Merkel möchte, daß in Syrien alles beim Alten bleibt!

17. Februar 2016

Zugegeben, ganz so drastisch drückte sie es nicht aus, „es würde jedenfalls viele, viele Menschen beruhigen, wenn in Aleppo und im Gebiet bis zur Türkei* eben niemand mehr umkommen müsste und nicht weitere Menschen sich auf die Flucht machen müssten.“ (Zitat: SPON), aber verlogener hätte sie es auch kaum ausdrücken können!

Die Millionen Flüchtlinge in und um Syrien herum sind unter den Bedingungen der letzten vier, fünf Jahren geflohen, in denen es keine russischen Jets über Syrien gab, wohl aber Terrororganisationen, die von der Türkei, Saudi Arabien, Frankreich, dem UK und den USA offen mit Geld, Waffen, Aufklärung und Logistik unterstützt wurden, beim Versuch des Regime-Change á la Arabischer Frühling. Assad wurde von Russland und dem Iran unterstützt. Unter diesen Bedingungen gab es bisher circa eine viertel Million Tote in Syrien und die haben hier in Deutschland und der EU niemanden gestört, bis die ersten Flüchtlinge kamen.

Es ist natürlich völlig klar, daß dies alles Putin’s Schuld ist. Er ist selbst für die Flüchtlinge verantwortlich, die schon in Deutschland ankamen, BEVOR das erste russische Flugzeug am syrischen Himmel auftauchte. Die Türkei ist seit Jahren Kriegspartei in Syrien, den IS offen unterstützend und die Kurden offen bekämpfend. Eine Flugverbotszone über einem Gebiet Syriens an der Grenze zur Türkei gelegen,wie Erdogans Sprachrohr Merkel sie jetzt fordert, bedeutete praktisch nichts anderes als eine faktische Ausweitung des türkischen Territoriums, eine de-facto-Annektion eines Teils Syriens durch die Türkei.

Die USA müssen dringend mit der Türkei sprechen, Klartext sprechen und entweder deren territoriale Ambitionen ruhen lassen oder deren NATO-Mitgliedschaft. Es kann doch wohl nicht sein, daß sich der Westen von Erdogan in einen heissen Krieg ziehen lässt, es sei denn, wir wollten das sowieso schon lange…
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*Es geht hier nicht etwa um „irgendeine Flugverbotszone“, sagen wir mal an der syrisch-irakischen oder syrisch-jordanischen Grenze oder gar um eine Enklave, einer sicheren Insel innerhalb Syriens, nein es geht um einen konkreten Sperriegel von Aleppo zur türkischen Grenze und da merkt man dann schon, daß es Frau Merkel oder ihrem türkischen Herrn und Einflüsterer um strategisch-taktische Gebiete und nicht um humanitäre Anliegen geht!

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Erdogan baut seinen Polizeistaat aus. EU und USA lamentieren!

11. September 2014

Im Schnelldurchgang bekam das Telekommunikations-Direktorat TIB am Montag Abend vom türkischen Parlament die gesetzliche Möglichkeit Internet Service-Providern binnen 4 Stunden und ohne Gerichtsbeschluss das Sperren von Websites vorzuschreiben, wenn von TIB (ohne Beweise!) behauptet wird, dass

– die nationale Sicherheit

– die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung

– die Verhinderung der Verübung eines Verbrechens

gewährleistet werden müsste. Diese Gummi-Paragraphen erlauben TIB praktisch jeden Mißbrauch!

Die USA(!) kritisieren weiter, dass TIB den Internet Datenverkehr ohne Gerichtsurteil abhören könne.

Die EU beklagte besonders den Vertrauensbruch, dass während eines Besuches der zuständigen EU-Kommissarin Neelie Kroes in Istanbul in der vorigen Woche dieses Gesetz nicht einmal von ihrem Gesprächspartner, dem Kommunikationsminister Lütfi Elvan erwähnt wurde. Sie fühlt sich zu Recht von den Türken verarscht…

Den Protestierenden von Gezi soll unter der Anklage eines geplanten und versuchten Staatsstreiches der Prozess gemacht werden, was für Demonstranten lebenslängliche Haft bedeuten könnte!

Wollen wir so ein Land in der EU haben? Genauso wenig wie die Ukraine! Glaubt noch jemand, dass sich die Türkei sogenannten demokratischen Normen annähern wird, um in die EU aufgenommen zu werden? Träumt weiter…


Erdogan beglückte jetzt auch die Türken in Frankreich!

22. Juni 2014

Seine 5. Kolonne in der EU, die UETD, veranstaltete am Samstag, den 21. Juni ein Meeting mit dem großen Führer in Lyon. Dessen Ansage kommt uns bekannt vor:

„620.000 Türken lebten in Frankreich. Sie sollten ihr Recht auf doppelte Staatsbürgerschaft einfordern, was ihnen Vorteile einbrächte.“ Tags zuvor, am Freitag, den 20. Juni, hatte der große Führer mit dem französischen Staatspräsidenten Hollande u.a. über die soziale Integration der Türken in die französische Gesellschaft diskutiert.

„Sie und ihre Kinder sollten ihre Kultur und Sprache nicht vergessen und sich nicht in die französischen Gesellschaft assimilieren. Die EU bräuchte diese europäischen Türken für ihren Kampf gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit. Ausserdem sollten die französischen Türken mindestens drei Kinder haben, fünf wären OK!“

Am 10. August sollten sie sich in Frankreich an den türkischen Präsidentschaftswahlen beteiligen. Wen sie dabei wählen sollten, das verriet er jedoch nicht…

Vor Ort in Lyon demonstrierten ca. 500 bis 1.000 Menschen gegen Erdogan, in einer von der alevitischen Organisation FUAF (Fédération de l’union des Alévis en France) durchgeführten Gegenveranstaltung. Erdogans Kundgebung fand ab 15 Uhr am Nachmittag im centre EurExpo von Chassieu (Rhône) statt, wobei der große Führer seine üblichen zwei Stunden Verspätung hatte. Nach Aussagen der Veranstalter von UETD sollen etwa 20.000 Teilnehmer, mehrheitlich Männer in der Halle gewesen sein. Die türkische Gemeinschaft im Raum Lyon soll etwa 40.000 Mitglieder umfassen.

Die mediale Resonanz vermittelt einen Eindruck größerer Gelassenheit in Frankreich, im Vergleich zu den deutschsprachigen Ländern?

http://www.liberation.fr/societe/2014/06/21/lyon-entre-500-et-1000-manifestants-contre-la-venue-d-erdogan_1047117

http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2014/06/21/97001-20140621FILWWW00110-lyon-manifestation-contre-la-venue-d-erdogan.php

 


Deutschland, durch Erdogans Brille…

25. Mai 2014

„Vor genau einem Jahrhundert, im Jahre 1914 zu Zeiten des ersten Weltkrieges, da kämpften osmanische Soldaten mit deutschen Soldaten Seite an Seite.“

Die Berichte dieser deutschen Soldaten, Politiker, Kaufleute und Missionare über den Genozid an den Armeniern, den es ja bekanntlich nach Erdogan überhaupt nicht gab, die erwähnt er „natürlich“ nicht.

Wir sind Jahrhunderte lang Schicksalsfreunde gewesen.

Unter den Türkenkriegen versteht man die Kriege zwischen dem sich nach dem Untergang von Byzanz im Jahre 1453 nach Norden und Westen ausbreitenden Osmanischen Reich und dem christlich geprägten Europa.

Die wichtigsten Gegner der Osmanen waren dabei anfangs die Republik Venedig, die Habsburgermonarchie und Polen-Litauen, ab dem späten 17. Jahrhundert kam als Gegner dann zunehmend das Russische Reich hinzu. Zeitweilig verbündet mit den Osmanen waren Mächte wie Frankreich, Schweden und Preußen. Polen-Litauen war im 17. Jahrhundert zwischenzeitlich mit dem Khanat der Krimtataren verbündet. Polnische Patrioten suchten im 18. Jahrhundert Bündnisse mit den Osmanen. Die Orthodoxen Staaten durchliefen im 15. und 16. Jahrhundert schwere Kämpfe, bei denen Konfliktparteien die Osmanen zu Hilfe riefen. Die Mehrzahl der „Türken“ im Sultansheer waren jedoch nicht die turksprachigen Muslime aus Anatolien, sondern von Beginn an Angehörige der regionalen Bevölkerung (Griechen, Bulgaren, Albaner, Serben, Bosnier, Vlachen). Es war nicht notwendig zum Islam zu konvertieren um im Osmanischen Reich Karriere zu machen. Die Hilfsvölker der Osmanen waren überwiegend orthodoxe Christen.[1] Die Eroberung Südosteuropas war demnach keine reine Invasion aus Asien, sondern auch eine Art von „Bürgerkrieg“ zwischen Anhängern und Gegnern der Osmanen.[2] (aus wikipedia)

Fassen wir zusammen: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Unter diesem Motto gab es häufig zeitlich begrenzte Allianzen europäischer Mächte mit dem Osmanischen Reich gegen deren europäischen Feinde.

Auch wirtschaftlich hielten wir stets zusammen. Das Deutsche Wirtschaftswunder wurde erst durch die türkischen Arbeitskräfte möglich. 

Ende der 1940er Jahre begann im Westen Deutschlands ein dynamischer wirtschaftlicher Aufschwung, der, unterbrochen lediglich von einer Konjunkturdelle in den Jahren 1966 und 1967, bis zur Ölpreiskrise im Jahr 1973 anhielt.
Die enorme Geschwindigkeit der Entwicklung lässt sich unter anderem daran erkennen, dass das Realeinkommen der durchschnittlichen Arbeiterfamilie bereits 1950 das Vorkriegsniveau überschritten hatte.[8] Bereits in ihrem Gründungsjahr 1949 hatte die Bundesrepublik „das Wohlstandsniveau und den Grad der Modernität“ erreicht wie vor dem Krieg.[9
Ab Anfang der 1960er Jahre ging der Investitionsboom langsam zurück. Die Kapazitäten konnten die Nachfrage befriedigen, der technische Rückstand war aufgeholt. Die Wirtschaft wuchs jedoch bis einschließlich 1973, dem Jahr der ersten Ölkrise, weiterhin sehr dynamisch, nur unterbrochen von der leichten Rezession des Jahres 1967: „Erst 1973 endete demnach der Nachkriegsboom.“[10]

Kurz vor dem sich abzeichnenden Ende des Wirtschaftswunders schloss die Bundesrepublik 1961 ein entsprechendes Abkommen mit der Türkei. Das Abkommen kam auf Druck der Türkei zustande. Anton Sabel, Präsident der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung (Vorläufer der Bundesagentur für Arbeit), äußerte am 26. September 1960, arbeitsmarktpolitisch sei eine Vereinbarung über eine Anwerbung türkischer Arbeitnehmer in keiner Weise notwendig, allerdings könne er nicht beurteilen, „wie weit sich die Bundesrepublik einem etwaigen solchen Vorschlag der türkischen Regierung verschließen kann, da die Türkei ihre Aufnahme in die EWG beantragt hat und als NATO-Partner eine nicht unbedeutende politische Stellung einnimmt.“[6 (aus wikipedia) Nach 20 Jahren Wirtschaftswunder kamen also die ersten Türken nach Deutschland, Herr Erdogan!

Jährlich entscheiden sich 4 Millionen deutsche Touristen für die Türkei. Viele sind auch in die Türkei eingewandert.

Die Türkei gilt zu Recht als schönes und gastfreundliches Reiseland. Gibt es irgendwo Zahlen über Deutsche ohne türkischen Migrationshintergrund, die im arbeitsfähigen Alter in die Türkei eingewandert sind? Wieviel Generationen Deutsche leben in der Türkei. Gibt es deutsche Problembezirke in türkischen Städten? Lernen ihre Kinder in den Schulen die deutsche Sprache, pflegen sie ihre deutsche Kultur und haben sie ihren Weg in den öffentlichen Dienst und in die türkische Armee gefunden?


Erdoğan missbraucht Religionsbehörde Diyanet als Drehtür!

18. Mai 2014

Die staatliche Religionsbehörde Diyanet hat stolze 100.000 Angestellte. Das sollte eigentlich ausreichen, doch weit gefehlt! In den letzten vier Jahren gab es 40 massive Einstellungskampagnen mit denen die AKP rund 40.000 ihrer Anhänger in die Religionsbehörde einstellte.

Dort sollten sie eigentlich als Koran-Lehrer, Imame, Prediger und Muezzine wirken, doch einmal drin in der staatlichen Behörde gibt es gesetzliche Hintertüren, die ihnen eine schnelle Versetzung in ganz andere Behörden und Positionen öffen, ohne dass die AKP dabei direkt in Erscheinung tritt!

So soll z.B. das Finanzministerium regelmäßig sein Personal aus der Religionsbehörde rekrutieren. Klar, man muss schon glauben können, dass die türkischen Finanzen in Ordnung sind!

Diyanet sieht hingegen alles vollkommen in Ordnung. Nach Artikel 74 des Gesetzes 657 könnten Angestellte staatlicher Institutionen (wie es die Religionsbehörde ist) einfach ihre Versetzung zu anderen staatlichen Stellen beantragen, also gestern Imam, heute Briefträger oder Polizist und morgen Finanzbeamter…

Diyanet ist also eine Sammelstelle mit Drehtür zur Einschleusung verdienter AKP-Günstlinge in den öffentlichen Dienst, die nebenbei gefragt, vermutlich nur Muslimen offen steht?

Auch durch Teilzeit-Jobs in Diyanet werden gesetzliche Regelungen unterlaufen. Mit denen können die eigentlich erforderlichen Scores (wie KPSS) für Einstellungen ausgehebelt werden. Dann wird der Teilzeitjob per „Omnibus-Gesetz“ (wie z.B. vom 14.06.2013 oder 30.06.2010) in einen Vollzeitjob umgewandelt und damit die Voraussetzungen für den Wechsel in andere staatliche Behörden geschaffen und das alles vorbei an den Wartelisten eigentlich Qualifizierter…

http://www.todayszaman.com/newsDetail.action?newsId=348039


Türkei, 17. Dezember 2013: Ups, nix passiert!

3. Mai 2014

Ein Staatsanwalt aus Istanbul hat in 60 Fällen von Korruptions- und Bestechungsverdacht, die am 17. Dezember 2013 zu spektakulären Verhaftungen geführt und einen Skandal von weltweiter Beachtung geführt hatte, die Akten wegen „fehlender Substanz“ geschlossen.

Der Skandal hatte zu Massenversetzungen und Entlassungen in nie erlebtem Ausmaß in Polizei und Justiz der Türkei geführt.

Aber nicht gegen alle der damals Verdächtigten wurden die Ermittlungen eingestellt. Gegen den iranisch-azerischen Geschäftemacher Reza Zarrab, einer der Hauptverdächtigen, sowie gegen des früheren Innenministers Muammer Gülers Sohn Barış Güler und des früheren Wirtschaftsministers Zafer Çağlayans Sohn Kaan Çağlayan wird offenbar weiter ermittelt? Sind da etwa welche bei Erdoğan in Ungnade gefallen?

Aber dafür wurde gegen die damals ermittelnden Staatsanwälte und Richter nun ihrerseits selbst Verfahren eröffnet und Vermögen beschlagnahmt, offenbar die späte, kalte Rache des Recep Tayyip Erdoğan?

Ansonsten läuft alles wie gehabt in der Türkei:
Außenminister Davutoglu bestreitet die international in der Türkei festgestellten Mängel in der Pressefreiheit und behauptet schlicht das Gegenteil!

Der Premier Erdoğan bedauert die gemeinsamen Toten von Türken und Armeniern, jedoch ohne den Massenmord beim Namen oder gar einen Genozid zu nennen, und fordert dazu auf die Vergangenheit endlich ruhen zu lassen und in die gemeinsame Zukunft zu blicken!

Die AKP beschloss die Begrenzung für Amtsträger auf maximal drei Legislaturperioden bestehen zu lassen, was umgekehrt darauf hinaus läuft, dass Erdoğan entweder im August für die Präsidentschaft kandidiert oder in Rente geht? Näheres dazu soll es nach einem Partei-Treffen am nächsten Wochenende geben…

Die NEW YORK TIMES forderte Erdoğan dazu auf, seine Krieg selbst zu führen und nicht zu versuchen, die USA für seine Zwecke einzuspannen. Auslöser war ein TV-Interview Erdoğans an einen US-Sender, wo er die US-Behörden dazu aufforderte, seinen in den USA lebenden Erzfeind Gülen an die Türkei auszuliefern oder zumindest aus den USA auszuweisen. Der hat eine Green-Card, lebt seit fast 20 Jahren unbescholten im US-Staat Pennsylvania und hat damit gewisse Rechte, die ihn vor Erdoğan schützen…


Wird Türkei zur Erdogan-Erbfolge-Dynastie?

10. April 2014

Durch die Telefon-Mitschnitte vor den Wahlen wurde erstmals klar wie eng Erdogans Sohn Bilal in die Geschäfte seines Vaters eingebunden ist. Die Türkei ist demnach quasi so etwas wie ein Familienunternehmen! Nicht nur in Größe, Macht und Bedeutung eifert Erdogan den Osmanen nach, sondern auch in der Vererbung der Türkei an seinen Sohn.

Die Wähler hat es jedoch nicht im Geringsten gestört und kaum sind ein paar Tage vergangen wird offiziell bestätigt dass die Summe von 100 Millionen* Dollar aus anonymer Quelle aus dem Ausland als Spende an Bilals Stiftung in die Türkei (zurück?) geflossen sind, in den vergangenen vier Jahren!

Sollten die Türken diesen Weg nicht konsequent weiter gehen?
Der Vater wird Präsident und zieht sich ein wenig aus dem Tagesgeschäft zurück und der Sohn wird sein Nachfolger als Premierminister. Die Mutter könnte Gesundheitsministerin werden, die privaten Krankenhäuser sollen ihr ja schon teilweise gehören?

Es gäbe reibungsfreies Regieren im Rahmen einer glücklichen Familie zum Wohle aller Türken und reich werden sie auch noch dabei, die Erdogans…
Die Türken bekommen eine Vorabend-Soap „Die Erdogans“, in der eine ehrenwerte Familie sich gegen allerhand böser Anfeindungen und Intrigen aus aller Welt erfolgreich zur Wehr setzt…
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Danke, dem aufmerksamen Leser, dem auffiel, dass ich mich bei der seltsamen Spende um den Faktor Tausend vertan habe, sorry;-))