Islamisten. Gefährliche Verbündete der CAT-SEPs?

17. April 2015

Das Thema begleitet den katalanischen Separatismus (CAT-SEP) zwar prinzipiell schon länger, in den letzten Tagen und Wochen hat es sich aber real, rhetorisch, politisch-medial und polemisch zugespitzt.

Es geht um den Vorwurf von Madrid, dass die separatistischen Katalanen islamische Einwanderung nach Katalonien besonders gefördert und unter diesen Einwanderern besonders für ihre Zwecke geworben hätten.

Der unterstellte Hintergedanke: Diese Menschen sprächen weder Spanisch, noch fühlten sie sich Spanien, seiner Kultur und Geschichte verbunden und könnten deshalb schnell zu neuen Katalanen und damit zu CAT-SEP’s werden.

NOU CATALANS (1) heisst folglich der Verein, der mit Unterstützung der Generalitat unter den – hauptsächlich – Nordafrikanern aktiv für die Integration im Sinne der Separatisten wirbt. Speziell für diese Zielgruppe war das Wahlrecht bei Catalunyas Fake-Referendum so geändert worden, dass diese Einwanderer nach einem Jahr wahlberechtigt und damit Spaniern und Katalanen vollständig gleichgestellt waren in dieser iberischen Schicksalsfrage! Kein Wunder, dass Madrid dies nicht gerne sah. Man stelle sich einmal vor, Madrid ließe ein paar hunderttausend Chinesen einfliegen nach Barcelona, diese ein Jahr subventionieren und dann (ganz legal!) für den Verbleib Kataloniens in Spanien stimmen? Das Geschrei der Katalanen würde man bis nach Deutschland hören…

Die spanische Rechte wirft den CAT-SEP’s deshalb den Ausverkauf Kataloniens an die Araber vor und bedient damit latente alte Ängste einer Re-Reconquista der iberischen Halbinsel , diesmal durch den Islam und nicht von Süden, von Gibraltar her, sondern von den Großräumen Barcelona und Madrid ausgehend. Jüngst machte in der Ultra-Rechten Zeitung „LA RAZON“ ein Artikel über die CAT-SEP’s Furore, der in einer Art ‚Fake-Arabisch‘ geschrieben war und die Zukunft eines unabhängigen Kataloniens und dieses ‚Fake-Arabisch‘ als die zukünftige neue Sprache der Katalanen darstellen sollte. Polemik pur zwar, aber es wird darüber geredet…

Bekanntlich hat die Strategie bisher nicht funktioniert, denn trotz dieser Migranten-Unterstützung haben im November  nur ein Drittel der Wahlberechtigten, nämlich 80% der 40% der Wahlberechtigten, die an dieser Wahl teilgenommen haben, die Separatisten gewählt.

Nun gab es Festnahmen von Djihadisten im Metropolitan-Raum Barcelona. Nun wird in den Medien eine akute islamistische Gefahr beschworen und vor allem, nun wird die Schuldfrage gestellt. Es wurde angeblich Fotos von Sehenswürdigkeiten Barcelonas gefunden, die explizit unter deren strategischen Eignung für Anschläge aufgenommen worden seien und es soll Pläne gegeben haben eine Person in Spanien zu entführen, in einen der berüchtigten orangen Overalls zu kleiden und öffentlich á la IS zu enthaupten.

Die Katalanen werfen Madrid vor, nicht ausreichend über die Gefährdungslage informiert worden zu sein. Madrid wirft den CAT-SEPs gefährliche, unkritische Nähe zu Islamisten vor. Die autonome katalanische Polizei, die Mossos d’Esquadra, räumt mangelnde Koordination, Abstimmung und Information mit den nationalen Polizeien der Policía Nacional und der Guardia Civil ein. Alle schieben sich gegenseitig die Schuld an den Zuständen zu…

Die Gesetze sehen die Zuständigkeit Madrids für ALLE grenzüberschreitenden internationalen  Polizei- und Geheimdienstkontakte vor. Die Katalanen hingegen fordern, natürlich nicht ohne CAT-SEP-Hintergedanken, direkte Kontakte ihrer Mossos zu internationalen Polizeien und Geheimdiensten, eine faktische Anerkennung auf der Arbeitsebene sozusagen.

Tatsache ist, dass Madrid auf Hinweis seines Geheimdienstes vor über einem Jahr einen führenden Aktivisten von NOU CATALANS wegen „unerlaubten“ (geheimdienstlichen) Aktivitäten und wegen Salafismus unter Protest der CAT-SEP’s des Landes verwiesen hat. Ähnliches war dem mann zuvor schon in Belgien widerfahren. Ein Vorwurf Madrids an die Katalanen aus jüngster Zeit lautet, dass sich Vertreter der Generalitat de Catalunya mit diesem Islamisten in Nordafrika getroffen und Gespräche geführt hätten.

Inzwischen hat Barcelona erstmals eine Dienstvorschrift für die Mossos über den Umgang mit djihadistischen Personen, Gruppen, Ereignissen erstellt in der für jeden Mosso in jeder Lage und Situation der Umgang mit der islamistischen Gefahr geregelt wird. Das Innenministerium in Madrid hat u.a. die Bedrohungstufen neu geregelt. Bisher gab es vier Stufen mit jeweils drei Unterstufen, also 12(!) verschieden Stufen der islamistischen Bedrohung! Künftig wird es fünf Stufen der Bedrohung geben, ohne Unterstufen. Schöne Beispiele für die manchmal wahnwitzige spanisch/katalanische Bürokratie ;-)
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(1) http://www.nouscatalans.cat/

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Tritte, würgen, Schwitzkasten: Merkel will Obama fertig machen!

11. Juni 2013

Da meint der Kerl im Weissen Haus, er könne mal eben so in seiner zweiten Amtszeit in Berlin „einen auf Kennedy machen“ ? Weit gefehlt, denn Merkel ist im Wahlkampfmodus, so dass die zeitlich sehr unpassenden Enthüllungen über die gigantischen Datensauger der N.S.A., der C.I.A., des F.B.I.  und anderer, sie dazu zwingen – zumindest formal – deutsche Interessen zu verteidigen.

So wird sie also die berühmte Merkel-Vulva mit den Händen diesmal nicht vor ihrem Oberbauch machen, sondern um Obamas Hals gelegt und dann kräftig zudrücken und schütteln.

Zu diesem Anlass hat sie sich in ihrem besten Russisch-Olympiaden-Russisch von ihrem Freund Neuerdings-Solo-Putin extra die Bond-Bösewicht-Schuhe der Rosa Klepp, die mit den ausfahrbaren, vergifteten Stahlspitzen aus „Liebesgrüße aus Moskau“, ausgeliehen.

Nachdem einige wahlkampftauglichen Szenen im Kasten sind, wird Merkel sich dann mit Obama darauf einigen, dass Deutschlands Sicherheit vor dem islamistischen salafistischen Terror, der sogar die Hochwasser in Ostdeutschland zumindest propagandistisch ausnutzen will wenn nicht gar verursacht hat, es zwingend gebietet mit der Abhörerei vollumfänglich weiter zu machen, jedoch Deutschland  mit einigen Abhörkrümeln partizipieren zu lassen.

Ob diese tendenziell eher aus dem linken, dem islamischen oder dem rechten, gar dem NSU-nahen Lager stammen werden, das sollen die Fachleute des thüringischen Verfassungsschutzes zusammen mit ihren US-Kollegen entscheiden.

Jetzt müssen – des guten demokratischen Proporzes wegen – noch irgendwie der Herr Beck von den Grünen und natürlich die Ankündigungs-Ilse Aigner von der CSU medial mit einem Schnipsel-Spot bedacht werden.

Wenn das geregelt ist, dann steht es dem etwas ramponierten Obama frei am Brandenburger Tor sein Verslein aufzusagen:

Isch bihn aihn Böährliehnäa-Abhöarah!

Dah isch oire gehoimsten Gödahnkön böraihts könnäh, woiss isch am Böstän woas guht föäh oisch ihst!


Rückzug – überdenkt Frankreich Krieg gegen Mali? (von Jason Ditz)

30. Januar 2013

Regierungsvertreter distanzieren sich von Versprechen, alle Rebellen in Mali zu vernichten. Erst vor acht Tagen versprach der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, die französische Invasion Malis um jeden Preis fortzusetzen, bis jeder Widerstand ausgelöscht sei, und bezeichnete als sein Ziel die „totale Wiedereroberung” Malis.

Heute deutete der französische Präsident Francois Hollande an, dass die Rolle Frankreichs als führende Invasionskraft in diesem Krieg praktisch beendet sei, indem er sagte, dass es Zeit ist, dass die „Afrikaner die Sache übernehmen können.“

Offiziell gehen französische Regierungsvertreter von einem Sieg aus, wobei etwa Le Drian sagt, dass das Ziel des Militärs, die Bevölkerungszentren im Norden unter Kontrolle zu bringen, erreicht worden sei, obwohl die Truppen nicht weiter nördlich als bis Timbuktu vorgestoßen sind und nahezu zwei Drittel des Landes in der Hand der Rebellen verbleiben.

In der Praxis erfolgt dieser Wandel, nachdem Frankreich mit Kritik wegen den Tötung von Zivilisten konfrontiert ist und nachdem Regierungsvertreter eingeräumt haben, dass der Kampf härter ist als angenommen.

Das lässt vermuten, dass Frankreich sich noch einmal einen Krieg überlegt, von dem man geglaubt hat, er würde in wenigen Wochen zu einem umfassenden Sieg führen, und sich von dem Versprechen distanziert, Mali praktisch zu einer terrorfreien Demokratie zu machen.

erschienen am 28. Januar 2013 auf

http://news.antiwar.com/2013/01/28/hinting-at-pullback-is-france-rethinking-mali-war/

> Glen Ford – Der Herr als „Gast”: http://antikrieg.com/aktuell/2013_01_12_derherr.htm

Die Weiterverbreitung der Texte auf dieser Website ist durchaus erwünscht. In diesem Fall bitte die Angabe der Webadresse http://www.antikrieg.com nicht zu vergessen!


Mali: Die Guten benehmen sich wie die Bösen, was nun?

24. Januar 2013

Es waren selbverständlich nur allerhöchste moralische Gründe, die gegen die bösen Islamisten sprachen, die Frankreichs Präsidenten Hollande veranlassten die Grande Armee in Mali einrücken zu lassen und nicht etwa schnöde Rohstoffe, Bodenschätze, Energieressourcen. Deshalb ist ihm einwandfreies Benehmen so wichtig.

Weil er der ganzen Sache aber selbst nicht so richtig traut, hat er vorbeugend eine faktische Nachrichtensperre in Mali erlassen. Das bedeutet, es gibt keine „eingebetteten Journalisten“ und solche, die etwa auf eigene Faust zu reisen und berichten suchen, werden nach Kräften behindert.

Nun dringen da trotzdem verstörende Meldungen über NGO’s und Hilforganisationen an die Welt, die besagen, dass sich „Unsere“, also „Wir“, „die Guten“, genauso schlecht benehmen wie zuvor die Anderen, „die Bösen“, die Islamisten:

Sie, die Malier und ihre französischen Komplizen,  dringen unter dem Schutz französischer Bomber kampflos in von den Islamisten aufgegebenen Städte und Dörfer ein und rächen sich an der zurückbleibenden Bevölkerung. Da wird geraubt, vergewaltig und „gemassenmordet“, dass es nicht zum Ansehen ist, wegen der nicht anwesenden Journalisten. Praktischerweise tauchen dann auch keine youtube-Gräuel-Filmchen im Web auf, wie es im Falle der Handabsäbelnden Islamisten der Regelfall ist.

Tragen wir also logistisch zu diesen Verbrechen bei? Manche rufen ja schon seit dem ersten Tag nach der Bundeswehr auf Malis Boden. Nichts ist klar in Mali! Das ist so ziemlich das Einzige, was klar ist…

http://www.france24.com/en/20130123-mali-army-committing-human-right-abuses-france-drian


Mali: Hat sich der Westen dies wieder mal selbst eingebrockt?

14. Januar 2013

Über Jahre hinweg haben die USA versucht den militanten Islamismus mit ihrem ambitioniertesten Anti-Terror-Programm zu bekämpfen, das diese riesigen, unruhigen Streifen der Sahara jemals gesehen haben.

Aber als die Eindringlinge im vergangenen Jahr durch die Wüste kamen, liefen die Kommandeure der am längsten, besten und teuersten ausgebildeten Eliteeinheiten, das Ergebnis jahrelangen, sorgfältigen amerikanischen Trainings, mitten in der Hitze des Gefechtes einfach zum Feind über als man sie am meisten brauchte und nahmen Truppen, Waffen, Fahrzeuge und ihre neugewonnenen Fähigkeiten mit.

Es war ein totales Desaster, sagte ein Augenzeuge. Dann stürzte ein von den USA trainierter Offizier die gewählte Regierung von Mali durch einen Militärputsch und ermöglichte somit erst, dass mehr als die Hälfte des Landes in islamistische Hände fiel.

Mit Hilfe von Aufklärungsflugzeugen und -drohnen versuchten die USA bis heute zu verstehen, was überhaupt am Boden geschehen war und dies richtig einzuordnen.

Obwohl die USA seit langem davor warnten, dass ein westlicher Angriff auf die Islamistischen Stellungen Jihadisten aus der ganzen Welt anlocken und zusammen führen könnte und zu Terroranschläge, sogar in Europa, die Folge sein könnten, hat nur Frankreich diekt in den Krieg eingegriffen.

Die USA, militärisch engagiert in vielen Teilen der Welt und finanziell angespannt dazu, stehen im Moment eher auf den Standpunkt die Afrikanischen Staaten diese Dinge unter sich regeln zu lassen, nachdem sie in den letzten vier Jahren eine gute halbe Milliarde Dollar in genau diesem Gebiet Westafrikas zur Bekämpfung des militanten Islamismus „fehl-investiert“ haben.

Das Gebiet reichte von Marokko bis Nigeria und die USA sahen Mali als den Musterschüler an. Amerikanische Special Forces bildeten genau jene Kräfte aus, in allen Sauereien eines Guerillakrieges, mit denen man sich jetzt in Mali konfrontiert sieht!

Das Spektakel endete genau in dem Moment als „Schlachterprobte“, schwerbewaffnete Islamisten aus den Kämpfen in Lybien zurückkehrten und die schlecht ausgerüsteten Streitkräfte Malis überrollten. Das löste vor einem knappem Jahr einen Staatsstreich aus, der sich so schnell und unerwartet entwickelte, dass er für alle US-Kommandeure und Analysten unvorhersehbar war, vielleicht, weil es die unteren Ränge waren die putschten und nicht die Generäle, die immer mit den Amis plauderten.

Ein Special-Forces-Offizier widersprach dieser Darstellung. Die Situation in Mali habe sich über fünf Jahre zusammengebraut. Die Analysten hätten die großen Veränderungen nicht erkannt, wie die riesigen Waffenbestände, und die andersartigen, islamistischeren Kämpfer, die aus dem Lybien-Krieg zurückkamen…

http://www.nytimes.com/2013/01/14/world/africa/french-jets-strike-deep-inside-islamist-held-mali.html?hp&_r=1&