Das globale Dorf in Europa!

16. Januar 2017

Wer ist dieser Vielvölker-Cocktail?
Man nehme:

290.000 Algerier
242.000 Portugiesen
228.000 Marokkaner
110.000 Tunesier
080.500 aus Guadeloupe
077.000 aus Martinique
069.000 Türken
062.000 Chinesen
055.500 aus Mali
055.000 aus Bella Italia
049.000 von der Elfenbeinküste
047.000 aus dem Senegal
047.000 Spanier
043.000 Kongolesen
040.000 Polen

Kleinere Mengen von Migranten, z.B. ein mittleres deutsches Dorf, ein britisches Village, werden hier nicht extra aufgeführt…

Frage:
Was ist das? Selbst für die hochgelobte internationale Multi-Kulti-Metropole München sind das ein paar globale Köpfe zuviel.

Antwort:
Wenn man zu den o.g. rund 1,5 Mio Menschen aus aller Welt noch 7,5 Mio Franzosen dazu zählt, dann entspricht die Mischung in der Summe dem Zensus von Île-de-France, der Großregion Paris des Jahres 2012. Hätten Sie’s gewußt?

Inzwischen sind noch ein paar Millionen dazu gekommen. Für 2014 wird die Einwohnerzahl bereits mit 12 Millionen angegeben, ein Zuwachs von 2 Millionen in zwei Jahren.

2006: 35%, jeder Dritte Einwohner des Großraums Paris, war entweder selbst migriert (17%) oder hatte mindestens ein Elternteil (18%), das nicht in Frankreich geboren war. Die Zahlen sind zehn Jahre alt, die Aktualität wird vermutlich entsprechend höhere Werte aufweisen?

______
https://en.wikipedia.org/wiki/%C3%8Ele-de-France

Advertisements

Soziallabor Paris: „Die Empörten der Nacht!“

13. April 2016

Seit den Zeiten der „Indignes“, der Empörten, der letzten großen Basisbewegung sind ein paar Jahre vergangen und die Spontanität ging irgendwann verloren, als sich Parteien, Organisationen, Verbände, kurz, seit sich Interessengruppen der Straßenbewegungen bemächtigten oder diese sich aus Eigeninitiative in den parlamentarischen Politikbetrieb einbringen wollten, wie dies z. B. durch PODEMOS & Co. in Spanien geschah.

Als sich am Morgen des ersten April die letzten hundert Demonstranten am Place de la République in Paris „mit Hilfe der Polizei auflösten“ und sich trotzig für den Abend erneut hier verabredeten, ahnten sie wohl nicht, daß sie damit Geschichte machen würden?

Sie hatten am Donnerstag mit anderen rund 28.000 Parisern (Polizeiangabe) an der landesweiten Demonstration gegen die Skandal-Reform der Arbeitsgesetze, des „loi El Khomri“ teilgenommen und waren danach zum Place de la République gezogen und hatten da spontan und unorganisiert „die Nacht durch gemacht“, sie zur „Stehnacht“ gemacht, womit ein neuer Begriff, ein Schlagwort für diese Aktion geboren war, la „Nuit debout“!
http://www.theguardian.com/world/2016/apr/08/nuit-debout-protesters-occupy-french-cities-in-a-revolutionary-call-for-change

Zwischen 390.000 (laut Polizei) und 1,2 Millionen, darunter 200.000 Jugendliche (laut Organisatoren) haben in 250 Städten demonstrierten am Vortag  „mit zusätzlichen zigtausend Arbeitsniederlegungen„,und folgten den Aufrufen von sieben Gewerkschaften und Schüler- und Jugendorganisationen (CGT, FO, Solidaires, FSU, Unef, FIDL, UNL). Doch diese Proteste beschränkten sich auf die sogenannte Reform, die Verschlechterung des Arbeitsrechtes, populär nach der Ministerin „loi El Khomri“ genannt.

Seit nunmehr 14 Tagen finden sich nun an der Place de la République Nacht für Nacht mehr Menschen ein und demonstrieren. Natürlich geht es noch immer gegen die sogenannte „Reform des Arbeitsgesetzes“, aber längst hat sich die allgemeine Unzufriedenheit etwas anarchisch ausgebreitet. Unter dem Motto „widerstehen und schaffen“ gibt es nächtliche Bürgerversammlungen, Debatten und Konzerte.

Die Staatsmacht wusste zunächst nicht recht damit umzugehen. Dann griff sie „in bewährter Manier“ durch und räumte den Platz. Inzwischen laufen jeden Abend mehr Demonstranten und mehr Polizei auf und es gibt Räumungen, Festnahmen, Zwischenfälle. Der  Staatsmacht gelang es aber nicht, diese nächtlichen Versammlungen am Place de la République zu verhindern. Die Pariser schwanken je nach politischem Lager zwischen Toleranz (die Linke) und Härte (die Rechte). Die Rechte spricht gar von „einer Dikatur der Minderheit“, vom Minderheiten-Terror. Immerhin befinde sich Frankreich ganz offiziell im Ausnahmezustand wegen der Terroranschläge von Paris. Da müsse man die Regeln besonders genau einhalten!

Funktionierende Interaktion zwischen Bürgern, Rathaus und Polizei:
Die Polizei räumt den Platz meist zwischen 5 und 6 Uhr Morgens, dann kommt die Pariser Stadtreinigung säubert den Platz und baut alle Zelte, Stände und Installationen der nächtlichen Demo ab. Das Ganze habe teilweise Kirmes-Charakter oder gleiche einem Dritte-Welt-Flohmarkt. In der Nacht vom letzten Sonnabend auf Sonntag zogen hunderte Demonstranten vom Platz der Republik zur Wohnung des Premierministers Manuel Valls im Pariser Osten auf einen „Apero chez Valls“.

Da passiert zweifellos gesellschaftlich, kulturell etwas Neues, inzwischen gar mit „Radio-Debout“ und gar „TV-Debout“, aber da gibt es auch allnächtlich, wenn auch  in unterschiedlichem Maße, Randale, Beschädigungen, Zerstörungen, Bürgergewalt und Staatsgewalt. Letztere fährt inzwischen in großer Zahl auf und ihre Mannschaftsbusse blockieren die angrenzenden Straßen.

Bei den „Stehern der Nacht“ entsteht offenbar etwas Neues, Weitergehendes, mit spontaner, anarchistischer Komponente, denn sie entwickeln sich anscheinend ohne große Organisation dahinter? Spötter sagen allerdings, da demonstriere eine homogene Unterschicht derer, die es sich leisten könnten, denn von denen ginge am nächsten Tag gewiss keiner zur Arbeit?

Der Großraum Paris zeigt sich erneut, wie auch schon im Fall der islamistischen Gewalt durch (im Wesentlichen) Franzosen, als ein gigantisches Soziallabor, in dem Dinge entstehen und entstanden sind, die unser alle Zukunft in der EU beeinflussen könnten ob uns dies nun gefällt oder nicht?

Es gibt den Widerstand gegen die westliche Gesellschaft durch unterprivilegierte Migranten und deren Nachkommen unter Radikal-islamischem Vorzeichen.

Es gibt Widerstand der Jugend gegen die französische Regierung wegen schlechter wirtschaftlicher Perspektiven und Chancen in der Zukunft.

Es gibt Widerstand gegen den Moloch EU, der die Republik Frankreich durch geforderte Wirtschaftsreformen, sprich Sparkurse asozialisieren will, wie es ihr in Deutschland schon durch die Agenda 2010 des unseligen „Genossen der Bosse“ Schröder gelang.

Die Frage wird sein, in welche Richtung sich die „Nuit debout“ entwickelt, ob sie sich radikalisiert und politisch zuspitzt, oder ob sie sich in ein „wir-sind-die-Guten-Wohlfühl-Festival“ verwandelt und einfach Party macht…

__________
http://www.lemonde.fr/societe/article/2016/04/12/nuit-debout-du-discours-a-l-action-la-difficile-question-de-la-securite_4900207_3224.html

__________
http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2016/04/01/97001-20160401FILWWW00105-nuit-debout-la-place-de-la-republique-evacuee.php
__________
http://videos.leparisien.fr/video/dans-les-coulisses-de-la-nuit-debout-09-04-2016-x436aex
__________
http://www.theguardian.com/world/2016/apr/11/police-evacuate-protesters-paris-square-place-republique-riots
__________
http://www.theguardian.com/world/2016/apr/09/seven-police-17-protesters-injured-france-demos-turn-violent


Bluff? Hollandes Spiel mit der Französischen Staatsbürgerschaft.

3. Januar 2016

Der Kriegsteilnehmer in Libyen und Syrien, der Saudi Arabien-Alliierte und Noch-Präsident Frankreichs François Hollande hat augenblicklich die Gelegenheit genutzt, welche die Terror-Anschläge von Paris des Jahres 2015 ihm boten, seine in der EU bereits heute unvergleichliche Macht noch einmal auszuweiten!

Hauptziel ist es dabei, den bereits bestehenden gesetzlichen Ausnahmezustand, der es ihm erlaubt an Parlament und Justiz vorbei alleine „zum Wohle Frankreichs zu regieren“ und der bisher zeitlich begrenzt war, zeitlich unbegrenzt auszudehnen.

Das würde dann so lange der Fall sein, bis er, der alleinige Begünstigte dieses Ausnahmezustandes, öffentlich verkündet, daß die terroristische Gefahr vorüber sei und daß der Staat Frankreich deshalb zum normalen, demokratischen, parlamentarischen System zurückkehren könne.

Ich könnte mir vorstellen, daß dies keinesfalls vor 2017 und den dann eigentlich fälligen Präsidentschaftswahlen der Fall sein könnte und daß dieser Umstand nichts mit seinen saumäßigen Umfragewerten zu tun hat. „Hon(n)i soit qui mal y pense!“

Weil die Leidtragenden dieser geplanten Verfassungsänderung ALLE Franzosen wären und weil deren symbolischer Zusammenschluß erwünscht erscheint, warf François Hollande noch eine Nebelkerze hinter seinem finsteren, egoistischen Ansinnen her. Seine Forderung, rechtskräftig verurteilten Terroristen die französische Staatsangehörigkeit abzuerkennen (nur sofern sie zusätzlich noch eine andere Staatsangehörigkeit haben, denn zu Staatenlosen darf er sie nicht machen) erscheint als symbolischer Populismus, der die Franzosen gewiss nicht sicherer machen wird?

Dieser Punkt scheint die französische Politik mehr zu beschäftigen als die Verlängerung des Ausnahmezustandes? Darüber wird ausgiebig diskutiert! Kommt Hollande damit durch, hat er für sich Zustände erreicht, von denen Putin und Erdogan derzeit nur träumen können und macht sich so zum kleinen EU-Obama. Die mächtigste Frau der Welt, seine östliche Nachbarin, fürchtet gar „der schafft das“!

Ein nächstes militärisches Ziel hat er dabei auch schon vor Augen. Libyen soll es mal wieder sein, daß von Frankreichs Luftwaffe bombardiert werden muß, denn ganz in der Nähe libyscher Ölfelder soll der IS gesichtet worden sein! Die Angriffe sollen vom Flugzeugträger Charles de Gaulle aus (der dazu von Syrien abgezogen werden müsste) über Libyen hinweg geflogen werden, und in einer zentralafrikanischen Ex-Kolonie aufgetankt und zurückgeflogen werden. Da kann man nur hoffen, daß ihm bald die Bomben ausgehen?

Die Italiener sollen sogar (erstmals seit Mussolini?) dazu bereit sein Bodentruppen nach Libyen zu senden. Wenn dann also in Bälde der ganze Krisen-Viertelkreis, die Klammer die Europa südöstlich umklammert und bedroht, sich von Libyen bis zur Ukraine im Kriegszustand befindet, dann müsste auch dem Letzten klar sein, daß wir dem WW3 sehr, sehr nahe gekommen sind.
Dann werden wir nach der NATO schreien und „natürlich“ nach den USA, die doch beide mit der Entstehung dieser Krisen so rein gar nichts zu tun hatten, wetten?


Weder noch! Was die Franzosen für 2017 wollen!

15. Dezember 2015

„Die Wähler haben uns eine letzte Chance gegeben“, sagte Xavier Bertrand, der Sieger über Marine Le Pen im Norden und der Erste, der einen Politikwechsel fordert! Die Politik müsse sich endlich um die wahren Probleme der Franzosen kümmern, als sich in kaum noch nachvollziehbaren Machtspielchen der Pariser Zentralen zu üben. Er selbst hatte seinen Sieg nur dadurch einfahren können, daß die Sozialisten der PS ihren eigenen Kandidaten zurückzogen und seiner Wahl, als eines Gegenkandidaten der „Union der Rechten“ aufforderten! Der eigene politische Standpunkt, die eigene Partei spielte auf einmal keine Rolle mehr, sie war ganz offiziell von Premierminister Manuel Valls zur politischen Beliebigkeit erklärt worden. Dieser „politiktechnisch“ erfolgreiche, aber zynisch anmutende Schachzug hat erheblichen Unmut unter den Wählern und in der Partei ausgelöst, der vermutlich weitere Wähler in Richtung FN treiben wird?

Den Menschen, die unter echten Problemen und Schwierigkeiten in ihren Regionen leiden, die sich politisch an Parteien und deren Programmen orientieren, wird von allerhöchster Stelle die Beliebigkeit dieser Parteien und Programme vor exerziert. Das führt zu Politikverdruss und Protesthaltung, eine der Grundstimmungen in der Wählerbasis der FN.

Man müsse im Prinzip FÜR etwas und nicht GEGEN etwas stimmen!

Aber das Politik-Spektakel geht nach der Wahl nahtlos weiter. In der UMP-Nachfolgepartei LES RÉPUBLICAINS des Skandal-Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy flogen am Tag nach der auch für ihn nicht sehr erfolgreichen Wahl die Fetzen und es soll ein Köpfe rollen geben, das mit dem Hübschen der Vize-Präsidenten NKM beginnen soll. Es ist die altbekannte Art des Diplomhektikers Sarkozy kompetente Geschäftigkeit darzustellen. Er fürchtet vermutlich einige Gegenkandidaten für die Partei-internen Vorwahlen zum Präsidentschaftskandidaten für 2017?

Der Schlamassel beider großer Volksparteien der Linken PS und der Rechten Ex-UMP = LES RÉPUBLICAINS wurde ja bei diesen Regionalwahlen durch die Listenverbindungen verschleiert, die ihre wahre Stärke, oder besser gesagt Schwäche verhüllten.

Mehr als dies bisher der Fall war, fordern die Franzosen von der Politik eine gewisse Einheit und die Besinnung auf die wahren Probleme des Landes, fast 70% von ihnen, mehr als zwei Drittel, fordern mehr Partei-übergreifenden Zusammenhalt der Politik in den wirklich wichtigen Fragen. Politiker von ganz Links bis ganz Rechts müssten zusammen arbeiten können. Dem stimmten nicht nur die Franzosen zu, sondern die betroffenen Politiker im Prinzip auch, mit der Ausnahme der Anhänger und Politiker der FN, die sich geradezu so definieren, nicht zu dem politischen Klüngel zu gehören. Dazu gehöre auch, daß die Menschen nicht auf die rituelle Auswechselung des Premierministers als Sündenbock setzten, sondern echte Reformen, Änderungen von der Politik verlangten.

Dazu gehört vor aber vor allem auch der Wunsch der Franzosen, bei der Präsidentschaftwahl 2017 kein Rückspiel der alten Männer erleben zu müssen, keine Neuauflage von 2012 mit vertauschten Rollen.

In einer Umfrage lehnten 80% der Befragten die erneute Kandidatur von François Hollande ab, gegenüber 78%, welche die erneute Kandidatur von Nicolas Sarkozy ablehnten.

Neue Gesichter, frisches Blut, neue Politik fordert unser westlicher Nachbar. Stünde uns dies nicht auch gut an? Wollen wir uns wirklich noch einmal Merkel gegen Gabriel antun?


COP21: Paris wie Nordkorea?

29. November 2015

Seit dem 13. November herrscht in Frankreich der Notstand. Davon sind sowohl alltägliche Gewohnheiten der Franzosen, wie auch demokratische Grundrechte betroffen. Für Politik und Polizei, die Ordnungskräfte eine feine Sache, so ein Notstand!

Heute beginnt die COP21, die Welt-Klima-Konferenz mit einem Gipfel von rund 150 Staats- und Regierungsschefs, die von den Millionen Parisern möglichst ungestört bleiben sollen. Dazu hat man von Heute 14 Uhr bis Montag 24 Uhr zu einmaligen Verkehrsverboten gegriffen. Einige Hauptverkehrsachsen in um um Paris sowie der Stadtring sind für den Privatverkehr in dieser Zeit vollständig gesperrt, mit der Ausnahme von 0:01 bis 05:59 Uhr in der Nacht. Sie stehen dem Sightseeing der Promis und Polizei und Militär exklusive zur Verfügung. Hätte man diesen Gipfel nicht auf den Mont-Saint-Michel in der Bretagne verlegen können und die Pariser in Ruhe lassen?

15.600 Polizisten bewachen 24 Stunden, rund um die Uhr, die Île-de-France und davon 6.300 die Hauptstadt Paris.

Es herrscht ein absolutes Demo-Verbot, ein Maulkorb für Franzosen und Gäste bis zum 13. Dezember, dem Ende der COP21.

Bis zum 13. Dezember herrscht im ganzen Großraum Paris ein absolutes Verkaufsverbot für brennbare Haushaltsartikel und Feuerwerkskörper, kein Brennspiritus zum Grillen, kein Petroleum für Lampen! Benzin und Diesel, Feuerzeuge und Streichhölzer sind aber erlaubt, was die Absurdität dieses Verbotes unterstreicht.

24 bekannten Umweltaktivisten ist für diese Zeit ein faktischer Hausarrest verpasst worden. Sie dürfen ihren Wohnort nur mit schriftlicher Genehmigung des Präfekten verlassen, also nie! Sie müssen von 20 Uhr bis 06 Uhr in ihrem Haus, ihrer Wohnung sein. Sie müssen sich zwischen 6 Uhr und 20 Uhr dreimal täglich bei ihrem zuständigen Polizeirevier melden.

Paris, die französische Hauptstadt, die Präsident Hollande für dieses Zeitraum gerne als Welthauptstadt bezeichnet, hat einen Maulkorb verpasst bekommen, soviel zu Menschenrechten, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit! Die Pariser sind zur Staffage degradiert worden, ähnlich wie Zootiere, an denen die Promis in ihren gesicherten Konvois vorbei rauschen.

Können Sie sich die Kommentare unserer „Journalisten“ vorstellen, wenn diese Maßnahmen von z.B. Putin während eines Gipfels in Moskau getroffen worden wären?


War die SU-24 nur ein Bauernopfer Putins?

25. November 2015

Der hochriskante und eigentlich unerklärliche Abschuß der SU-24 durch die Türkei schien zunächst die Ouverture zu sein, um den NATO-Staaten UK, Frankreich und evt. den Niederlanden Zeit für eine schnelle Verlegung ihrer Luftwaffen an den syrischen Schauplatz zu geben und die Initiative des Handelns von Putin zurück zu gewinnen. Nebenbei sollte dem Franzosen Hollande der Gedanke vergällt werden, „Seit an Seit“ mit Russland zu agieren, denn Russland ist für Obama immer noch, oder schon wieder, der Hauptfeind auf diesem Globus und nicht etwa das Eigengewächs IS, wie zuvor schon Al-Kaida.

Russland hat etwas drei Dutzend Maschinen vor Ort in Syrien und zeitweilig Langstreckenbomber aus Russland im Überflug.

Diese Menge an Fluggeräten hat alleine schon Frankreich im Einsatz, auf dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ und in Jordanien.

Die USA sind im türkischen Incirlik stationiert und die Türkei auf mehreren Stützpunkten ihres Landes.

UK-Cameron will sich kommende Woche das okay seiner Parlamentarier geben lassen und hat wahrscheinlich schon vorbeugend Kräfte auf seinen Stützpunkt auf der Insel Zypern verlegt.

Dann wäre da noch Israel, das heimlich, still und leise, hin und wieder, Syrien bombardiert, sogar in Damaskus, wo es garantiert keinen IS gibt.

NATO und Israel hätten also Putin ab kommender Woche locker um das 4 bis 5-fache an Fluggeräten übertreffen können und mit der so zwingenden Koordination dieses bellizistischen Flugverkehrs faktisch neutralisieren können. Der eine oder andere Partner hätte vielleicht sogar Al Assad direkt bombardiert, bevor er sinnlos am Himmel über Syrien im Stau steht?

Doch jetzt ist alles anders! Die SU-24 und zwei Menschenleben waren menschlich ein hoher Preis, aber für einen zweimonatigen Kriegseinsatz einer Luftwaffe doch eher ein zu erwartender militärisch-politischer Preis?

Jetzt hat Putin – wie der Zauberer das Kaninchen aus dem Zylinder – den Lenkwaffenzerstörer „Moskva“ vor Latakia liegen und S-400 Flugabwehrraketen angekündigt und womöglich auch schon in begrenzter Zahl vor Ort stehen?

Damit ist der Luftraum über Syrien faktisch eine „russische no-fly-zone“ geworden und niemand wird riskieren, dort ohne Absprache mit Putin seine Flieger kreisen und bomben zu lassen. Russland würde sich nur noch um den Preis einer Eskalation an den Rand drängen lassen können!

Wie gesagt, die Russen haben sehr schnell reagiert, die nötigen Mittel offenbar bereits in der Nähe gehabt und das Blatt hat sich wieder gedreht. Ich fürchte, der Friedensnobelpreisträger wird sich etwas einfallen lassen?

 

 


Paris-Terror: Was weiss man über die Täter?

15. November 2015

Bei zwei mutmaßlichen Tätern ist die Identität bekannt:
Einer ist Ismaël Omar Mostefaï, ein 1985 in Frankreich geborener Kleinkrimineller, mit 8 Strafen zwischen 2004 und 2010, jedoch niemals im Gefängnis gewesen! In 2010 radikalisierte er sich bekam ein „S“ für Staatssicherheit in seine Akte und soll im Winter 2013-2014 über die Türkei für einige Monate nach Syrien gereist sein (Danke, Erdogan!). Sechs Personen, aus seinem Umfeld, darunter Vater und Bruder sollen jetzt festgenommen worden sein.

Abdulakbak. B. ein 1990 geborener Syrer, der am 3. Oktober auf der griechischen Insel Leros als Flüchtling registriert wurde (ich berichtete hier bereits über ihn), ist der andere Identifizierte. Er war den französischen Behörden unbekannt. Aber die Franzosen haben sich noch nicht darauf festgelegt, daß dieser Pass dem toten Attentäter zuzuordnen sei!

Dann gibt es die obligatorische „belgische Spur“, wie immer nach Molenbeek, einer Islamistenhochburg bei Brüssel, führend. Dort wurden drei Personen festgenommen, darunter den in Belgien lebenden französischen Mieter des VW-Polo, den die Attentäter vor dem Bataclan-Palast stehen ließen. Der belgische Premier Michel vermutete, dass einer der drei Festgenommenen am Freitag Abend in Paris am Tatort war.

Einer unbestätigten Meldung zu Folge sollen zwei der „zerissenen“ Selbstmordattentäter sehr junge Männer im Alter zwischen 15 und 18 Jahren gewesen sein!

Eine der Arbeitshypothesen der Ermittler nimmt an, daß ein ausländisches Kernteam (aus Syrien?) eingereist und durch lokale islamistische Helfer vor Ort verstärkt worden sei!

Alle sieben Täter setzten Kalashnikovs ein, benutzten die gleichen Sprengmittel und gingen sehr effektiv vor, um maximalen Schaden anzurichten.

Was gefällt mir daran nicht? Es gibt merkwürdige Parallelen des Wandels von Kleinkriminellen zu hoch effektiven Terroristen in den Fällen des Mohamed Merah aus Toulouse, der CHARLIE HEBDO Terroristen im XI. Bezirk von Paris, der Brüder Kouachi, und der aktuellen Attentate im X. und XI. Arrondissement von Paris. Es sieht aus, wie ein wenig glaubwürdiges Muster?