LA RETAGUARDIA wechselt die Seiten und versucht verzweifelt sich vom nationalkatalanistischen Separatismus zu distanzieren!

8. Oktober 2017

Wie der Name „Nachhut“ schon sagt, kriegen die Entwicklungen vorne, an der Spitze, stets als Letzte mit. Da ist es dann überlebenswichtig sich auf die richtige Seite zu schlagen, damit auch künftig die Subventionen rollen und die Kassen klingeln, beim „Conde de Cobró“.

Hatte sich die Zeitung nach strammen Franco-faschistischen Jahrzehnten rechtzeitig ein sozialdemokratisches Mäntelchen verpasst, schwenkte sie unter Pujol & Co. auf den Nationalkatalanismus ein, den sie immer stärker vertrat, je abhängiger sie von den Subventionen der Separatisten wurde.

Doch als in der vergangenen Woche Großbanken und wesentliche Firmen Kataloniens ihre juristischen und steuerlichen Hauptsitze aus Katalonien weg verlegten, begannen offenbar ein paar Leute bei der RETAGUARDIA nachzudenken und siehe da: Heute erscheint ein nicht namentlich gezeichnetes Editorial mit total-absolut-wahnsinnig-neuen Erkenntnissen der Redaktion:

Frei übersetzt: WIR VERZOCKEN KATALONIEN!

http://www.lavanguardia.com/opinion/20171008/431878931938/nos-jugamos-catalunya.html

Auszüge:
Die katalanische Wirtschaft ist in Gefahr, nicht nur die Großfirmen!
Investoren ziehen sich zurück!
Hotelreservierungen im freien Fall!
American Airlines will/empfiehlt Barcelona für vorerst 10 Tage nicht anzufliegen! Kreuzfahrtschiffe steuern andere Häfen an!
Wir erleben das brutale Gegenteil von Barcelona 1992!
Wir werden als Gefahr für die wirtschaftliche Stabilität Spaniens und der EU angesehen! Die Märkte sind gegen unsere Unabhängigkeit! (Ein bisschen katalanischer Viktimismus muss einfach sein!)
Keine internationale Institution will im Konflikt mit Spanien meditieren!
Sie stehen auf der Seite Spaniens!
Die Verantwortungslosen, die jahrelang nach Unabhängigkeit geschrien haben, die schweigen jetzt! (Wen meinen die wohl, doch nicht etwa sich, die RETAGUARDIA selbst?)

Nur Abenteurer und Erleuchtete optieren für eine Krise zu einem hohen Preis! (Artur Mas, vielleicht?)

Es kann nicht sein, daß unsichtbare Kommittees in diesen schwierigen Stunden die katalanische Politik steuern!

Die ganze nationalkatalanistische Separatistenbande wird dringlichst dazu aufgerufen in den nächsten Stunden und Tagen veranwortlich zu handeln und Katalonien nicht ins Klo zu spülen! (frei übersetzt von mir!)

Sie sollen die Einseitige Unabhängigkeitserklärung ARCHIVIEREN, nicht etwa ausschließen!

Jetzt die absolute Erkenntnis, über die ich hier seit über fünf Jahren zum Thema schreibe:

Die respektable Wahlentscheidung von zwei (2!) Millionen Menschen könne NICHT VOR den Rechten eines Landes von siebeneinhalb (7,5!) Millionen Menschen gehen. Da nennt das alte Separatistenkampfblatt ja sogar die Gesamtmenge der Katalanen als Bezugsgröße, was eine Stärke der CAT-SEP’s von 26%, einem Viertel ergibt, während ich immer den Census von 5,5 Millionen als Bezug nahm, was dann 37% Separatistenstärke ergab, ein starkes Drittel!

Die CAT-SEP-Bande solle mit Verantwortung und Augenmaß handeln und die Generalitat und die Selbstverwaltung Kataloniens retten…

Mal sehen, ob dieser 180 Grad Richtungswechsel in letzter Sekunde noch gelingt und die Opportunisten der RETAGUARDIA wieder mal die Kurve kriegen?

Entweder haben sie die Kommentarfunktion gleich ganz abgeschaltet, oder es wagt keiner was dazu zu schreiben…

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PP gießt drei Tage vor dem illegalen Referendum des 1-O mit einem Video über den nationalkatalanistischen Rassismus Öl ins Feuer!

28. September 2017

Es scheint meines Wissens zwar alles korrekt beschrieben und dargestellt, ich sehe das im Wesentlichen auch so, aber das hätte die PP auch schon vor zwei Jahren veröffentlichen können, da ist nichts spezifisch aktuelles drin, und nicht in der angespannten Lage vor dem illegalen Referendum, in der beide Lager den Ball eher flach halten sollten? In dieser späten Phase erreicht man argumentativ wohl nichts mehr?

Nationalkatalanistische Massenaufmärsche mit Fahnen und Fackeln, Indoktrination von mindestens zwei Schüler- und Elterngenerationen, propagandistische Gleichschaltung von TV-, Radio-, Print- und Webmedien werden zwar bei einem Teil der Katalanen ihre beabsichtigte Wirkung gewiss nicht verfehlen, aber es wird sowieso keine belastbaren Ergebnisse geben am kommenden Sonntag, sondern einseitig verkündete, unüberprüfbare Propaganda-Märchen, wie die stets 2 Millionen Teilnehmerzahlen am 11. September, die von anderen Quellen auf bis zu 230.000 heruntergerechnet werden. Am Ende eine postfaktische Glaubensfrage halt…

Zahlreiche englische und französische Medien haben das Nationalkatalanistische Separatisten-Spektakel verurteilt und ihm keinen politischen Sinn und Wert zugesprochen. Ausser Venezuelas Oberdemokrat Maduro steht niemand hinter den CAT-SEP’s!
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http://www.20minutos.es/noticia/3146659/0/pp-ataca-independentistas-redes-hispanofobia/


The lies of the Catalan regional premier

20. September 2017

In a democracy, leaders cannot tell untruths with impunity

 

https://elpais.com/elpais/2017/09/20/inenglish/1505917320_788824.html

Im Artikel zu diesem Link wird in englischer Sprache an Hand der Aussagen des von den Katalanen nie gewählten Autonomiepräsidenten von Gnaden des von der Anarcho-CUP „zur Seite getretenen“ Artur Mas, dem Ex-Bürgermeister von Gerona, Carles Puigdemont bei einem einzigen TV-Auftritt vom gestrigen Tag demonstriert, wie systematische Lüge, Verdrehung und Propaganda zum selbstverständlichen Grundgerüst eines verblendeten nationalkatalanistischen Separatisten gehört. Hier werden sie Stück für Stück widerlegt!
Dieses Beispiel zeigt aber auch die grunsätzlichen, generellen Schwierigkeiten die jeder potentielle Verhandlungspartner, egal wo auf der Welt, mit den verstrahlten Nationalkatalanisten in ihrem Paralleluniversum haben wird.

Hinsichtlich einer Verhandlungslösung des Konfliktes sehe ich mit diesen Leuten wenig Grund zum Optimismus. Versuchen muss man es trotzdem, die Alternative wäre ein heisser Krieg, ein Spanischer Bürgerkrieg 2.0, den es um jeden Preis zu verhindern gilt!


Was läuft da in Katalonien?

18. September 2017

In diesen Tagen, in denen das katalanische Unabhängigkeits-Ultimatum des 1. Oktobers näher rückt und die Spannung der pokernden Parteien steigt, taucht das Thema Katalonien gelegentlich in unseren Medien auf. Im Allgemeinen erschreckend oberflächlich und naiv, was entweder bewusstes Kalkül hinsichtlich des Informationsstandes der Mediennutzer ist, oder ein beängstigendes journalistisches Niveau der Profis belegt.

Worum geht es also in diesem Konflikt:
Vordergründig will sich da ein Teil eines Staates abspalten und ein unabhängiger neuer Staat werden. So etwas kommt durchaus vor, aber wo, wann und unter welchen Bedingungen?

Der Regelfall, auf den sich auch die UN bezieht sind die Umwälzungen, die sich bei Befreiung und Unabhängigkeit von Ex-Kolonien oder in Folge von Kriegen ergeben. Das sind kriegerische Gewaltakte bei denen unter dem Opfer von Menschenleben etwas Neues entstehen soll.

Es gibt aber nicht nur die Form von Gewalt, die aus den Gewehrläufen kommt, sondern es wirken sich auf solche Konflikte auch indirekt äußere Großmachtinteressen ein, Stichworte Kosovo (USA) und Krim (Russland). Aber auch dies ist eine Form von Gewalt.

Was in Kanada und Schottland auf der Basis vorhandener Gesetzeslagen durchgeführt werden konnte, lässt sich nicht 1:1 auf andere Länder übertragen und hat übrigens in beiden Fällen bisher NICHT zu einem neuen Staat geführt, obwohl diese Beispiele von den katalanischen Separatisten gerne und häufig zitiert werden.

Die USA haben den Separatismus als Spaltmechanismus, als strategische Waffe, verschiedentlich gegen Russland einzusetzen versucht, z.B. in Tschetschenien und in Georgien und gegenwärtig versuchen sie die enge Beziehung zwischen Weissrussland und Russland zu knacken. Das ist Geostrategie pur!

Wer zum Beispiel die EU von aussen bedrängen und in Schwierigkeiten bringen möchte, der kann kaum ein besseres Mittel als den Nationalismus und in dessen Folge den Separatismus wählen. Das sind quasi „Selbstläufer“! Notfalls braucht es noch Flüchtlingsmillionen als Starthilfe.

Im Falle von Katalonien ging es meiner Meinung nach zuerst und hauptsächlich um Geld. Korrupte Cliquen haben sich Spanien geteilt, u. a. die eine in Madrid, die andere in Barcelona. Sie haben häufig und gerne zusammen gearbeitet, solange viel Geld in ihre Taschen floß. Die Korruption in Spanien war bereits zu Francos Zeiten ein landesweites Phänomen. Sie blieb es in der darauffolgenden Demokratie, welche die Staatsform einer Monarchie aufweist. Spanien hat tausende von bekannten offenen Korruptionsverfahren quer durch alle Parteien, Autonomien, Comunidades und das Königshaus. Die wenigsten werden zum Abschluss gebracht, sondern auf die lange Bank geschoben und nach Jahren oft aus formellen Gründen eingestellt.

Nur zwei Beispiele von vielen:
Der „ewige“ Jordi Pujol i Soley, mit 21-jähriger Regierungszeit als Präsident der spanischen Autonomie Katalonien wohl der absolute Rekordhalter, wird von Staatsanwälten und Journalisten als Kopf einer Familienbande aus Eltern und sieben Kindern bezeichnet, die sich aus 3%-Provisionen auf praktisch alle Auftragsvergaben der Generalitat d’ Catalunya und mit erheblicher krimineller Energie ein illegales Vermögen von ca. 3,5 Milliarden Dollar ergaunert hätten. Gegen Pujol und seine Familie laufen seit Jahren Ermittlungsverfahren aber es gibt bisher keinen Prozess, schon gar kein Urteil.

Der in Rom im Exil geborene ehemalige spanische König Juan Carlos I, der vor einigen Jahren zu Gunsten seines Sohnes Felipe VI zu Lebzeiten abdankte, kam als Faustpfand eines Deals zwischen dem Diktator Franco und dem rechtmäßigen Thornfolger, seinem Vater Juan de Borbon, Conde de Barcelona als minderjähriges Kind praktisch mittellos aus dem portugiesischen Exil aus Estoril nach Madrid. Der Deal sollte Franco Zeit verschaffen, den kleinen Prinzen nach seinen Vorstellungen erziehen zu können, seinen Vater ruhig halten und einen Übergang aus der Franco-Diktatur zu einer Monarchie zu gewährleisten, der den Faschisten Straffreiheit und ihre Beute sicherte. So geschah es. Franco starb friedlich im Bett. Sie mussten sich nie für nichts und niemand verantworten. Das gilt bis heute und schließt den Spanischen Bürgerkrieg der Vor-Franco-Zeit mit ein. Dieser arme Schlucker Juan Carlos I wurde dann König und nach dem fragwürdigen Putsch des 23-F im Volk sogar beliebt. Es gab zwei Dinge die ihn von anderen Spaniern unterschieden: Er war nicht steuerpflichtig und unterlag als König nicht der staatlichen spanischen Rechtsprechung. Vor einigen Jahren schrieb die NYT unwidersprochen, daß Juan Carlos I ein Privatvermögen von rund 1,8 Milliarden Dollar angehäuft habe. Nicht schlecht für jemand, der nicht arbeitet und nur repräsentiert, oder?

Jordi Pujol besuchte in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges die Deutsche Schule in Barcelona, eine stramme Hochburg des Nationalsozialismus im freundlich-neutralen Spanien mit NS- und HJ-Uniformen, Hakenkreuzfahnen und Hitler-Büsten und den ganzen Rassenscheiss’ gab’s noch gratis oben drauf! Pujol spricht ein hervorragendes Deutsch und war bestens vernetzt in Deutschland. Schon in den 80ern versuchte er sich durch das Konzept des Europas der Regionen mit den Industrie- und Ballungsräumen Stuttgart, Lyon, Marseille, Mailand und „seinem“ Katalonien aus der Solidarität zu Spanien zu befreien. Es ging um Geld, immer um Geld.

Es gab ein rassistisch unterlegtes Konzept einer höherwertigen, katalanischen Nation, ähnlicher den Franzosen (heute wird gerne Dänemark zitiert!) als den über Jahrhunderte mit afrikanischem Blut vermischten Spaniern und Portugiesen. Sie waren also die Besseren in jeder Hinsicht, ihre Probleme mussten also aus Spanien kommen und da die Geldströme aus Steuereinnahmen nach oben, nach Madrid flossen, wo auch die reichlichen EU-Milliarden eintrudelten, stieg der Neid und der Hunger auf mehr, mehr Geld, mehr Unabhängigkeit. Die Unabhängigkeit der Katalanen ist objektiv höher als die eines deutschen Bundeslandes. Der Länderfinanzausgleich hat auch in Deutschland seine Feinde. Sie sind bekannt. Es sind die größten Netto-Zahler, genau wie in Spanien.

Der Ausgangspunkt des Spanisch-Katalanischen Konfliktes ist also ein finanzieller, ein Verteilungskonflikt. Dieser wird aber seit fast vierzig Jahren von einem nationalistischen, rassistischen Weltbild unterfüttert, das in den letzten fünf, sechs Jahren, nach den durch die Weltfinanzkrise ausgelösten Kürzungen im Öffentlichen Haushalt, bei Sozial- und Bildungskosten, bei Renten, Pensionen und Löhnen in den Vordergrund gedrängt wurde. Es gab immer einen Schuldigen: Madrid, die Spanier! Es gab immer ein Opfer, richtig, Barcelona, die Katalanen!

Jetzt wurde die Unabhängigkeitskarte gespielt. Vermutlich nicht einmal ernsthaft, denn man wollte in Absprache mit Madrid erreichen, daß Madrid seine eigene spanische Verfassung bricht, sich über die eigenen Gesetze hinweg setzt, nur um den Katalanen die Unabhängigkeit zu ermöglichen. Es gibt von 192 Staaten in der UN nur Äthiopien und eine Karibikinsel, die eine geregelte Sezession verfassungsmäßig vorsehen, die anderen 190 Staaten dieser Welt tun dies nicht, genau wie Spanien! Fragen Sie einmal Donald Trump, wie er zur Unabhängigkeit von Texas und Kalifornien steht, wo es solche Bewegungen gibt?

Aber es braucht immer Zwei zum Tango, auch in diesem Konflikt! Der gegenwärtige Ministerpräsident Spaniens, Mariano Rajoy Brey hatte in seinen Sturm- und Drangzeiten ein neues katalanisches „Estatut“, ein Gesetz das die Rechte und Pflichten zwischen der katalanischen Autonomie und der Zentralregierung Spaniens in Madrid regelt, das in beiden Parlamente angenommen und damit zum gültigen Gesetz geworden war, per Unterschriftensammlung vor das Verfassungsgericht gebracht, das dann das Gesetz zerpflückte und die Katalanen auf einen schlechteren Stand als vor dem neuen Gesetz zurück warf. Damit war ein Tuch zerschnitten, die Parteien gingen auf offenen Konfrontationskurs, der Konflikt in seiner heutigen Form war eröffnet und spitzte sich nicht zuletzt auch deshalb zu, weil man jahrelang in Madrid absolut keine Anstalten machte darüber zu verhandeln, obwohl damals meines Wissens noch nicht die Maximalforderung der Unabhängigkeit auf dem Tisch lag?

Die Katalanen stehen heute für 16% der spanischen Gesamtbevölkerung, für 20% des spanischen BIP und für einen erheblichen Teil der spanischen Verschuldung, doch über Letztere spricht man in Barcelona nicht gerne. Die Spanische Autonomie Katalonien hat heute eine Verschuldung um 75,4 Milliarden Euro, die sich in den letzten 6 Jahren unter Artur Mas und Carles Puigdemont verdoppelt hat. Sie kann sich am Kapitalmarkt seit Jahren nicht mehr refinanzieren, ihre Bonds gelten als „Müll-Werte“ bei den Ratingagenturen und dazu käme im Falle einer Unabhängigkeit obendrein der katalanischen Anteil an der spanischen Gesamtverschuldung! Daraus folgt für mich: Eine katalanische Unabhängigkeit würde beide Staaten Katalonien UND Spanien in allerschwerste wirtschaftliche Turbulenzen und die Menschen in Not, Armut und Elend stürzen.

Was aktuell von den nationalkatalanistischen Separatisten, einer nordostspanischen Regionalform des Faschismus in Barcelona abgezogen wird ist eine Schmierenkommödie aus Kompetenz- und Gesetzüberschreitungen im Stile von Halbstarken auf dem Schulhof, die durch die großzügig kreative Gesetzesauslegung in Spanien generell unterstützt und gefördert wird.

Die rassistische Nationalisierungskampagne lässt all diese rationalen Argumente in den Hintergrund treten. Die große Frage ist, ob sie bei beim Versuch einer Einigung auf dem Verhandlungswege wieder eingefangen werden kann, denn schlichte Gemüter glauben den ganzen Scheiss’ der da seit Jahren systematisch verzapft wurde. Es wurde in der katalanischen, als auch in der spanischen Gesellschaft Schaden angericht, polarisiert, gespalten. Diesen zu heilen wird ebenfalls Jahre an Zeit benötigen, sodenn man irgendwann einmal endlich damit anfängt…


CAT-SEP-Jurist: Legal, illegal, Scheissegal!

18. September 2017

Die CAT-SEP’s haben jahrelang wie die Blöden in die katalanischen Universitäten und hier wiederum ganz speziell in die Lehrkörper und Lehrstühle politisch „á gusto“ investiert, Hauptsache Lehre, Lehrstuhl und Personal standen dem nationalkatalanistischen Separatismus nahe. Dies trägt zuweilen offen Früchte, wie im Falle von Héctor López Bofill, Professor für „Verfassungsmäßige Organisation des Staates“, was immer man als Laie auch darunter verstehen mag?

Dieser Professor Bofill sei ein bekennender Separatist. Bekanntlich sind die beiden letzte Woche illegal durchgepeitschten Gesetze“ Gesetz über das Referendum zur Selbstbestimmung“ und die „Gesetze des Übergangs und zur Gründung eines separatistischen Staates“ vom Spanischen Verfassungsgericht bis zur juristischen Klärung suspendiert worden. Sie gelten also derzeit juristisch nicht. Nicht so für Professor Bofill:

Er will sie zur Grundlage und Inhalt des Studiums für die jetzt anfangenden Erstsemester an der Universität Pompeu Fabra machen. Für den parteiischen Fachmann sind sie nämlich voll okay und geradezu Musterbeispiele dafür, wie man ein Stück aus einem Staat bricht um einen neuen Staat zu schaffen.

Der Senyor Professor ist so neutral, daß er sich vor ein paar Monaten juristisch verantworten musste für einen Tweet in dem er etwa ausdrückte „sich nach der Unabhängigkeit an die Juristen, Richter, Staatsanwälte zu erinnern, die heute (seiner Meinung nach) gegen Catalunya agierten!“ Dies wurde als klare Drohung mit zukünftigen Repressalien und als einen Versuch der Einschüchterung interpretiert.

Dann hatte er nach der Ermordung der britischen Parlamentarierin Jo Cox während der BREXIT-Kampagne im UK argumentiert, „daß unglücklicher Weise die Ermordung von Jo Cox zeige, daß jede tiefgreifende konstitutionelle Veränderung Tote erfordere…“

Und so etwas wird im geplanten  „Catadisneylandia“ auf künftige Juristen losgelassen!


Steht der Spanische Bürgerkrieg 2.0 bevor?

14. September 2017

Man will es zwar nicht glauben, aber das Risiko scheint mir real, denn es ist offenkundig daß es hier zwei Parallelwelten gibt, die sich gegenseitig vollkommen negieren! Der letzte Spanische Bürgerkrieg ist nicht aufgearbeitet, da er ins Franco-Regime mündete, daß dann ins aktuelle demokratische System übergeleitet wurde, ohne an die offenen Rechnungen der Vergangenheit zu rühren, was vermutlich zunächst eine Vorraussetzung für den Erfolg dieses Übergangs war? Heute werden Straßen und Plätze umbenannt, Gerichtsurteile aufgehoben, aber die irgendwo verscharrten Toten bleiben tot.

Recht und Gesetz sind im Paralleluniversum auslegungsfähig und beliebig interpretierbar und damit existiert keine gemeinsame Grundlage, kein tragfähiger Boden für eine Verhandlungslösung. Dies kann man bei spanischen Konflikten häufiger erleben und das kann als eine systemimanente Schwäche der spanischen Demokratie und des ausgetüftelten Rechtssystems bezeichnet werden, das dazu neigt sich mit bürokratisch-legalistischen Zügen durch gezielte Überforderung zu blockieren:

Der Zweck heiligt die Mittel und die Phantasie hilft ungemein dabei!

Die nationalkatalanistischen Separatisten verlangen allen Ernstes, daß die spanische Regierung ihre eigenen Gesetze, ihre Verfassung bricht um ihnen den Ausstieg aus Spanien zu ermöglichen. Diese Gesetze und Verfassung bedeuten ihnen nichts und das erwartet man auch vom Gegenüber. Das ganze Projekt ist auf Lug, Betrug, Geschichtsfälschung und viel Phantasie und noch mehr Korruption aufgebaut seit dem „ewigen Jordi Pujol“ in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Die spanische Regierung betrachtet diesen Putsch der CAT-SEP’s von oben herab als Zwergenaufstand einer untergeordneten Behörde, dem man mit den Paragraphen der Gesetze und der Verfassung beikommen kann. Rajoy handelt nach dem alten lippischen Motto „nicht einmal ignorieren!“

Nur, man muss diese Gesetze durchzusetzen in der Lage sein und dies notfalls auch tun, sonst baut man den Konfliktgegner zusätzlich auf. Dies ist durch das Nichtstun Madrids zweifellos geschehen.

Vermutlich ist der nationalkatalanistische Separatismus seit zwei Jahren zahlenmäßig über seinen Höhepunkt hinweg? Leider ist es auch typisch, daß der verbleibende Rest, der harte Kern, sich gleichzeitig radikalisiert. Aber es gibt einen tiefen Riss in der katalanischen Gesellschaft und es ist letztlich zweitrangig, ob dieser durch deren Mitte verläuft oder ob er die Katalanen in ungleiche Teile zerreisst. Jede Lösung muss die Teilung der Katalanen überwinden um eine echte Chance zu haben.

Die Versuche der CAT-SEP’s ihr Putsch-Anliegen zu internationalisieren waren bisher erfolglos. Das kann sich aber jederzeit ändern, denn Aussenstehende können den schwelenden Konflikt natürlich jederzeit beliebig für ihre eigenen Zwecke und Ziele nutzen, egal ob diese nun Trump oder Putin, Orban oder Kaczinsky, Theresa May, Angela Merkel oder auch Erdogan oder Kim heissen. Die IS-Idioten haben es ja bereits versucht und vorgemacht.

Status quo ist es, daß es keine Brücken, keine Basis, keine Grundlage für Gespräche gibt.

Vielleicht sollten zuerst die erste Garnitur der CAT-SEP’s sowie die Regierung Rajoy aus dem Spiel genommen werden, um neuen Leuten in Barcelona UND Madrid auch nur eine Chance auf eine Einigung zu geben? Wenn die Radikalseparatisten von der ERC mit den Linken im Madrider Kongress stimmen würden, dann könnte Rajoy und seine PP einfach abgewählt werden. Das wäre z.B. ein erster Schritt. Aber vermutlich auch ein erster Schritt ins Chaos?

Das wäre aber nicht die einzige Bedingung. Es müsste das ganze System von Korruption, Günstlingen, Beratern und gekauften Medien unter Kontrolle gebracht werden, das zunehmend ein Eigenleben zu führen scheint?

Dies umzusetzen ist eine Sisyphus-Aufgabe und würde Spanien und seinen Nordosten vor große Veränderungen stellen. Der Erfolg ist keineswegs garantiert und deshalb ist auf absehbare Zeit der Spanische Bürgerkrieg 2.0 eine latente, reale Gefahr, fürchte ich?


55.000 Katalanen gelangen am 1-O ohne ihr Verschulden zwischen die Fronten!

14. September 2017

Die CAT-SEP-Putschisten der sogenannten Katalanischen Autonomieregierung „Generalitat“ wählten 55.000 Katalanen willkürlich aus und verdonnerten sie schriftlich zur verbindlichen, unbezahlten Arbeit in den rund 6.300 Wahllokalen des illegalen Referendums des 1-O.

Diese Auswahl geschah unabhängig davon, ob die Betroffenen diesen Putsch überhaupt unterstützen! Einziges Kriterium war, daß die Erwählten unter 70 Jahren alt sein mussten. Der Umstand, ob sie die schriftliche Aufforderung zeitig oder überhaupt erhielten, befreie sie hingegen nicht von ihrer „Pflicht“ zum vorgegebenen Tag und Stunde am vorbestimmten Ort zu sein. Wegtreten!

Es haben sich in den letzten Tagen überdies ca. 30.000 freiwillige Helfer der CAT-SEP’s (die üblichen Verdächtigen!) gemeldet, die Erfahrung mit deren Aktivitäten hätten und dazu beitragen wollten, daß das „Referendum“ zum gewünschten Ergebnis führe…

Die Spanische Regierung und die Gerichte haben jedoch schon vor Tagen die Unterstützung dieses Pseudo-Referendums in jeglicher Form unter Strafe gestellt! Bisher unbescholtene Katalanen werden also so zwangsläufig und ohne eigenes Verschulden zwischen die Fronten geraten und Repressionen entweder von der einen oder anderen Seite bzw. Konfliktpartei ausgesetzt, ein echtes Scheiss-Spiel, so ein Putsch!

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https://elpais.com/ccaa/2017/09/13/catalunya/1505329783_147804.html