Ein zerrissenes Frankreich wählt einen Präsidenten!

7. Mai 2017

Selbst wenn es am Ende des Tages das von den Medien prognostizierte 60 % : 40% pro-Macron-Ergebnis geben sollte wird danach wohl keine Ruhe einkehren. Frankreich wird aller Wahrscheinlichkeit ein in nahezu zwei Hälften zerissenes Land bleiben und erst die Parlamentswahlen im Juni werden vielleicht ein wenig Klarheit in das politische Bild bringen?

Aber die Situation in Frankreich spiegelt vielleicht ein bißchen die allgemeine Lage in Europa, angefangen vom BREXIT-UK über Frankreich bis hin ins Merkel-Deutschland?

Frankreichs Wähler sind gespalten in Stadt und Land, in Jung und Alt und in Arm und Reich. Die alten, reichen Städter wählen Macron. Die jungen, armen Franzosen aus den ländlichen und peripheren, de-industrialisierten Räumen wählen Le Pen, sofern sie keine Muslime sind. Sie tun es weniger aus Überzeugung, als aus Protest und weil sie glauben nichts zu verlieren zu haben? Große Religionsgemeinschaften, die Muslime, Juden und Protestanten haben ihre Gläubigen zur Wahl Macrons aufgerufen. Nicht so die Katholische Kirche in Frankreich, die mit dem Verweis auf den Laizismus diese Entscheidung ihren Gläubigen überlässt. Le Pen nennt dies eine indirekte Zustimmung der Kirche und sogar des Papstes für ihr Lager!

Auf einer Karte der Wahlergebnisse ist das Land senkrecht ungefähr in der Mitte in zwei nahezu gleichgroße Hälften geteilt, unterbrochen von nur wenigen Inseln der Gegenpartei. Der Osten wählte Le Pen und der Westen Macron. Le Pen wurde in den Großstädten mit einstelligen Ergebnissen marginalisiert und bekam gleichzeitig in ländlichen oder de-industrialisierten Gegenden über 30%.

Ähnliches wurde bei der Analyse des BREXIT im UK sichtbar. Man wird solche Statistiken wohl auch im September in Deutschland erwarten müssen? Gesellschaften zerfallen, entsolidarisieren sich, eine konsequente Folge der zunehmend neoliberalen Politik ihrer Regierungen. Was wird der nächste Schritt sein, etwa Bürgerkriege?

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http://www.elmundo.es/internacional/2017/05/07/590e018e268e3ed73a8b459c.html

http://www.elmundo.es/internacional/2017/05/07/590df0b9268e3eaa3c8b45a0.html

http://www.elmundo.es/internacional/2017/05/07/590e03eee5fdea60048b45ac.html

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