EUROVEGAS: Präsident weist Bischof zurecht!

13. Februar 2013

Bischof Joaquín María López de Andujar, in dessen Bistum in der Gemeinde Alcorcón der Zocker- und Geldwäsche-Komplex EUROVEGAS entstehen soll, hat am Montag in einem Manifest seine Sorge davor geäussert, dass unerwünschte Aktivitäten wie Prostitution, Geldwäsche und Drogen diesen Makro-Komplex begleiten könnten. Ausserdem sorge er sich, dass die aktuelle gesetzliche Regelung des Glückspiels in Spanien, den Gewinnmaximierungsinteressen einiger weniger geopfert werde könnte. Das war zuviel!

Ignacio Gonzalez, Präsident der Comunidad de Madrid, und ein absoluter Befürworter von EUROVEGAS riet dem Bischof darauf hin öffentlich, „sich lieber um seinen eigenen Kram zu kümmern!“ Es sei nicht zulässig, im Vorfeld unverantwortlich darüber zu spekulieren, was in EUROVEGAS einmal geschehen könnte. (Also bildlich: Wenn einer ein Puff baut, dann darf man dies erst behaupten, wenn die Damen zur Sache gehen, denn vorher sei es schließlich noch kein Puff. Bestechende Logik von Gonzalez!)

Vom Bischof kam darauf zurück, dass EUROVEGAS sich als eine schnelle Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit präsentiere, ohne seine hohen Kosten bezüglich der Moral und der Gesellschaft zu berücksichtigen, denn hier werde ein Geschäftsmodell propagiert, dass einige wenige schnell reich mache zu Lasten vieler, die dabei verarmten.

Bürgerinitiativen gegen das Projekt weisen speziell auf die „Gesetzgebung nach Maß“ hin, welche die Comunidad de Madrid dem Investor Sheldon Adelson zugesagt habe. Alcorcón werde – obwohl mitten in Spanien und der EU gelegen – zu einem Sonderwirtschaftsraum, einem Steuerparadies in ständigem Ausnahmezustand. Es sei empörend, Adelson würden praktisch alle Steuern erlassen, schwere und schwerste Fehler und Verstösse verziehen und Geldwäsche legalisiert. An die Schaffung einer großen Zahl von Arbeitsplätzen glaube niemand. Statt dessen gäbe es rechtlose Billigarbeitsplätze ohne Tarife, Mindestlöhne, soziale Sicherheit und ohne Gewerkschaften. Ausserdem sei Adelson zugesagt worden, ihm geeignet erscheinende Arbeitnehmer direkt aus dem Ausland einführen zu dürfen, vorbei an den spanischen Behörden und deren Genehmigungsverfahren. Er schafft also u.a. auch Arbeitsplätze für US-Amerikaner aus Las Vegas und Chinesen aus Macao…

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Merkels bizarrer Opportunisten-Krieg!

11. März 2010

Deutschland führt Krieg in Afghanistan. Mittlerweile trauen sich unsere wortklaubenden Politiker sogar, diesen auch als einen kriegsähnlichen Krieg zu bezeichnen. Einen Bürgerkrieg um genauer zu sein. Die richtigen gegen die falschen Afghanen. Karzai gegen Taliban. Wir stehen dabei auf Seiten Karzais, der ohne NATO keinen Tag überleben würde. Der Krieg geht also darum, dass die Afghanen unseren Strohmann und seinen Drogenclan gefälligst akzeptieren sollen. Die Taliban hingegen sind Pfui! Sie sind gegen Drogen und Mädchenschulen, das geht natürlich gar nicht und deshalb führen die westlichen Industrienationen einen selbstlosen, aufopferungsvollen Krieg am Hindukusch: Für Drogen und Mädchenschulen! In den Ländern um Afghanistan herum gibt es dieses Problem nicht. Es gibt jede Menge Drogen und Mädchenschulen, weswegen wir dort nicht militärisch eingreifen müssen! Auch gegen die Unterdrückung der Frauen durch Ganzkörperverschleierung mittels Burka kämpfen wir in Afghanistan, jedoch nicht in der Fußgängerzone von Bonn, wo wir die Vermummten tolerieren. Okay, das muss man jetzt nicht verstehen!

Wir haben aber große kulturelle Verständnisprobleme in Asien, weshalb der Krieg für uns nicht so gut läuft, wie die NATO sich das einst vorstellte. Nach neun Jahren des Mordens und Tötens wollen wir so schnell wie möglich da raus, nicht jedoch ohne das Ziel der Mission zu gefährden. Da sind kompetente Fachleute gefragt. US-Präsident Obama spricht (laut SPIEGEL, Heft Nr. 10/2010, S. 50) alle vierzehn Tage mit seinem zuständigen General fürs Grobe, dem General Stanley McChrystal und lässt sich – dessen Fachkompetenz nutzend – von ihm auf dem Laufenden halten. Der Vorgesetzte des US-Generals ist der deutsche Vier-Sterne-General Egon Ramms, einer der drei ranghöchsten Offiziere der deutschen Bundeswehr, und als Chef der NATO-Kommandozentrale im niederländischen Brunssum oberster Chef der ISAF-Einsatzes in Afghanistan. Er hat alle Informationen der ISAF und war in den vergangenen drei Jahren 16mal persönlich vor Ort in Afghanistan. Man sollte also annehmen dürfen, dass General Ramms ein gefragter Gesprächspartner deutscher Politiker in Sachen Landesverteidigung am Hindukusch sei, doch weit gefehlt! „Unseren Krieg“, den führt die Kanzlerin und ihre jeweiligen Verteidigungsminister ganz ohne die entsprechende Fachkompetenz. Merkel sprach vor drei Jahren einmal(!) für 25 Minuten mit dem General. Der Verteidigungs-Unglücksrabe und Quoten-Hesse Franz-Josef Jung sprach in fünf Jahren ebenfalls einmal(!) mit Ramms. Der Verteidigungsfreiherr von und zu Guttenberg mit den flatterhaften Statements, dem Ramms seine Hilfe per Brief angeboten hatte, sah erst kurz vor der Londoner Afghanistan-Konferenz die Notwendigkeit einmal(!) mit Ramms zu reden!
Vermutlich liegt die offensichtliche Ignoranz deutscher Politiker nicht in der Person von General Ramms begründet, sondern darin, dass er in einer NATO Position sitzt und die Dinge aus dieser Sicht sieht. Deutschlands Politiker haben ihre eigenen Hauptstadtnahen Führungszentren der Bundeswehr wo sie ihr eigenes Süppchen köcheln können. Denn Ramms, an der Spitze der ISAF- Befehlskette, schickt regelmäßig NATO-Partner in den „heissen Krieg“ in den Provinzen Helmand und Kandahar und damit in die Gefahr verwundet oder getötet zu werden. Sprächen deutsche Politiker mit ihm, dann wäre es viel schwerer, den deutschen Sonderweg der Einigelung in stark befestigten Lagern zu gehen. Ramms dazu: „Früher ging den Deutschen Wirkung vor Deckung, heute ist es umgekehrt!“
Selbstverständlich bin ich immer noch für sofortigen Abzug aus Afghanistan! Das ganze politische „rumgerede“ von „den Einsatz nicht gefährden dürfen“ ist schlicht dummes Zeug! Ein Fehler wird korrigiert, wenn man ihn erkennt und nicht ein paar Jahre später um irgendwelcher höherer Ziele wegen! Vermutlich stehe ich mit dieser Meinung im diametralen Gegensatz zu General Ramms? Aber angehört und auseinandergesetzt hätte ich mich als verantwortlicher Politiker auf jeden Fall mit diesem Soldaten. Ich müsste mir nämlich sonst den Vorwurf machen lassen, meinem Job und meiner Verantwortung gegenüber den Deutschen nicht gerecht zu werden. Aber diesen Vorwurf könnte man unseren Berufs-Opportunisten im Kabinett Merkel und der Kanzlerette an der Spitze tagtäglich machen…