Detmold: Freiheit für S. und schönes Wochenende!

20. Juli 2013

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Gegen die am kommenden Montag drohende Abschiebung des seit zehn Jahren in Deutschland, davon seit 2008 in Detmold lebenden Ausländers nach Kasachstan, wo ihm als ehemaligem Oppositionellen Haft droht, protestierten heute Mittag engagierte Lipper. Die Detmolder Ausländerbehörde hatte den 66-jährigen S., der in einer Asylunterkunft in der Heldmannstraße ein Zimmer bewohnt, dort eine Stunde vor einem vereinbarten Termin von der Polizei verhaften und in die Abschiebehaft nach Büren verbringen lassen.

Damit sollte vermutlich ein Exempel für die anderen Insassen der Asylunterkunft Heldmannstraße statuiert werden, denn S. hätte schließlich auch eine Stunde später, bei dem geplanten Termin bei der Detmolder Ausländerbehörde, ganz ohne Aufsehen zu erregen, festgenommen werden können?

Seine für Montag, den 22. Juli sehr kurzfristig angesetzte Ausweisung kann mit rechtlichen Mitteln wohl kaum mehr gestoppt werden. Zwar gäbe es in NRW einen Erlass keine Menschen diesen Alters auszuweisen, aber kein entsprechendes Gesetz, an das Gerichte gebunden wären. So könne nur durch eine zeitaufwendiges Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Ausweisung vorgegangen werden.

Die Regionalzeitung „ziert sich“, wie man hört, Leserbriefe abzudrucken, die Stadt sieht sich völlig im Recht und der Bürgermeister von Detmold, der demnächst wiedergewählt werden möchte, kalkuliert womöglich mit dem Empfinden und den Stimmen der meist schweigenden Mehrheit in dieser Frage? Man weiss es nicht…

Ein mögliches Mitglied dieser schweigenden Mehrheit stand mit hochrotem Kopf auf der Treppe vor einer Kneipe, fuchtelte mit den Armen und skandierte laut: „Alle weg, alle weg!“

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Am Bruchberg sammelten sich die Demo-Teilnehmer, darunter auffallend viele Altersgenossen des von der Abschiebung bedrohten S.. Sie können sich vielleicht besonders gut in die Lage versetzen mit „Mitte Sechzig“ in eine ungewisse Zukunft nach Kasachstan abgeschoben zu werden?

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Dieses schlichte, improvisierte Schild brachte die Meinung der Demonstranten genau auf den Punkt!

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Vor dem Gebäude, in dem die Ausländerbehörde untergebracht ist, fand die eigentliche Kundgebung statt. Die Beamten, denen der Besuch galt, hörten natürlich wieder einmal nichts, denn „sie genossen ihr verdientes Wochenende“!

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OWL: Jesiden kritisieren „politisches Urteil“ im Fall Arzu Özmen!

7. Februar 2013

Keine alltägliche Geschichte im eher ruhigen Ostwestfalen-Lippe (OWL). Arzu Özmen, ein Teenager, verliebte sich in einen Deutschen. Der Vater verprügelte sie vor der lachenden Mutter. Die Geschwister entführten sie nachts aus der Wohnung ihres Freundes, verschleppten sie nach Norddeutschland und erschossen sie. Die Leiche liessen sie irgendwo liegen. Die Familie, Deutsche jesidischen Glaubens, gelten als vorbildlich integriert.

Fünf Geschwister werden in Detmold vom Gericht zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der Jüngste soll geschossen haben. Das ist praktisch wegen dem für ihn geltenden Jugendstrafrecht.

Das Verfahren gegen den Vater, das unumstrittene Oberhaupt der Familie, war abgetrennt worden und erfolgte später. Auch er erhielt kürzlich eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

Jetzt steht ein Verfahren wegen Beihilfe gegen die Mutter an.

Damit ist dieses Drama nicht zu Ende. Jetzt melden sich  jesidische Gemeinden und Geistliche, sprechen von einem Unfall, dem Arzu Özmen zum Opfer gefallen sei. Von dem Generalverdacht der jetzt gegen alle Jesiden gerichtet werde. Ihre Religion werde in den Dreck gezogen, weshalb sie sich nun enger zusammenschließen und zurückziehen würden. Sie fühlen sich verpflichtet zu den Tätern zu stehen, indem sie schlicht die Tat leugnen!

Niemand in den Gemeinden glaube an einen Mord, die Prügel, die Entführung und die Erschiessung seien ein „Unfall“ gewesen!

Der Patriarch Fendi Özmen habe überhaupt keinen Einfluss auf seine Kinder gehabt. Viele hätten deshalb einen Freispruch erwartet, da es keinerlei Beweise für seine Schuld gäbe. Er sei im Gerichtssaal verhaftet und in Handschellen abgeführt worden, angeblich wegen Fluchtgefahr. Damit sei er öffentlich gedemütigt worden, ein schlechter Tag für das Detmolder Landgericht, findet ein Anwalt der ebenfalls jesidischen Glaubens ist.

Es gibt vermutlich in diesem Fall nur Verlierer? Zuerst natürlich das Opfer Arzu Özmen, die ermordet wurde. Dann die Familie, die die Tat ausführte, billigte, geschehen liess, nicht verhinderte. Dann aber auch die Gemeinden der Jesiden, die aus falsch verstandener Soldidarität zeigen, dass sie die deutsche Justiz letztlich nicht akzeptieren und anscheinend in einem „rechtsfreien Raum“ agieren? Da stellt sich natürlich auch die Frage, welchen Druck die Gemeinden zur Erhaltung ihrer anatolischen Sitten und Gebräuche auf ihre Mitglieder ausgeübt haben und ob daraus eine moralische Verantwortung erwächst?

Zuletzt leidet natürlich auch das politische Konzept der Integration, wenn es von innen heraus widerlegt wird, denn sie wollen uns eigentlich sagen, die Täter seien die eigentlichen Opfer…

http://www.lz.de/home/themenseite/der_fall_arzu_oezmen/7840658_Jesiden_kritisieren_politisches_Urteil.html

http://www.lz.de/aktuelles/aktuelle_meldungen_aus_der_region/7827770_Professor_zum_Oezmen-Urteil_Gericht_hat_ein_Zeichen_gesetzt.html

http://www.lz.de/home/themenseite/der_fall_arzu_oezmen/7824198_Fendi_Oezmen_buesst_fuer_verqueren_Ehrbegriff.html


ARD Tagesschau: NATO-Propaganda wie aus dem Volksempfänger?

10. Juni 2011

Anlässlich der Berichterstattung über die demokratiebewegten arabischen Massen und hier spe(i)ziell über die Basisdemokraten in Libyen und Syrien fällt einem unwillkürlich auf, dass die gute, alte Tagesschau zu einem parteiischen NATO-Propagandamedium verkommen ist.

Nachrichten, die Kommentare, die Meinungen sind anstatt Fakten und News. Youtube-Filmchen und zappelig-aufgeregte Handy-Bilder aus ungeklärter Quelle verrührt zu einem Mix im Stil der Kriegsberichterstattung aus der braunen, alten Zeit, derweil die hochbezahlten Auslandsreporter aufgeregt aus der sicheren Etappe der Nachbarländer vom „Hörensagen“ aus trüber Quelle berichten.

Immer öfter fällt auf, dass Bild und Ton in keinem erkennbaren, nachvollziehbaren Zusammenhang stehen. „Libyen Bilder“ dieser Qualität liessen sich auf jedem Schrottplatz in Deutschland herstellen. Dies von einer Nachrichtensendung die einmal das TV-journalistische Schlachtschiff, die Referenz in Deutschland war…

Der Gegner wird dämonisiert, „veradolft“. Mal fliegt er persönlich Flieger in Hochhäuser. Mal wirft er Säuglinge aus Brutkästen auf den Boden. Dann baut er Atombomben. Dann greift er zu Viagra-gestützten Massenvergewaltigungen. Da ist buchstäblich alles drin, alles dabei!

Das ist die schöne, neue Welt designed vom Neoliberalismus und zurechtgestutzt, gebombt und geschossen von den NATO-Schergen des Dänen Rasmussen. Wie wir gestern erfahren mussten, sind EVENTUELL nach Gaddhafis Sturz DEUTSCHE FRIEDENSTRUPPEN FÜR LIBYEN angedacht“!

Deutschland wird von der Mehrheit seiner Politiker – parteiübergreifend und gegen den erklärten Willen der Bevölkerung – in kriegerische Raubzüge hineingezogen die später womöglich einmal von der Geschichtsschreibung als der Beginn des Dritten Weltkrieges bezeichnet werden?

Das geht nicht ohne Opfer. Heute zum Beispiel findet in Detmold die Trauerfeier für einen Soldaten aus dem nahegelegenen Standort Augustdorf statt, der zum Opfer von Peter Strucks zynischen Worten wurde, „dass Deutschland am Hindukusch verteidigt werden würde“.

Mein ungeteiltes Beileid gilt allen Opfern dieser verlogenen Propaganda-Kriege. Dieser junge Mann hätte ebensowenig wie die Anderen sterben müssen. Er hatte sein ganzes Leben vor sich. Wenn heute Nachmittag die Trauerfeier beendet sein wird und der ganze Tross aus Politik, Medien, Militär und Technik wieder abgezogen sein wird, dann werden die Angehörigen zurückbleiben, mit einer Lücke zwischen Ihnen, die der vermeidbare Tod gerissen hat.

PS:

In anderem Zusammenhang stehend, aber ähnlich menschenverachtend, sei hier erwähnt, dass die Staatsanwaltschaft die Untersuchungen zum Tode der Marine-Soldatin, die vom haushohen Mast der Gorch-Fock in den Tod stürzte, eingestellt hat, Schwamm drüber!


Kaiserkeller Detmold: Konzert-Tipps Februar 2011:

2. Februar 2011

Liebe Freunde des Kaiserkellers,

hier unsere Konzert-Tipps für den Monat Februar:

Freitag, 4. Februar
PAZE ESTRADA
Wer auf krachenden Rock’n’Roll steht, der ist hier genau richtig! Eine Brise 60s-Garage, etwas 70s-Rock, dazu das Aroma „moderner“ Köpfe à la Jet und Wolfmother … fertig ist PAZE ESTRADA! Schon die ersten Aufnahmen aus dem Jahr 2005 sorgten für mächtig Wirbel: ein Feature im Heimatkult des Radiosenders 1Live, Airplay in Pariser Szeneclubs und eine schnell wachsende Gemeinde junger backenbärtiger Anhänger. Nach dem Erscheinen des Studio-Debüts „Substitute Religion“ (2008) ließen die guten Kritiken und zahlreiche erfolgreiche Livegigs (u. a. Support für Gods of Blitz, Bloodlights) nicht lange auf sich warten. Die neue 4-Track-EP des Quartetts ist seit September 2010 für Jedermann auf dem Myspace-Profil kostenlos zum Download erhältlich!
PAZE ESTRADA – voc/g, D.A.N – g/voc, TRAVIS ESTRADA – d/perc, MARCO PELUCCI – b

Beginn: 21.00 Uhr

Im Flyer und auf der Webseite steht noch ein höherer Eintrittspreis, der aktuelle Eintritt: 6 Euro/4 Euro erm.
Hörbeispiele: www.myspace.com/pazeestrada

Freitag, 11. Februar
WÜST’N’ROT
DAGMAR SCHÖNLEBER und KATINKA BUDDENKOTTE – zwei Frauen, eine Haarfarbe. Die beiden altgedienten Poetry Slam-Champions, Kabarettistinnen und Exil-(Ost)Westfälinnen lesen Amok. Das Warten hat ein Ende: Dagmar Schönleber und Katinka Buddenkotte sind zurück, um die Bühne beben zu lassen. Mit frischen Geschichten und kaum gealterten Gesichtern zeigen die beiden Hochleistungsvorleserinnen erneut, dass vieles im Leben gar nicht so schlimm ist, solange es anderen passiert. Praktische Tipps zur Partnerhaltung, spannende Selbstversuche mit lokalen Spirituosen und ein Limbowettbewerb knapp unter der ganz hohen Literatur hindurch gehören ebenso zum Programm wie gefühlvolle Balladen, die von Frau Schönleber immer wieder überraschend anders auf der Gitarre interpretiert werden. Ein rotbunter Abend zum scheckig Lachen, gespickt mit nachdenklich stimmenden Passagen, die aufgrund der hohen Nachfrage ab jetzt vorher angesagt werden.
Beginn: 21.00 Uhr
Eintritt: 6 Euro/4 Euro erm.

Hörbeispiele: www.dagmarschoenleber.de und www.myspace.com/katinkabuddenkotte

Freitag, 18. Februar
THE ROCKIN LAFAYETTES
THE ROCKIN‘ LAFAYETTES gibt es schon seit 1986. Aus den Überbleibseln des Ur-Rockabilly-Projekts „The Swampcats“ gründete damals JIMMI LAFAYETTE das inzwischen berühmt berüchtigte Roots-Quartett. Der Mix, den die vier Gentlemen des Jumpin’-Low-Fi-Blues live auf die Bühne bringen, kommt tief aus dem Süden der USA und ist mindestens 45 Jahre alt und älter: wehmütiger Hobo-Blues, Swingin’-Boogie, Jumpin’- und Rollin’-Blues bis hin zum Rock’n’Roll, Rockabilly und R&B. Alles klingt natürlich wie es klingen muß – gefährlich pumpend, grunzend und vibrierend. Für den richtigen Sound sorgt auch das Originalequipment. Dabei verstehen es die vier Franken, die Songs mit handwerklichem Können, Witz und Spielfreude zu interpretieren, anstatt bloß zu kopieren. Aber nicht nur musikalisch, sondern auch optisch kommen die Vier mit Anzug und Hut stilistisch stets korrekt daher. Über 20 Jahre Bühnencoolness zahlen sich aus: 2008 schafften es The Rockin‘ Lafayettes als Vorband für niemand geringeren als Mr. Chuck Berry engagiert zu werden.
Diese Band geht nicht „Back to the Roots“ – sie selbst sind „Roots“.
HANNES ‘JIMMI LAFAYETTE‘ BERNKLAU – voc/g/harmonica, ARNO LANG – voc/g, FERDI ROSCHER – db/bvoc, DIETER KOCH – d/bvoc
Beginn: 21.00 Uhr
Eintritt: 7,50 Euro/6 Euro erm.

Hörbeispiele: www.myspace.com/therockinlafayettes

Infos zu allen anderen Konzerten gibt es unter http://www.kaiserkeller-detmold.de oder http://www.myspace.com/kaiserkellerdetmold.
Dort können auch Tickets für die Konzerte reserviert werden.

Viel Spaß wünscht euch

Euer

Kaiserkeller Detmold
www.kaiserkeller-detmold.de
www.myspace.com/kaiserkellerdetmold
www.rockzoom.de