El Gordo y el Flaco separatista: Junqueras zwingt Puigdemont dazu seine Leute zu entlassen!

13. Juli 2017

Der Nachfolger von Artur(o) Mas, dem unfähig-glücklosen Ex-Präsidenten der Generalitat der spanischen Autonomie Katalonien, der per Fingerzeig ernannte und von niemanden gewählte Ex-Bürgermeister von Girona, Carles Puigdemont ist dabei seine unterirdischen Fähigkeiten erneut unter Beweis zu stellen. Sein Vizepräsident Oriol Junqueras ist sowohl physisch als auch politisch und strategisch erheblich schwergewichtiger als Karle Putschdämon. der Wischmob, „El Motxo“.

Dieser Junqueras, der mit seiner ERC momentan vermutlich Neuwahlen als größte Partei klar gewinnen würde, hat seinem „Chef“ Puigdemont in einem privaten Treffen am Dienstag eine Liste von unsicheren Kandidaten überreicht, alle aus Puigdemonts Partei PDeCAT, Ex- CiU, Ex-CDC stammend, die dem geplanten Zeitlupenputsch am 1-O kritisch bis ablehnend gegenüber stünden, verbunden mit der Botschaft, doch endlich gefälligst Ordnung in seinem Saustall zu schaffen…

Dabei sollen klar Namen benannt worden sein. Diese will Puigdement nun Morgen ins Verhör nehmen und gegebenenfalls aus der Autonomieregierung entlassen! Man muss sich da einmal vorstellen! Da kommt einer zum Koalitionspartner, behauptet „der, der und der sind nicht für unsere Ziele, du musst sie sofort entlassen!“ Und der Angesprochene antwortet, „okay, mach` ich…“

Darüber hinaus haben ihm Junqueras und Romeva, der Meister Propper der katalanischen Aussenpolitik, dem alle Türen in der Welt so heftig vor der Nase zugeschlagen werden, daß er bereits alle Haare verlor, die wichtigste aktuelle Aufgabe abgenommen, nämlich endlich die Urnen für den Zeitlupenputsch des 1-O zu bestellen! Die Verantwortung trügen sie aber alle gemeinsam, beruhigten sie den verunsicherten Putschdämon…

Ex-Präsident Artur(o) Mas verkündete indessen, daß er und die PDeCAT ALLE Maßnahmen die sein Nachfolger träfe, voll und ganz unterstützten, was immer der sich aus einfallen ließe, der Tropf!


Visca Catalunya conjunt!

13. Juli 2017
EbmeyerCAT

Zehn Jahre alt, doch zeitlos aktuell, sehr empfehlenswert!

Tja, Herr Ebmeyer, ich habe den schweren Fehler begangen ihre „Gebrauchsanweisung für Katalonien“ schon vor dem Urlaub mal kurz anzulesen, bin dabei hängen geblieben und habe sie in einem Rutsch durchgelesen, obwohl ich eigentlich momentan dazu keine Zeit habe. Mal sehen, wie ich aus dieser Nummer jetzt wieder rauskomme?

Sehr viele Details waren mir bekannt, doch vieles kam an Neuem hinzu, so manches wurde aus den Tiefen der Rumpelkammer meines Gedächtnisses wieder verstaubt nach vorne gebracht. Kurz: Es war ein Genuss!

Schade, daß dies alles zwangsläufig auf dem Stand von 2007 (oder eher?) endete, aber vielleicht gibt’s ja mal eine überarbeitete Neuauflage?

Bedarf dafür wäre ja nach dem 1-O denkbar und zwar ganz unabhängig vom Ausgang des Zeitlupenstaatsstreiches, den die nationalkatalanistischen Separatisten um „Karle Putschdämon“* zielstrebig zu realisieren versuchen.
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*Den finden Sie übrigens als Zuhörer bei den Havaneras La Bella Lola in Calella de Palafrugell 2016, (https://www.youtube.com/watch?v=d6CK-yPrJ_I ) bei Minute 2:28 und bei El Meu Avi bei Minute 6:37


Voll krass: Wie die Schizos der CAT-SEP’s ticken!

6. Juli 2017

Wenn sich ein Ortteil eines katalanischen Dorfes oder einer Stadt trennen und der Nachbargemeinde anschließen will, dann verlangt das nationalkatalanistische Separatistenregime in der Autonomieregierung die durch Unterschriften bewiesene Unterstützung von mindestens 50% der betroffenen Einwohner um den Antrag überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und ihn zu bearbeiten. So geschah dies in den letzten Jahren lediglich zweimal.

Für die willkürlich-gewaltsame Abtrennung von Spanien haben die selben nationalkatalanistischen Separatisten sich die Messlatte deutlich niedriger gehängt: Es gibt keine Mindestwahlbeteiligung beim 1-O-Referendum, die Erstellung des Zensus, die Durchführung und die Auszählung übernehmen die CAT-SEP’s natürlich lieber selber und es genügt ihnen eine (1!) Stimme Mehrheit um sich selbst als Sieger zu erklären. Danach saufen sie zwei Tage durch und erst nach 48 Stunden glauben sie dann in der Lage zu sein ihre Unabhängigkeit zu erklären! Spekulationen über den Ausgang sind schwierig, denn es dürfen Minderjährige* ab 16 Jahren und Migranten, die seit mindestens einem Jahr in Katalonien leben mitwählen. Im Prinzip kann auch Mehrfachabstimmung nicht sicher ausgeschlossen werden.

Sollte die aus ihrer Sicht schreckliche Panne eintreten, das Referendum „zu verlieren“, schrecklicher Ausdruck, sagen wir lieber „es nicht zu gewinnen“, dann werden automatisch und unmittelbar vorgezogene Neuwahlen ausgerufen, das Einzige was nationalkatalanistische Separatisten wirklich im Traum beherrschen!

Das rettet ihre wertvollen Pfründe und Gehälter und erspart ihnen die mühevolle politische Tagesarbeit für weitere Monate, wenn nicht Jahre und am Ende machen dann alle den „Artur(o) Mas“, das heisst sie verpassen sich Ruhe- und Übergangsgehälter von bis zu einer halben Million Euro pro Jahr für’s sprichwörtliche „Nichtstun“!

Je schräger und krasser die separatistischen Hütchenspieler agieren desto mehr achten sie darauf ihre belanglos-lächerlichen Auftritte durch seriöse Kleidung in Anzug und Krawatte in historischen Räumen von Rathäusern, Kirchen und Theatern (der war sehr gut!) einen weihevollen Rahmen zu geben. Sie zelebrieren sie wie Gottesdienste, bevor sie sich schenkelklopfend wieder in ihren Katakomben verkriechen…
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http://www.elmundo.es/cataluna/2017/07/06/595d3d40ca47417c0b8b45b2.html
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*(Inzwischen habe ich auch Meldungen in Medien gelesen, daß erst ab 18 Jahren gewählt werden dürfe. Es gibt dazu also unterschiedliche Aussagen!)


CUP will alte Rechnungen mit der Katholischen Kirche begleichen! Enteignung der Kathedrale von Barcelona soll Morgen beantragt werden!

5. Juli 2017

Der alte Kasten sei ein wirtschaftlich genutzter Touristenmagnet, die Kirche zudem von der Mehrwertsteuer und anderen Abgaben befreit, der zu unerträglichen Zuständen für die Nachbarn im Bezirk Ciutat Vella durch den ständig wachsenden Tourismus führe.

Statt dessen soll die Kathedrale als Theater- und Musikschule für die Nachbarschaft genutzt und der riesige Vorplatz soll quasi zum Dorfplatz werden, wenn die lästige Touristenplage erst einmal weg sei…

Die CUP will dies Morgen im Rat des Altstadt-Bezirks offiziell beantragen. Man kann sich unter diesen Umständen ausmalen, welche Anträge im Falle eines positiven Separations-Referendum von den Anarchos wohl gestellt würden? Wer, welche Gruppe der Gesellschaft, würde wohl als nächster enteignet werden?

Heute gehöre dieser Bau noch einer Gruppe (der Katholischen Kirche), die seit ihrer Gründung Monarchien, der Bourgeoisie, der Kolonialisierung, Raub, Sklaverei, Bevormundung, Unterdrückung und Kontrolle des Proletariats unterstützt habe.

Das Erzbistum Barcelona wollte zu diesem Antrag der CUP keine offizielle Stellung nehmen. Ein Sprecher wies inoffiziell darauf hin, daß diese Kathedrale die wichtigste der Diözese sei, wichtiger als die Sagrada Familia Gaudís (ein anderer Tourismusmagnet!), sei ein Symbol der katholischen Kirche Barcelonas und daß täglich Messen darin gefeiert würden!

Die vage Möglichkeit einer Unabhängigkeit Kataloniens á la ERC und CUP lässt solche Vorschläge entstehen, gerade mal 80 Jahre nachdem Anarchos und ERC unter dem Vorsitz des Separatistenheiligen Companys tausende Priester, Nonnen und Mönche ermordeten und beinahe jede katholische Kirche in Katalonien beschädigten oder zerstörten.

Womit müsste man wohl rechnen, wenn solche Leute erst einmal einen unabhängigen Staat nach ihren Vorstellungen aufbauen würden? Spanischer Bürgerkrieg 2.0 oder gleich Kambodscha?
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https://twitter.com/cupciutatvella?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=http%3A%2F%2Fwww.elperiodico.com%2Fes%2Fnoticias%2Fbarcelona%2Fcup-pide-expropiacion-catedral-6147262


CAT-SEP’s zerfleischen sich schon drei Monate vor dem illegalen, einseitigen 1-O-Referendum!

4. Juli 2017

Autonomieminister Jordi Baiget, PDeCAT, ein Vertrauter von Artur Mas, zweifelte öffentlich am geplanten illegalen, einseitigen Referendum. Darauf wurde er von Mas’s ungewähltem und per Fingerzeig ernannten Nachfolger als Autonomiepräsident Carles Puigdemont, PDeCAT kurzerhand gefeuert!

Baiget, einen sehr erfahrenen Mann der eigenen Partei, anscheinend auf Druck der radikalen Nationalkatalanistischen Separatisten der ERC und den Anarchos der CUP? Daß es hinter den Kulissen brodelt und die vielbeschworene Einheit ein frommer Propagandawunsch ist, das war zuletzt bekannt.

Jetzt hat „Karle Putschdämon“, in Freundeskreisen auch „der Wischmop“ genannt wegen seiner nostalgischen 60er Jahre Frisur, sogar sein Amt und das illegale, einseitige Referendum verknüpft: „So lange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…“ Sorry, das war der falsche Text! Er sagte natürlich: „So lange ich Präsident bin, wird das illegale, einseitige 1-O-Referendum stattfinden!“ Da hat sich der Maulheld Karle ja mal richtig weit aus dem Fenster gelehnt! Nun, ich würde jedenfalls kein Geld auf ihn setzen…

In der PDeCAT brodelt es zwischen verschiedenen Strömungen. Man wirft Puigdemont einen „Putsch, einen Staatsstreich“ gegen die eigene Partei vor im Dienste der ERC und der CUP. Man sagte, daß Puigdemont sich wie der Kandidat der Anarchos der CUP benommen habe und nicht zusammenführe, sondern teilte und damit schwäche!

Morgens um halb Neun, beim ersten Treffen der separatistischen Koalitionäre beschwor man noch die Einheit und den Zusammenhalt. Keiner wollte auf sein Amt verzichten…

Zwei Stunden später, um halb Elf am Vormittag, beim zweiten Treffen nahmen sowohl Karle Putschdämon, als auch Baiget, der später geschasste Autonomieminister teil, ohne sich an der Debatte zu beteiligen in der die Einigkeit beschworen wurde.

Danach ging Putschdämon mit dem Autonomieminister Santi Vila, einem alten Freund, auf einen Carachillo(?) ins Café nebenan und erläuterte diesem gegenüber seine Absicht Baiget zu feuern…

Nach einem anderen Meeting rief er Baiget dann zu sich, erklärte ihm kurzerhand, daß er das Vertrauen in ihn verloren habe, daß das illegale, einseitige 1-O-Referendum stattfinden würde, zumindest solange er Präsident sei und feuerte ihn!

Dann rief er wieder seinen alten Kumpel Santi Vila an und ernannte ihn zum Nachfolger des Gefeuerten. Dann erst, so will es die Separatisten-Saga, habe er den Vize-Präsidenten und ERC-Vorsitzenden Oriol Junqueras angerufen, der vermutlich vorgezogene Neuwahlen gewinnen würde und nachträglich von seiner freien Entscheidung informiert, ebenso wie die immer alles als Letzte erfahrende Autonomieministerin Neus Munté, deren Gesicht durch solche Mobbing-Manieren immer länger wird…

Oriol Junqueras, „der Dicke“ von der ERC hält sich immer hübsch im Hintergrund, verfolgt aber die radikalsten Separatismuspläne und hat gelegentlich auch schon eingeräumt, daß es am Ende nicht ganz ohne Gewalt gehen würde. Er wäre der vermutliche Sieger von vorgezogenen Neuwahlen (http://www.elconfidencial.com/espana/2017-07-03/erc-arrasaria-elecciones-catalanas-antigua-convergencia-pdecat-se-hunde-debajo-pp_1407944/) und hat seit den Zeiten von Artur(o) Mas seinen Separatisten-Partner CiU kannibalisiert. Mas hat seinen Haufen halbiert, Junqueras hat entsprechend dazu gewonnen. Zuletzt traute sich Mas nicht einmal mehr unter eigenem Label anzutreten sondern versteckte sich hinter dem breiten Rücken von Junqueras.

Puigdemont wird von der eigenen Partei PDeCAT ganz allgemein vorgeworfen, sich immer mehr abzukapseln von seinen Autonomieministern und diese nicht (mehr) in seine Separatistenpläne mit einzubeziehen!

Man könnte diese Argument auch den Beginn einer Legende der PDeCAT nennen, von all dem wirren Separatisten-Zeug eigentlich fast gar nichts gewusst zu haben und nach dem dann fälligen Rauswurf von Puigdemont und zwei, drei Anderen mit sauberer Weste für Gespräche über die Zukunft der spanischen Autonomie Katalonien mit Madrid zur Verfügung zu stehen?
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http://www.elconfidencial.com/espana/cataluna/2017-07-04/cese-baiget-torpedea-maltrecho-pdecat_1409236/


ESP/CAT-Konflikt: Hoffnung, doch die Zeit läuft davon…

2. Juli 2017

Wie wird es in Katalonien weitergehen? Eskaliert der Konflikt zum einseitigen Referendum mit letztlich unkalkulierbaren Folgen, gibt es eine Verhandlungslösung oder mal wieder vorgezogene Neuwahlen mit denen die CAT-SEP’s ihre Ämter, Pfründe und hohen Rekordgehälter fürs Nichtstun in eine neue Runde retten könnten? Dazu:

GAD3-Umfrage für LAVANGUARDIA erstellt vom 23. bis 29. Juni 2017, also brandaktuell!

Die Grafiken und Charts im verlinkten Artikel sprechen für sich selber und sind eigentlich trotz spanischer Sprache gut verständlich. Ich werde den Artikel bzw die Charts in der Reihenfolge von Links nach Rechts und Oben nach Unten deshalb nur komprimiert zusammenfassen:

Auf die geplante Referendums-Frage „Wollen Sie, daß Katalonien ein unabhängiger Staat in Form einer Republik sein soll?“ antworteten:

42,5% mit JA
37,6% mit NEIN
10,2% nicht wählen würden
09,7% nicht wussten oder sagten, was sie wählen würden.

Auf die Frage, wären Sie damit einverstanden, wenn endlich ein Referendum in Katalonien stattfinden könnte um über die Unabhängigkeit zu entscheiden? (in Klammern Ergebnis der April 2017 Umfrage!)

71,7% (75,0%) JA
24,3% (23,6%) NEIN
04,0% (01,4%) nicht wussten oder sagten, was sie wählen würden.
Die Unterstützung des Referendums ist also leicht rückläufig!

Wenn Sie ein Referendum unterstützen, wie sollte dieses durchgeführt werden?

58,4% (66,0%) mit der Regierung in Madrid abgesprochen
37,8% (28,8%) einseitig
03,8% (05,2%) nicht wussten oder sagten, was sie wählen würden.

Die Befürworter radikalisieren sich, wollen ein einseitiges Referendum!

Die katalanische Autonomieregierung hat ein einseitiges Referendum für den 1. Oktober 2017 angekündigt. Was glauben Sie, daß geschehen wird?

47,6% glauben, sie wird es zu Ende bringen
06,3% glauben, sie wird es widerrufen aus juristischen Gründen
11,1% glauben, Madrid wird es durch Verhandlungen stoppen
26,3% glauben, es wird nicht stattfinden und durch Massenproteste ersetzt werden.

Was glauben Sie, ist die beste Lösung für Katalonien und den Rest Spaniens?

26,2% (20,5%) die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien.

Der Rückhalt für das Referendum ist leicht rückläufig.
Beinahe 60% erwarten entweder vorgezogene Neuwahlen oder Verhandlungen mit Madrid.
17,4% können sich vorstellen, daß Madrid die Autonomie Kataloniens aufhebt und sich direkt unterstellt.
12% glauben, daß Katalonien am Ende unabhängig sein wird.
Die Radikalisierung wird durch Zuwachs der Befürwortung eines einseitigen Referendums ausgedrückt.
Gleichzeitig geht die Unterstützung für ein abgesprochenes Referendum zurück.
Die Befürworter einer Unabhängigkeit steigen von 20% auf 25%.
Die Befürworter einer Verfassungsänderung fallen von 47% auf 36%.

10% sehen sich ganz oder überwiegend als Spanier
42,6% sehen sich spanisch und katalanisch, die knapp größte Gruppe!
42,5% sehen sich ganz oder überwiedend als Katalanen, ein Patt!

60% erwarten, daß der Konflikt durch Verhandlungen oder Neuwahlen gelöst werden wird.

Eine große Mehrheit für eine Verständigungslösung ist (noch!) vorhanden. Die Radikalisierung schreitet jedoch fort.
Die Einschätzung der Lage durch die Katalanen ist ziemlich realisistisch.

Damit, und das könnte letztlich das Ziel der Umfrage zumindest der LA VANGUARDIA gewesen sein, liegt der Ball wieder im Feld von Madrid…

 

 

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http://www.lavanguardia.com/politica/20170702/423834402373/el-54-de-los-catalanes-esta-dispuesto-a-participar-en-una-consulta-unilateral.html?


CAT – Chance für Europa, oder darauf haben wir gerade noch gewartet!

28. Juni 2017

Berlin, Urania-Kino, 49 Zuhörer ziehen sich den neuesten Science-Fiction rein: Der abgehalferte, von Korruptionsermittlungen umzingelte Ex-Präsident der spanischen Autonomie Katalonien, der vom Gericht mit zwei Jahren Berufsverbot für öffentliche politische Ämter belegte Artur(o) Mas, zieht eine von der ANC finanzierte und organisierte Show durch, mit dem Sidekick und Stichwortgeber Michael Ebmeyer, einem deutschen Schriftsteller, der in Barcelona studiert und ein Stipendium der Separatisten-Stiftung Ramon Llull absolviert hatte, wofür er sich anscheinend revanchieren wollte oder musste? Man war erkennbar unter sich, in kleinem übersichtlichen Rahmen: Weder Frau Merkel noch die Herren Gabriel oder Steinmeier waren abkömmlich…

Was also hatte der nette, spießig-seriös wirkende ältere Herr mit Brille, den man zuhause den „trilero = Hütchenspieler“ nennt wegen seiner mangelnden Seriosität, im Gepäck, der da aus Barcelona angereist war? Ein Kabarettist aus Nordostspanien?

Nein, er sprach nicht zu seinem kleinen Kreis von Zuhörern über Korruption bis ins Mark, über die beliebige Relativität von Recht und Gesetz und öffentlicher Ordnung, nicht über den systematischen Missbrauch von Steuergeldern, nicht über Kompetenzüberschreitung, Geschichtsfälschung und offenen Rassismus als Prinzip. Nein, er sprach nicht über die spanische Autonomie Katalonien von heute, sondern über das wunderhafte-wunderbare CATADISNEY von Morgen, das mediterrane Dänemark…

CAT wäre dereinst, zumindest nach Artur(o) Mas:

– wirtschaftlich prosperierend (nicht nur die Korruption!)
– ohne Arbeitslosigkeit (die kommt natülich aus Madrid!)
– voller Chancen (nur für Nationalkatalanisten natürlich!)
– Gesetzestreu (ha, ha, ha, :-))
– Schnell (dies alles existiere nicht, erst in der nächsten Generation!)
– einige Bürger dürften sogar spanisch (Castellano) sprechen!
– CAT ein tolles Vorbild und Beispiel für das träge Europa
– Die EU könne jemand nicht rauswerfen, wenn der sich sperre!

Ein deutscher Zuhörer wagte den Einwand Artur(o) Mas darauf hinzuweisen, daß sein Bezug auf Deutschland falsch sei, da das Grundgesetz den Bundesländern keine Referenden oder gar Austritte erlaube, wie die Gesetze der anderen 192 UN-Mitgliedstaaten auch!

Da switchte Artur(o) Mas blitzschnell um auf Schottland* und Kanada, anscheinend nicht wissend, daß dies auch UN-Staaten sind. Er räumte immerhin ein gewisses Legalitätsproblem ein in Spanien und verwies auf eine bizarre, nicht existierende „internationale Legalität“, die es wie schon erwähnt in keinem der UN-Mitgliedstaaten so gibt..
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*(in Schottland solle es gestern eine Rede von Nicola Sturgeon zu weiteren Unabhängigkeitsbestrebungen gegeben haben, über die ich berichten werde.)