Nach 91 Jahren in einer Nacht Schluss! Das Ende der BANCO POPULAR in Spanien. Kein Nachruf.

14. Juni 2017

Vor einigen Tagen ereignete sich in Spanien ein Schauspiel, besser gesagt eine Tragödie, von erstaunlicher Art. Die zweitgrößte Bankengruppe des Landes, die BANCO POPULAR , BP (VOLKSBANK) hatte ein urplötzliches Liquididätsproblem, sie war zahlungsunfähig!

Da erklärte sich die größte Bankengruppe des Landes die BANCO SANTANDER, BS wohl nach kurzem Druck hinter den Kulissen dazu bereit, den Wettbewerber für einen Euro (1€!!!) zu kaufen und alle Schulden zu übernehmen. Zuvor war der Wert der der BP in den Keller gerauscht. Ihre 300.000 Aktionäre haben alles verloren. Dies alles wurde in einem nahezu unnatürlichen Ruhezustand blitzschnell abgewickelt und ebenso schnell ging man wieder zur Tagesordnung über. Ganz so, als ob überhaupt nichts geschehen sei…

Es ist das zweite Mal, daß Spaniens Banken in die Nähe einer Bankenrettung kamen und es ist das zweite Mal, daß sie diese und den damit verbundenen Einfluss der EU auf die Geschäfte und deren Einblick in die Bücher weitgehend vermeiden konnte. Könnte es sein, daß neben den griechischen und italienischen am Ende auch die spanischen Banken Sorgenfalten hervorrufen müssten, wenn mit offenen Karten gespielt würde? Statt dessen beschäftigt man sich in Spanien lieber mit der Deutschen Bank, der wackligen…

Beim ersten Mal, vor jetzt genau 5 Jahren, wurde die Bankenrettung von in Aussicht gestellten 100 Mia €uro, nicht in Anspruch genommen. Es genügte die Zusage der EZB den Spaniern notfalls zu helfen, damit der Druck von den Banken genommen und die angebotene Hilfe nicht real in Anspruch genommen werden musste.

Jetzt wollten der zuständige spanische Minister Luis de Guindos und EZB-Präsident Mario Draghi das alles kommen gesehen haben. „Die BP sei zuletzt eine Zombie-Bank gewesen, die keine Kredite mehr vergeben habe und das ganze Kapital sei geflüchtet. Autonomien und Kommunen hätten ihre Gelder abgezogen“, aber alle hielten bis zum Schluß ganz still. Vor ein paar Wochen redeten die Beiden noch ganz anders…

Es gibt auch jetzt keine Transparenz. Man weiss nur, daß die SANTANDER nun mit Abstand das größte Finanzimperium auf der Iberischen Halbinsel, also in Spanien UND Portugal geworden ist. Sie erweiterte ihr Grundkapital um 7 Mia €uro und erwartet nach der Übernahme der BP binnen drei Jahren eine Rendite von 13-14% sowie jährliche Synergieeffekte* von 500 Mio €uro.
Der Wert ihrer Aktiva stieg von 318 auf 465 Mia €uro. Nur mal so, zum Vergleich: Der Bundeshaushalt Deutschlands des Jahres 2017 beträgt 329 Mia €uro.
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*(Das Gemetzel um Entlassungen und Filialschliessungen soll binnen einer Woche beginnen und vor den Sommerferien (August) abgeschlossen werden, damit die Betroffenen, dann ohne Job, erst einmal in Urlaub fahren können!

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