch nicht so, findet notdürftig getarnt im Nahen Osten statt, wovon aus Flüchtlinge im Notfall in wenigen Wochen „als humanitäre Katastrophe“ völlig unerwartet vor unseren EU-Grenzen stehen und Mutti Merkel und Vati Hollande um Schutz, Hilfe und Einlass anflehen können!

Übrigens, Frankreich hat 2,17 Billionen Euro Schulden. Das sind 2.170 Milliarden Euro und das beunruhigt zwar 89% der Franzosen, anscheinend aber nicht die 11% die in Nahost unbedingt Krieg führen wollen?
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PS: Der französische Präsident François Hollande und sein Vorgänger Nicolas Sarkozy sind Donnerstag kurz vor Mitternacht einträchtig und in Begleitung des „Philosophen“ Bernard-Henri Levy, unrühmlich als Scharfmacher und Kriegstreiber bekannt aus dem Lybien-Krieg, zur Beisetzung des ehemaligen israelischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Shimon Peres in Tel-Aviv eingetroffen. Sie trafen dort mit Obama und Clinton auf zwei US-Präsidenten. Damit dürften wohl in einmaliger Weise die meisten der westlichen Kriegstreiber des Nahostkonfliktes einträchtig in der Zone versammelt gewesen sein?

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Merkel möchte, daß in Syrien alles beim Alten bleibt!

17. Februar 2016

Zugegeben, ganz so drastisch drückte sie es nicht aus, „es würde jedenfalls viele, viele Menschen beruhigen, wenn in Aleppo und im Gebiet bis zur Türkei* eben niemand mehr umkommen müsste und nicht weitere Menschen sich auf die Flucht machen müssten.“ (Zitat: SPON), aber verlogener hätte sie es auch kaum ausdrücken können!

Die Millionen Flüchtlinge in und um Syrien herum sind unter den Bedingungen der letzten vier, fünf Jahren geflohen, in denen es keine russischen Jets über Syrien gab, wohl aber Terrororganisationen, die von der Türkei, Saudi Arabien, Frankreich, dem UK und den USA offen mit Geld, Waffen, Aufklärung und Logistik unterstützt wurden, beim Versuch des Regime-Change á la Arabischer Frühling. Assad wurde von Russland und dem Iran unterstützt. Unter diesen Bedingungen gab es bisher circa eine viertel Million Tote in Syrien und die haben hier in Deutschland und der EU niemanden gestört, bis die ersten Flüchtlinge kamen.

Es ist natürlich völlig klar, daß dies alles Putin’s Schuld ist. Er ist selbst für die Flüchtlinge verantwortlich, die schon in Deutschland ankamen, BEVOR das erste russische Flugzeug am syrischen Himmel auftauchte. Die Türkei ist seit Jahren Kriegspartei in Syrien, den IS offen unterstützend und die Kurden offen bekämpfend. Eine Flugverbotszone über einem Gebiet Syriens an der Grenze zur Türkei gelegen,wie Erdogans Sprachrohr Merkel sie jetzt fordert, bedeutete praktisch nichts anderes als eine faktische Ausweitung des türkischen Territoriums, eine de-facto-Annektion eines Teils Syriens durch die Türkei.

Die USA müssen dringend mit der Türkei sprechen, Klartext sprechen und entweder deren territoriale Ambitionen ruhen lassen oder deren NATO-Mitgliedschaft. Es kann doch wohl nicht sein, daß sich der Westen von Erdogan in einen heissen Krieg ziehen lässt, es sei denn, wir wollten das sowieso schon lange…
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*Es geht hier nicht etwa um „irgendeine Flugverbotszone“, sagen wir mal an der syrisch-irakischen oder syrisch-jordanischen Grenze oder gar um eine Enklave, einer sicheren Insel innerhalb Syriens, nein es geht um einen konkreten Sperriegel von Aleppo zur türkischen Grenze und da merkt man dann schon, daß es Frau Merkel oder ihrem türkischen Herrn und Einflüsterer um strategisch-taktische Gebiete und nicht um humanitäre Anliegen geht!


U.S.A. / Israel: Streit um Status von Jerusalem!

10. Juni 2015

Der Streit zwischen Israel und den U.S.A. um den Status der Stadt Jerusalems als einem Teil Israels dauert an. Nachdem das Oberste Gericht der U.S.A. die Entscheidung über den Status der Stadt in die Hände des U.S.-Präsidenten legte, machen die Israelis, ungebunden durch diese U.S.-Querelen, munter weiter.

Das Erstaunliche daran ist, dass höchste U.S.-Politiker und Militärs dabei auf Seite der Israelis mitmischen. Nicht zum ersten Mal sieht das nach Chaos, Streit und Zerissenheit in der U.S.-Admin aus?

Das jüngste Beispiel:
Israels Präsident Reuven Rivlin empfängt den höchsten U.S.-Militär, den Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs der U.S.A., General Martin Dempsey offiziell in „Jerusalem, Israels Hauptstadt“ und „setzt noch einen oben drauf“:

„Obwohl er sogar neun Jahre vor Gründung des Staates Israel in Jerusalem geboren sei, sei er in Israel geboren!“

Aus zionistischer Sicht logisch, deshalb hat der Staat Israel auch praktischerweise keine Staatsgrenzen bei der Gründung in die Verfassung geschrieben…

Aber, das muss man Reuven Rivlin lassen, er fügte immerhin hinzu, dass Israel die Entscheidung des Obersten U.S.-Gerichtes akzeptiere!

General Dempsey bedankte sich höflich und zog sich schlitzohrig, zweideutig aus der Affäre: „Sie HABEN eine wundervolle Stadt!“
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http://www.jpost.com/Israel-News/Politics-And-Diplomacy/Rivlin-I-was-born-in-Jerusalem-and-I-am-an-Israeli-405578
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Dazu der Leserkommentar von Joel Handelsman in der JP:
Israel’s annexation of East Jerusalem has been declared null by several resolutions of the Security Council (252 in 1968; 446 in 1979; 478 in 1980) and has never been recognized by any government in the world. This is why all foreign embassies to Israel sit in Tel Aviv.
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Ein anderer Leserkommentar von Eitan Ben Shalom hat auch gleich eine Lösung für das Problem:

It would be most appropriate to have a new law concerning all nations who have representation in Israel. Embassies only allowed in Jerusalem. In any other city they can only have consulates.

http://www.jpost.com/Israel-News/US-Supreme-Court-invalidates-Jerusalem-passport-law-405391