XXXL, XXL, XL, L, M, S, XS, wohin geht die Türkei?

23. Juli 2017

In der Türkei enteignet die Regierung alles, was von irgendwem, irgendwann, irgendwie mit dem sogenannten Gülen-Putsch vor einem Jahr in Verbindung gebracht wurde, für dessen behaupteten Verursacher es indess keine Beweise gibt. Gülen war’s halt „gefühlt“, findet Erdogan und der kann sich bekanntlich nicht irren. Das genügt allen, auch der Justiz…

Vom Auftakt, der Enteignung von KOZA IPEC mit BUGUN TV, dem Firmengeflecht des Milliardärs Akin Ipek, wurden bis heute knapp tausend Firmen aller Größen enteignet, auf der Basis von unbelegten Anschuldigungen. Der Wert dieser Enteignungen, also von Konten, Anlagen und Immobilien soll sich auf 11 Milliarden US-Dollar belaufen, so die NEW YORK TIMES. Ein beispielloser Raubzug Erdogans in der modernen Wirtschaftsgeschichte!

Ein Teil der Beschäftigten wurde in Gefängnisse gesperrt, andere flohen zu Tausenden aus der Türkei in alle Welt. Seit dem Putsch(?) sollen rund 50.000 Türken ohne Gerichtsverfahren in U-Haft sein, die in der Türkei bis zu 5 Jahren andauern darf. Hundertausende weitere haben „nur“ ihren Job verloren, dazu teilweise ihre Bankkonten und Ersparnisse, befinden sich aber (vorläufig?) auf freiem Fuß. Betroffen sind hauptsächlich Militärs, Polizisten, Juristen und die Medien, aber auch allerlei Wirtschaftsunternehmen, Firmen, denen irgendein Neider oder Interessierter einfach “Gülen-Nähe” vorwarf. Das genügte in der Regel!

Die Türkei, einst ein aufstrebender Markt mit stabilem Wachstum über viele Jahre, mit boomendem Tourismus und Einkaufsmalls im ganzen Land (sowie hunderten STARBUCKS Cafés seit 2003) schien eine sichere Anlage zu sein? Dies alles ist Geschichte. Der Tourismus ist stark eingebrochen und weit von seinen Zahlen von 2015 entfernt. Was jetzt als Erholung gepriesen wird, ist nur prozentuales Wachstum basierend auf den Tiefstwerten von 2016. Tatsache ist, der Tourismus liegt noch immer rund ein Drittel unter den 2015er Zahlen. Erdogan hat über die Jahre seine treuesten Touristengruppen nacheinander vertrieben, die Israelis, die Russen und die Deutschen.

Die türkische Führung, also Recep Tayip Erdogan, gilt in der Wirtschaft inzwischen als unberechenbares Risiko. Die Investitionen sind um die Hälfte zurückgegangen. Die drei größten Ratingagenturen bewerten die Türkischen Schuldverschreibungen inzwischen als wertlosen, riskanten „Müll“, als „Junk Bonds“. Sie seien praktisch derzeit unverkäuflich…
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https://www.nytimes.com/2017/07/22/business/turkey-akin-ipek-fethullah-gulen-recep-tayyip-erdogan.html?emc=edit_ta_20170722&nl=top-stories&nlid=66731401&ref=headline

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Zahlen zum Türkei-Tourismus und ihre Auslegung.

17. Juli 2017

Das erste Mal seit Herbst 2015 können die türkischen Behörden verkünden: Es kommen wieder mehr Touristen ins Land!

Im Sommer 2016 kamen, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, knapp 40 Prozent weniger Touristen ins Land.
Jetzt die Erholung: Laut Tourismus-Ministerium kamen im April 2,44 Mio. Ausländer in die Türkei, das sind 18,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 
Trotz der Spannungen zwischen Berlin und Ankara kamen die meisten Ausländer aus Deutschland: 262 730 Deutsche reisten ein, 6,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Zwischen April 2015 und April 2016 war die Zahl der Deutschen um 35,4 Prozent eingebrochen. (Kursiv: Zitat BILD, http://www.bild.de/geld/wirtschaft/wirtschaft/russen-stuermen-die-tuerkei-51965976.bild.html)

In diesen Zahlen sind ALLE ausländischen Türkei-Urlauber enthalten?

Hm.. also, wenn 2015 als Ausgangsjahr mit 100% angesetzt wird, dann waren es 2016 -40% = 60% der 2015er Zahlen, richtig?
Jetzt „die Erholung“:
60% + 18,1% = rund 71%, Das heisst also 29% UNTER den Zahlen von 2015! Ist es „erholend“ wenn der Türkei-Tourismus noch immer um 29% UNTER den Zahlen von 2015 liegt? Möglich, da hat man mehr Platz am Strand und an der Selbstbedienungstheke?

Die meisten Ausländer kamen aus Deutschland? Ich dachte, daß es die Russen seien, die den Türkeitourismus retten? Die Russen seien die zweitgrößte Ausländergruppe?

262.730 Deutsche Urlauber reisten im April in die Türkei. Das seien 6,7% mehr als im April 2016 ,wo es also damals 246.232 gewesen sein mussten. Diese entsprachen nur 64,6% der Zahlen der deutschen Touristen von 2015 die demnach 381.164 Urlauber betragen haben muss?
Müsste die eigentliche Aussage also nicht lauten, daß im April 2017 im Vergleich zu April 2015 die Zahl der deutschen Urlauber in der Türkei um etwa 262.730/381.164 = 0,689 = 69% von 2015, also noch immer um 31% oder um 118.434 Urlauber tiefer liegt? Wenn man 118 in einen Flieger packte, entspräche das nicht 1.000 Flugzeugen weniger in einem einzigen Monat?


Washington Post zur Gewaltorgie der Erdo-Türken in Washington.

20. Mai 2017

Die verstörenden Bilder der brutalen Gewalt gegen friedliche, offiziell genehmigte Demonstranten durch Erdogan-Knechte haben in den US-Medien ein breites Echo gefunden. Die Stellungsnahme der türkischen Botschaft in Washington (im WAPO-Artikel verlinkt) setzte diesem noch die Krone auf. Sie besteht aus einem Gemisch von blanken Lügen und Halbwahrheiten. Aber sie ermöglicht so auch einen sicher  ungewollten Blick auf das Innenleben des autoritären Denkens  der aktuellen türkischen Politik unter dem Pascha Erdogan, wo Recht und Gesetz und Ratio ersetzt wurden durch Diktat, Gewalt und Propaganda.

Erdogans Prügelhorden-Entourage in dunkeln Anzügen, die friedliche Demonstranten jagen, prügeln, zusammentreten haben dem US-Bürger und der ganzen Welt unmissverständlich klar gezeigt, was heute die Realität der Menschen in der Türkei ist, Gewalt, Unterdrückung, Propaganda, Haft und Tod.

Die „Terroristen“ von Washington waren nicht mehr als zwei Dutzend Menschen, darunter Frauen und Kinder. Solange es weniger als hundert Personen sind und diese keine Straßen blockieren, ist eine solch kleine Demonstration nicht einmal Genehmigungspflichtig. Diese entstünde erst wenn mehr als hundert Personen auf Straßen den Verkehr beeinträchtigen würden durch ihre Demo!

Das US-State Department bestellt den türkischen Botschafter ein und protestierte in heftigster Weise gegen das ungesetzliche Verhalten der Erdo-Schläger in den USA. Es gab übrigens schon bei einem früheren Erdgan Besuch in New York Zwischenfälle mit seiner Entourage.

Der Polizeichef von DC nannte den Vorfall einen unerwarteten Gewaltausbruch gegen friedliche Demonstranten. Darüber gäbe es ausreichend Videos und Bilder Die Frechheit der türkischen Botschaft in Washington besteht u.a. darin in ihrer Botschaft die Hoffnung auszudrücken, daß die US-Behörden in Zukunft geeignete Maßnahmen ergreifen sollten, daß sich solche Gewaltakte vermeiden ließen. Also, nicht die Erdogan-Bodyguards, sondern die US-Polizei sei schuld, weil sie die freie, unbehinderte Ausübung des Demonstrations-Grundrechtes in den USA nicht unterbunden habe!
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https://www.washingtonpost.com/opinions/first-erdogans-goons-attack-protesters-then-the-embassy-blames-the-victims/2017/05/19/be3eacbe-3c04-11e7-9e48-c4f199710b69_story.html?hpid=hp_no-name_opinion-card-d%3Ahomepage%2Fstory&utm_term=.8a3d6915c1fb


Bulgarien wählt Morgen zum dritten Mal in vier Jahre und unter Stress mit der Türkei!

25. März 2017

Eines der kleinsten und ärmsten EU-Länder an der Grenzen zum größten und derzeit unberechenbarsten EU-Beitrittskandidaten aller Zeiten beklagt die direkte, unverhüllte Einmischung der Türkei in die Wahlen eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union.

In Bulgarien leben ungefähr 700.000 oder 10% ethnische* Türken mit bulgarischem Pass und Wahlrecht. Weitere 200.000 ethnische* Türken mit bulgarischem Pass leben in der angrenzenden Türkei. Das bulgarische „Türkisch“ sei ein sich vom Original-Türkisch relativ stark unterscheidender Dialekt, so daß beide Seiten sich unschwer ein- und zuordnen können.

Die hatten traditionell für die Bewegung für Recht und Freiheit (MDL) gestimmt, bis diese zu kritisch für Ankaras Geschmack wurde. Da fügte es sich gut, daß einige sich im vergangenen Jahr abtrennten und die neue extrem Türkei-freundliche Partei DOST gründeten, die sofort massiv von Ankara unterstützt wurde. (Warum erinnert mich das jetzt an die niederländische PvdA und die DENK?)

Türkische Botschafter traten in Werbe-Video-Clips von DOST auf. Türkische Minister machten öffentliche Aufforderungen an Bulgariens Türken DOST zu wählen. Bulgarien verbat sich öffentlich die Einmischung des großen Nachbarn, aber Widerspruch macht Erdowahn bekanntlich nur immer wilder…

Nun haben Bulgarische „Demonstranten“ und „Protestler“ die Grenzübergänge zur Türkei abgeriegelt um die in der Türkei lebenden wahlberechtigten Bulgaren an der Stimmabgabe zu hindern. Zuvor hatte die Türkei Bulgarien den Wahlkampf in der Türkei verboten.

Erdogan beklagte am 23. März öffentlich den „ernsthaften Druck“ den das kleine Bulgarien, Bevölkerungsmäßig keine zehn Prozent der Türkei, auf den großen Nachbarn ausübe!

Bulgarien Präsident Rumen Radev konterte keck: „ Bulgarien gibt oder akzeptiert keine Lektionen in Demokratie, besonders nicht aus Ländern, die Recht und Gesetz nicht respektieren!“


USA fordern EU dazu auf den Ton gegenüber der Türkei zu mäßigen!

24. März 2017

Das US-State-Department hat offenbar keine Probleme mit Erdogans Rhetorik, seinen Nazi-Vergleichen, seinen Drohungen und seinem Demokratieverständnis und fördert nach wie vor die Annäherung der Türkei an Europa und die nordatlantische Gemeinschaft? Ein Diktator mehr, was soll’s? Immerhin gestehen Sie uns zumindest offiziell zu, daß ein EU-Beitritt Sache der EU sei. Aber klar ist auch, sie fordern BEIDE SEITEN im Streit Erdogan gegen den Rest der Welt dazu auf, den Ton zu mäßigen. Lesen Sie selbst…

Auszug aus einer Pressekonferenz des US-State-Departments von Gestern, 23. März 2017:

QUESTION: Turkey and EU – tension continues between the Turkey and EU. Does the Trump administration supports Turkey’s EU membership currently?
MR TONER: Look, I mean, Turkey is an ally, obviously, a strong partner, certainly, with respect to ISIL, and a friend. We support Turkey’s aspirations to engage with Europe. I’m not going to speak to what is an issue between Turkey and Europe, and the EU, rather, specifically. That’s for them to work out, but as much as Turkey wants to pursue that integration with the Euro-Atlantic community on an economic level, we’d encourage that.
QUESTION: And is —
QUESTION: Mark, I have a follow-up.
QUESTION: There is a report that Secretary Tillerson is —
MR TONER: You’re very good at follow-ups.
QUESTION: — going to Turkey on end of – end of March.
MR TONER: Yeah, nothing to announce. When we do, we will.
QUESTION: I have follow about – a follow-up on this. (Inaudible) and everything now. President of Turkey is threatening the European every day. Today, he accuse – he attacked Germany, Norway, Austria, Greece, Cyprus, every European country.
MR TONER: Yeah, I’m aware of —
QUESTION: No, no, no, one second.
MR TONER: Yeah, that’s okay. Go ahead.
QUESTION: Do you agree with his behavior?
MR TONER: I think what we’ve said about some of the back and forth that we’ve seen over the past couple of weeks – that we want to see everyone get along and to tone down the rhetoric.

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https://www.state.gov/r/pa/prs/dpb/2017/03/269062.htm


Wurde die Türkei in Syrien von den USA und Russland ausgebremst?

18. März 2017

Im schönen Antalya an der türkischen Mittelmeerküste fand am 7. und 8. März ein denkwürdiges Geheimtreffen mit Seltenheitswert statt. Unter großen Sicherheitsmaßnahmen und unter Geheimhaltung trafen sich die NATO-Partner, der türkische Generalstabschef Hulusi Akar und der Vorsitzende der Vereinigten Stabchefs der US-Streitkräfte General Joseph Dunford mit dem Generalstabschef der Russischen Streitkräfte General Valery Gerasimov.

Es stand vorher also Zwei zu Eins für die NATO und das Treffen fand auf türkischem Boden statt, da erwartet man vermutlich nicht den Kürzeren zu ziehen?

Es sollte um die Einnahme, bzw. die Rückeroberung der syrischen Stadt Raqqa von ISIL, bzw. DAESH gehen, unter der Bedingung bzw. Forderung der Türkei dabei die Zusammenarbeit mit dem kurdischen PKK-Ableger YPG zu beenden.

Es war eine ebenso seltene wie bizarre Situation: Ein NATO-Staat, die Türkei, breitet vor einem anderen NATO-Staat, den USA, in Anwesenheit des potentiellen Feindes der NATO, Russlands ,ihren Plan aus! Das Treffen, so hieß es in Ankara, sei unter Bedenken der USA letztlich nur auf Basis der persönlichen Freundschaft von Akar und Dunford zu Stande gekommen.

Der türkische Plan sah vor, daß die USA die YPG als Partner aufgeben sollten, die arabischen Elemente aus der SDF entfernen und den Rest mit der von der Türkei unterstützten FSA verbinden sollten. Dann würden diese mit der Unterstützung der türkischen und der US-Army Raqqa von ISIL befreien, der gemäßigten Opposition übergeben und dann an die neue, noch zu bildende, syrische Regierung abgeben.

Es konnte von Ankara nicht bestätigt werden, daß sich der Russe Gerasimov zu Akar wandte und diesem in freundlichem Ton erklärte, daß es vielleicht an der Zeit sei, daß sich die Türkei aus Syrien zurück zöge? Er hatte vielleicht erkannt, daß sich der Amerikaner Dunford nicht gerade enthusiastisch für den unter seiner Aufsicht seit Monaten entwickelten Plan einsetzte?

Die Türkei hatte ihre Syrien-Operation „Euphrat-Schild“ am 24. August 2016 begonnen als Unterstützung der FSA um ISIL von der türkischen Grenze weg zu bekommen und um zu verhindern daß die kurdische YPG in diesen leeren Raum vorstieße. Die Initiative kam damals nur fünf Wochen nach dem gescheiterten „Militär-Putsch“ in der Türkei und nur zehn Tage nachdem die syrische Stadt Manbij von ISIL durch die SDF und dem US-CENTCOM befreit wurde.

Das Antalya-Meeting war auf seine Weise vielleicht der letzte Versuch der Türkei um ihre Ansicht zu werben, daß es falsch sei Terroristen durch andere Terroristen zu bekämpfen?

Am 2. März hatte der türkische Aussenminister Mevlüt Çavuşoğlu starke Worte an die Adresse der USA gerichtet und angekündigt, die türkische Armee würde  nach Manbij marschieren und die YPG da schlagen, wenn noch welche von ihnen dort wären. Die Antwort kam am nächsten Tag von Russlands Gerasimov, der ankündigte, die YPG-Kräfte würden unter Russlands Überwachung ihre Stellungen räumen und am gleichen Tag an Assads Militär übergeben. Das war eine klare russische Ansage an die Türkei sich raus zu halten und sich die Idee aus dem Kopf zu schlagen. Die Türkei hatte damals also für Manbij ein ganz ähnliches Modell vorgeschlagen, wie jetzt wieder für Raqqa!

Tags darauf kursierten in den sozialen Medien Bilder von Russischen Special Forces mit SDF-Wappen auf ihren Uniformen, ganz ähnlich wie es US-Special Forces Monate zuvor mit Wappen der YPG auf ihren Uniformen getan hatten.

Auf gewisse Weise hatten also US- und Russische Spezialkommandos zusammen mit der YPG die Stadt Manbij vor ihrer Befreiung durch die Türkei gerettet. Sie operierten dabei zwar räumlich getrennt aber strategisch genau abgestimmt und dies für türkischen Generalstäbler vollkommen klar und unverkennbar.

Zwei Tage nach dem Antalya-Meeting und während Erdoğans Besuch bei Putin in Moskau beschwerte sich Assad offiziell bei der UN über die Anwesenheit des türkischen Militärs in Syrien und verlangte dessen sofortigen Abzug. Am selben Tag gab es noch zwei offizielle Erklärungen von US-Seite. Das State Department unter John Kerry sagte daß es die YPG nicht als Terror-Organisation wie die PKK  ansähe, weshalb man weiter mit ihr arbeiten wolle und das CENTCOM kündigte die Entsendung  einer Artillerieeinheit mit 400 Mann und „schwerem Scheissgerät“ nach Syrien an. Damit wurde die Türkei zur Befreiung Raqqas schlicht nicht mehr benötigt! (Allerdings waren jetzt offizielle US-Truppen in Syrien!)

Eine anonyme Quelle aus dem türkischen Militär wertete gegenüber der HÜRRIYET DAILY NEWS, daß man nicht sagen könne, daß das Antalya-Treffen die türkischen Chancen verbessert hätten an der Befreiung Raqqas teilzunehmen. Im Gegenteil, die Quelle glaube, daß sich die Chancen verschlechtert hätten!

Es hat also den Anschein, als hätten hier Russen und Amerikaner einträchtig dabei zusammen gearbeitet, die Türken aus Syrien hinaus zu bugsieren, sie zumindest „kalt zu stellen“?

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http://www.hurriyetdailynews.com/antalya-meet-fails-to-convince-us-russia-on-turkish-role-in-raqqa.aspx?PageID=238&NID=110960&NewsCatID=409


Bulgarien beschuldigt Türkei der Einmischung in seine vorgezogenen Wahlen!

18. März 2017

Nanu, was ist denn das Herr Erdogan, Sie doch nicht? Sie wissen doch ganz genau wie es ist, wenn man beim Wahlkampf eingeschränkt, behindert, unterdrückt wird?

Macht der Sultan es jetzt den „EU-Nazis“ nach oder schmeichelt es einfach seinem Ego sich in die Wahlen eines EU-Staates einzumischen? Seine Gründe kennen wir nicht, nur seine Taten und „an seinen Taten soll man sie bekanntlich erkennen…“

Der bulgarische Präsident Rumen Radev hat am Freitag die Türkei der unzulässigen Einmischung in die vorgezogenen Neuwahlen Bulgariens am 26. März 2017 beschuldigt!

„Die Türkei ist unser Nachbar, unser Freund und unser Partner und wir haben die Absicht gutnachbarschaftliche Beziehungen zu unterhalten“ erklärte Radev im öffentlichen TV BNT „aber die Einmischung der Türkei in unsere Wahlen ist ein Fakt und diese Einmischung ist unzulässig!“

Diese Erklärung erfolgte nach einer Woche der wachsenden Spannungen zwischen beiden Ländern wegen der Unterstützung der Türkei für die neue Partei DOST („Freund“, auf türkisch) der etwa 700.000 Menschen starken türkischen Minderheit in Bulgarien. Bei einer Gesamtbevölkerung von 7,4 Millionen Bulgaren beträgt die türkische Minderheit also ziemlich genau zehn Prozent davon. Weitere 60.000 Bulgaren, sagen wir ein knappes Prozent, leben auf der anderen, der türkischen Seite der gemeinsamen Staatsgrenze unter inzwischen wohl rund 80 Millionen Türken.

Nur um ein Gefühl für die Mengenverhältnisse zu bekommen: Bulgarien lebt neben dem zehn Mal größeren Nachbarn Türkei. In Bulgarien lebt eine 10 prozentige Minderheit dieses Nachbarn Türkei, etwa 1 Prozent der türkischen Gesamtbevölkerung. Die in der Türkei lebende bulgarische Minderheit macht nur etwas weniger als 1 Promille der türkischen Gesamtbevölkerung, also eine „Winzigkeit“ aus. Das ist David gegen Goliath!

Der türkische Sozialminister Mehmet Muezzinoglu hat die „türkischen Bulgaren“ öffentlich dazu aufgerufen die „Türkenpartei“ DOST zu wählen. Am 7. März bestellte Sofia den türkischen Botschafter Süleyman Gökçe ein und beschwerte sich bei ihm darüber, daß er in einem Wahlkampf-Clip von DOST offiziell aufgetreten war! Inzwischen hat Bulgarien seine Botschafterin in der Türkei Nadeschda Neinski „zu Beratungen“ aus Ankara abgerufen.

Umgekehrt war den Bulgaren jeglicher Wahlkampf bei ihrer Minderheit auf türkischer Seite von den Türken strikt untersagt worden. Also Erdogan verbot genau das, was er in Europa lauthals einforderte!

Diese türkische Einmischung in ihren Wahlkampf machte die Bulgaren wütend. Am Freitag rief der Staatschef des kleinen EU-Staates die Einwohner zur Ruhe auf und beruhigte sie mit den Worten, „daß die bulgarischen Institutionen und zuständigen Dienste aktiv jegliche Einmischung in den Wahlkampf und die inneren Angelegenheiten Bulgariens bekämpfen würden!“

Jetzt befürchtet Sofia, wie auch Athen, daß wegen der gleichzeitigen Verschlechterung der Beziehungen zwischen einzelnen EU-Staaten und der EU mit der Türkei das Flüchtlingsabkommen vom März 2016 gefährdet sei.

Verbal haben die Türken ja schon mit dessen Eliminierung gedroht.  Bulgarien besitzt eine 270km lange gemeinsame Landgrenze mit der Türkei, dazu das offene Schwarze Meer an dem beide Staaten liegen.

Rumen Radev: „Jede Verschlechterung durch anwachsende Spannungen zwischen der EU und der Türkei wird zuerst und am härtesten die Bulgaren treffen, denn wir liegen in der ersten Linie zwischen den Kontrahenten!“

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http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2017/03/17/97001-20170317FILWWW00409-le-president-bulgare-accuse-la-turquie-d-ingerence-dans-les-prochaines-elections.php