„Ups, da war noch was“, sagte Oleguer Pujol dem Finanzamt.

20. Januar 2015

Oleguer Pujol Ferrusola, Nesthäkchen der berüchtigten Pujol-Ferrusola-Sippe des katalanischen Nepotismus, hat sich jetzt selbst einen Namen gemacht, allerdings durch die wiederum familientypische Unverfrorenheit des Clans.

Oleguer hatte im vergangenen März, noch vor der Entdeckung des unversteuerten, angeblichen Erbes seines Vaters in Andorra, eine Steuererklärung abgegeben, in welcher der junge Mann den beachtlichen Betrag von 3,8 Millionen Euro an Auslandsvermögen deklarierte, pikanterweise in Steuerparadiesen wie auf den Kanalinseln, in Andorra und in der Karibik geparkt.

Dann platzte die Bombe mit seines Vaters Schwarzgeld in Andorra. Eines kam zum Anderen und heute wird gegen die gesamte Pujol-Ferrusola Sippe, bestehend aus Eltern, sieben Kindern und zum Teil deren Partnern, ermittelt.

In diesen Tagen wurden die ersten Mitglieder zur Vernehmung vorgeladen und verweigerten ungerührt die Aussage. Sie haben gute Aussichten, dass Liechtenstein, die Schweiz und Andorra den spanischen Ermittlungsbehörden die gewünschten Unterlagen verweigern, den diese Steuerparadiese verlangen VOR DER LIERFERUNG jeglicher Daten und Unterlagen DEN NACHWEIS durch die Anfragenden, DASS EINE WIRTSCHAFTSSTRAFTAT VORLIEGE, was ja für gewöhnlich erst das Ziel der laufenden Ermittlungen zu sein pflegt.

Doch zurück zu Oleguer Pujol-Ferrusola. Die laufenden Ermittlungen führten dazu, „dass ihm der Arsch auf Grundeis ging“, wie man in diesen feinen Kreisen zu sagen pflegt. Gegen ihn wird wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung ermittelt.

„Ups, da war noch was“, sagte da Oleguer Pujol dem Finanzamt und legte schnell noch eine Zusatz-Steuererklärung nach dem Modell 720 vor, nach der sein Auslandsvermögen auf wundersame Weise in einem halben Jahr von 3,8 Millionen auf 89,5 Millionen Euro angewachsen war. Das nenne ich mal eine Rendite!

Zuvor hatte er erzählt, nur Angestellter eines Immobilienfonds mit Namen DRAGO auf der Kanalinsel Guernsey zu sein. Jetzt räumte er eine Beteiligung von 6,3% im Wert von 80,9 Millionen Euro an DRAGO ein.

Ähnlich wie sein Vater Jordi Pujol i Soley es zuvor getan hatte, verwies er bei der Herkunft des Vermögens auf eine Erbschaft. Der Opa war sowieso ein bekannter Glücksritter und Steuerhinterzieher und die unversteuerten Millionen, die er (nur Teilen!) seiner Sippe hinterliess, machten Sohn und Enkeln nichts als Ärger…

PS:
Das Finanzamt verlangte das Testament von Opa. Da stand der fragliche Betrag, von dem Opas Tochter, Jordi Pujols Schwester, bis zur Veröffentlichung in der Presse im Jahr 2014 nichts wusste, folgerichtig nicht drin. Damit sind wir ermittlungstechnisch wieder am Anfang…

PPS:
Das Vermögen des 23 Jahre als Autonomiepräsident regierenden Jordi Pujol i Soley wird ähnlich wie das des Ex-Königs Juan Carlos I, in den niedrigen Milliardenbereich geschätzt. Jetzt streiten die Pujols sich über die Herkunft von 4 Millionen mit dem Finanzamt. Das ist zwar zum Einen lächerlich Angesichts der Summen, die in den Medien kolportiert werden, zum Anderen besteht für den Pujol-Ferrusola-Clan das Risiko, dass zufällig noch mehr rauskommt, wenn länger ermittelt wird…

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WER beraubt die Katalanen?

2. Januar 2015

Im Jahre des Herrn, anno 2009, begannen in Barcelona Ermittlungen gegen den Leiter des Musikpalastes von Barcelona Fèlix Millet und dessen engsten Mitarbeiter José Julián García de Eulate. Es war der Beginn des bis dahin größten ans Licht der Öffentlichkeit gekommenen Korruptionsskandals in Katalonien, kurz „Fall Palau“ (cat. „Palast“).

Den beiden Verdächtigen wird seitdem vorgeworfen, den „Palau de la Musica“ als Verschleierung dazu benutzt zu haben, regelmäßig illegale Provisionen für öffentliche Aufträge der Generalitat de Catalunya kassiert und an die CDC (die Partei des ewigen Jordi Pujol aber auch die seines Nachnachfolgers Artur Mas i Gavarró) weitergeleitet zu haben. Öffentlich wird darüber spekuliert ob dabei 3% ,4% oder gar 5% des Auftragswertes gezahlt worden und WIE diese Provisionen unter WEM aufgeteilt, gestückelt worden seien…

Die Beiden sollen sich auch persönlich reichlich bedient haben, sie mussten ja als Mitwisser, bzw. Mittäter zufrieden und ruhig gestellt werden!

Für einen ähnlichen Parallel-Fall, den Fall „Hotel de Palau“ wurden beide schon verurteilt. Bisher einzigartig in der an Korruptionsfällen nicht armen Geschichte Spaniens wurde der Sitz der CDC in der Carrer Còrsega beschlagnahmt…

Heute, ganze fünf Jahre später,  sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch nicht einmal in der Phase der mündlichen Verhöre angelangt. Statt dessen wird im Frühjahr der 5. ermittelnde Richter in diesem Fall Palau ausscheiden. Er wird in Rente gehen. Diese Korruptionsermittlungen haben also pro Jahr einen Richter „verschlissen“! Der sechste Richter wird wahrscheinlich schon gesucht?
Dazu muss man wissen, dass es in Spanien, zudem Katalonien immer noch gehört, nur etwa halb so viele Richter gibt als im europäischen Durchschnitt! Hier existiert also in der Justiz ein nicht unwillkommener Engpass an entscheidender Stelle.

Die Auswahl, die Lebenssituation und die Motivation der ermittelnden Richter haben nicht dazu geführt diese Ermittlungen in absehbarer Zeit zu einem ordentlichen Prozess vor einem ordentlichen Gericht zu machen…

Auch politische Eckdaten wie anstehende Wahlen wurden durch die Richter-Personalien wie von Zauberhand auf das Vortrefflichste für die CDC berücksichtigt. Der Haupt-Beschuldigte Fèlix Millet ist mittlerweise 79 Jahre alt, er schweigt wie ein Grab und befindet sich auf freiem Fuß…

WER beraubt also die Katalanen?


Madrid soll Katalonien Unabhängigkeit schenken, aber schmerzfrei bitte!

1. Oktober 2014

Entsolidarisierung von Gruppen und Individuen der Gesellschaft. Zerbröseln die EU, die Nationalstaaten, die Solidargemeinschaften und die Familien?

In der Schweiz gab es am letzten Wochenende eine Volksabstimmung in der die Meinung der Schweizer zu dem Vorschlag gefragt wurde, die derzeit 61 privaten Krankenversicherungen zu Gunsten einer einzigen staatlichen, gesetzlichen Krankenversicherung abzuschaffen. Der Vorschlag wurde abgelehnt!

Jeder einzelne befürchtete offenbar mit seinen Beiträgen Andere alimentieren zu müssen? Dies ist ein interessantes und ebenso verhängnisvolles Phänomen: Die Entsolidarisierung von Gesellschaften, Gruppen und Individuen.

Versicherungsbetrug ist Volkssport! Jeder versucht mehr heraus zu bekommen, als er eingezahlt hat! Ein verhängnisvoller Sport, bei dem es mathematisch nur zu Beitragserhöhungen kommen kann, bei denen alle Versicherten verlieren, während der Umsatz der Versicherung steigt! Betrogen wird dabei nicht die Versicherung, sondern die Mitversicherten, die Versicherungsnehmer, die Nachbarn, Freunde und Bekannten. Der Versicherung ist’s egal. Sie macht mehr Umsatz!

Die Katalanen wurden jahrelang mit dem Slogan „Spanien beraubt uns“ heiss gemacht, dabei war es der Clan des Ex-Präsidenten und rund hundert andere Familien, die die Autonomie aussaug(t)en, wie die Vampire. Diese Familien haben sogar den inoffiziellen Namen „Oasis“, die Oase, weil es dort Wohlstand, Labsal und Entspannung von den Mühen des Alltagslebens gibt. Man bereichert sich, heiratet untereinander, bringt sich gegenseitig in regelrechten Seilschaften in die richtigen Positionen und saugt das Land aus, während man laut schreit „Spanien beraubt uns!“

Dieser Jordi Pujol i Soley ist übrigens während seiner „Regentschaft“ keinesfalls als Separatist hervorgetreten, sondern hat für die jeweiligen in Madrid regierenden Großparteien PSOE und PP als Mehrheitsbeschaffer fungiert und sich dies gut honorieren lassen. Er war(ist?) in Madrid hervorragend vernetzt und hat auch erhebliche „Geschäfte“ in oder aus Madrid abgewickelt. Die unglaublichen, “Regierungsnahen” Geschäfte seiner Familie über lange Zeiträume hinweg konnten nicht ohne die Tolerierung durch Madrid erfolgen. Wie es scheint, ist jetzt auch der direkte geschäftliche Kontakt mit Artur Mas in einer gemeinsamen Firma gerichtsfest belegbar?

Eine seiner ersten Maßnahmen nach Bekanntwerden der unversteuerten Schwarzgeldmillionen in Andorra war es, seine eigene Stiftung, die im Nachhinein sein politisches Leben und Wirken zum Vordenker und Vorkämpfer eines katalanischen Staates umschreiben sollte, sang und klanglos zu schließen!

Das katalanische Bündnis CiU entspräche, in deutschen politischen Farben ausgedrückt, einer Gelb-Schwarzen-Regierung, mit Pujols Convergencia als dem größeren, liberalen Partner und der kleineren christlichen Unió des Josep Antoni Duran i Lleida. Artur Mas wurde als einer der engsten Mitarbeiter und aus einer mit den Pujols bekannten Familie als Nachfolger ausgewählt und aufgebaut. Pujol wollte und konnte damit gewährleisten, dass alles so weiterläuft zum Wohle der Beteiligten. Vielleicht stimmen die Gerüchte, die Artur Mas lediglich als Statthalter sahen, bis Pujols Sohn Oriol Pujol Ferrusola, der als Einziger seiner sieben Kinder in die Politik ging und im nahen Umfeld seines noch regierenden Vaters seine Karriere in Generalitat und CiU begann (und sich dabei gründlich bereichert haben soll, weswegen in mehreren Verfahren gegen ihn ermittelt wird und er inzwischen alle politischen Ämter und seinen Parlamentssitz niederlegen musste) seinem Vater als President de la Generalitat d’Catalunya im Amte nachfolgen und die Dynastie der Pujols (der Hügel) fortführen sollte?

Auch Mas ist erst spät auf den Zug der Sezessionisten aufgesprungen, als er eine Chance darin zu erkennen glaubte, sich an die Spitze der Unzufriedenen, der Bewegung der Straße setzen zu können und diese für “seine” CiU einzufangen. Jetzt gingen die Menschen nicht mehr gegen neoliberale soziale Kürzungen des Artur Mas und der CiU auf die Straße sondern gegen Madrid und für die Unabhängigkeit!

Das ist das Stierkampfprinzip: Der Stier erkennt seinen wahren Gegner in den meisten Fällen frühestens im Moment seines Todes. Vorher bekämpft er das Rote Tuch…

Wenn die spanische Regierung vor ein paar Jahren dem katalanischen Drang nach mehr Geld nachgegeben hätte, dann würden wir übrigens heute keine Unabhängigkeitsdiskussion führen! Es besteht übrigens noch immer die, wenn auch nur kleine, Chance einer finanziellen Einigung. Das Problem besteht darin, dass die Menschen emotional hochgeputscht wurden und noch immer werden und nur sehr schwer wieder vom “Baum der Hoffnung” herunterkommen können.

Es werden von verantwortungslosen Politikern völlig irrationale Hoffnungen zum Thema „Independència“ geschürt und alle Anflüge von Realität konsequent ausgeblendet. Die Katalanen sind dabei, diesmal wirklich zu Opfern zu werden und wieder werden sie nicht zu Opfern Madrids, sondern zu Opfern ihrer eigenen verkommenen politischen Klasse.

Ehrlicher wäre es, Ihnen brutal offen zu sagen:

Wollt ihr die Unabhängigkeit? Okay, dann könnte es euch im schlimmsten Fall passieren,
– dass ihr aus der EU, der NATO und der UN fliegt,
– dass ihr mit Spanien euren Hauptabsatzmarkt verliert,
– dass Banken aus Refinanzierungsgründen aus Katalonien abziehen,
– dass multinationale Firmen aus Steuergründen abziehen,
– dass es zu Verlusten an Arbeitsplätzen, Kaufkraft, Steuern kommt,
– dass der Hafen von Barcelona Hinterland und Bedeutung verliert,
– dass ihr Euch eine eigene Währung schaffen müsst,
– dass ihr 150* Milliarden Euro Anteil der Gesamtverschuldung tragt,
– dass Eure Renten nicht gesichert sind,
– dass Frankreich an Eurer Nordgrenze mißtrauisch und feindselig ist, wegen Eures Nationalkatalanismus, der an Grenzen nicht halt macht.

Schließlich und endlich sollte man ihnen noch sagen, dass sie Feiglinge und Weicheier wären, wenn sie verlangen, dass Spanien seine Verfassung bricht oder verformt, nur weil sie nicht den Mut hätten den Bruch illegal zu vollziehen (was Ihnen Oriol Junqueras von der ERC nur mit anderen Worten erklärt!).


Mas und Pujol und Brandtridge Establishment.

29. September 2014

Die Behörden des alpinen Steuerparadieses Liechtenstein informierten im September darüber, dass der aktuelle Präsident der spanischen Autonomie Katalonien Artur Mas in illegale Aktivitäten der Familie Pujol verwickelt sein könnte, mittels einer Gesellschaft mit Namen „Brandtridge Establishment“ die vom Pujol-Clan 2005 gegründet und 2014 aufgelöst worden sei.
Darüber berichteten die spanische EL MUNDO und die katalanische EL PERIODICO gleichermaßen.

Diese Gesellschaft habe Millionenbeträge in Steuerparadiesen von London aus kontrolliert.

Auch Mas war bereits einmal mit Schwarzgeld in Liechtenstein ertappt worden und auch er hatte dies damals als (beinahe lästige) Erbschaft seines Vaters deklariert, der wie der Vater von Pujol ein weit vorausschauender Ehrenmann gewesen sei, wodurch eigentlich alles vollkommen normal und sauber sei und keine Steuerhinterziehung vorläge ;-)

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Die spanische Eisenbahngesellschaft RENFE soll an einer gemeinsamen Gesellschaft mit der DEUTSCHE BAHN arbeiten, vermutlich mit dem Ziel, die Pünktlichkeit der Letzteren zu verbessern?


Pujol verarscht Katalanen, Mas geht über Rubikon!

27. September 2014

Einen Tag nach dem unglaublichen Auftritt des Ex-Präsidenten Jordi Pujol i Soley, in der Parade-Rolle der katalanischen Sezessionisten, der Rolle eines verfolgten Unschuldigen, setzte sein Zögling Artur Mas noch einen drauf: Er unterzeichnete das Gesetz mit der illegalen Eigenermächtigung der Katalanen, Befragungen (consultas), zum Beispiel am 9N2014 durchzuführen zu Themen, die außerhalb der Kompetenz der Autonomieregierung liegen. Dies verstösst so klar und eindeutig gegen die Gesetze, dass die Reaktion der Zentralregierung und des Verfassungsgerichtes nicht auf sich warten lassen wird: „alea iacta est!“

Pujol zelebrierte sich vor dem katalanischen Parlament als Wahlkämpfer in eigener Sache, als Ehrenmann, der während seines ganzen politischen Lebens, besonders aber während seiner 23-jährigen Regierungszeit als President der Generalitat d’Catalunya, sich ausschließlich dem Aufbau eines katalanischen Staates gewidmet habe und keinesfalls der persönlichen Vermögensvermehrung. Er sei nicht korrupt. Folglich habe er auch keine Geldkoffer in Bar in seinem Regierungspalast persönlich angenommen und durch eine direkt auf die Straße führende Nebentür einem seiner dort im Auto wartenden Söhne übergeben zu diskreten Überführung in ein Steuerparadies wie Andorra oder die Schweiz. Seine sieben Kinder und seine Ehefrau hätten auch nicht den Namen Pujol zu Geld gemacht mit vielerlei mehr oder weniger raffiniert eingestielten Firmen und Geschäften mit seiner Regierung und einem gewissen Artur Mas, nein, nein, nein! Alles total falsch, was die Presse so schreibt! Sicher auch ein glattes Fehlurteil, dass ein Gericht es als erwiesen ansah, dass sich seine Partei durch Provisionszahlungen und fingierte Rechnungen schwarz finanzierte (caso Palau). „Sein Baby“, die CiU akzepierte und beklatschte den unverschämten Auftritt des Alten. Der Rest des katalanischen Parlamentes war mehr oder weniger konsterniert und hatte Fragen, viele Fragen.

Fragen zu beantworten gehörte jedoch nicht zu dem genauestens ausgetüftelten Regieplan dieses Events. So wollen einige Parteien nun einen Untersuchungsausschuss in’s Leben rufen, den Alten vorladen und Rede und Antwort stehen lassen…

Die CiU muss sich nach dieser Veranstaltung aber fragen lassen, warum sie den Alten aller seiner Ehren, Auszeichnungen und Vergünstigungen entkleidete, wenn er doch so unschuldig, tüchtig und verdienstvoll war, wie sie ihn nun wieder sehen will?


9/11 in Barcelona: LA DIADA Riesenerfolg, sagen Veranstalter!

11. September 2014

Rot und Gelb uniformierte Menschenmassen ziehen ostwärts in Richtung Frankreich und Europa durch die Hauptverkehrsachsen Diagonal und Gran Vía Barcelonas, treffen am Platz Les Glòries aufeinander und verursachen einen Riesenstau! Es sind mindestens, wenn nicht noch mehr! Ein ganz klares Bekenntnis gegen Spanien, sonst wären diese ferngesteuerten Polit-Lemminge doch westwärts marschiert, Spanien entgegen?

Skeptiker würden wohl sagen, soviel Leute sind im Zentrum Barcelonas jeden Tag auf den Straßen unterwegs, okay, aber doch nicht Rot-Gelb-uniformiert und in eine Richtung marschierend?

Nun muss der Artur Mas, der als Präsident ALLER Katalanen zumindest offiziell nicht Partei ergreifen darf, schweigend hinter seiner Frau her stapfen! Die anderen herausgehobenen Separatisten geben sich indess voll dem Bad in der Menschenmenge hin. Ja, das hat schon auch Nachteile, so als Präsident!

Hunderttausende Pkws, über tausend Busse, die Metro, die RENFE und natürlich TV3 werden für das große Ziel der Separatisten missbraucht, denn diesen Einsatz bezahlen natürlich auch diejenigen Katalanen, die mit einer Abspaltung Kataloniens von Spanien nichts am Hut haben. Sie bezahlen ja auch permanent die Parallelstrukturen, welche die Generalitat systematisch aufbaut, Botschaften in aller Welt und die Medienagenturen, die dieses Projekt international verkaufen sollen.

Wenn dieser trotzig-verbockte Rajoy in Madrid und seine abhängigen kleinlichen Gerichte die berühmt-berüchtigte Volksbefragung, geplant für den 11/9 (gemerkt? Kein Zahlendreher, Absicht!) verbieten, dann müssen Alternativen her.

Die Spielverderber von ABC in Madrid melden heute, dass der echte Steuervermeider Jordi Pujol i Soley einst als Autonomie-Präsident die DIADA auf den falschen Tag gelegt hätte, wie peinlich!

Es soll ja der Niederlage der Stadt Barcelona von 1714 gegen die spanischen Truppen im Erbfolgekrieg (einem Bürgerkrieg) gedacht werden.

Nur: Die Schlacht habe zwar tatsächlich am 11.9. begonnen, Barcelona habe aber erst am 12.9. Mittags verloren und erst am 14.9.1714 offiziell kapituliert, so sagen es Historiker, die keine Hysteriker von der UAB sind…

Seit dem Lapsus von Jordi Pujol in den 80er-Jahren feiern die Katalanen also ihre Niederlage stets an einem falschen Datum, aber was soll’s?

Da die für den 11/9 angestrebte „Volksbefragung“ kaum Chance auf den verfassungsrechtlichen Segen des Gerichtes hat und deshalb wohl von diesem verboten werden wird, will Artur Mas vorgezogene Neuwahlen ausrufen und so seinen eigenen Untergang und den des Bündnisses CiU ausrufen. Er hat ja schon bei der letzten Wahl seine Sitze im Parlament halbiert. Ja, so sehen Sieger aus!

Wenn man bedenkt, dass Mas praktisch nichts erreicht hat ausser sozialen Kürzungen und seinen cervantescen Windmühlenkämpfen um die katalanische Unabhängigkeit, dann darf man ihm getrost das Ende seiner politischen Karriere prophezeihen! Der Dicke von der ERC grinst sich derweil einen ins Fäustchen…


Pujol: Haltet den Dieb, oder Victimismus, die alte Strategie katalanischer Separatisten!

20. August 2014

Der Ex-Präsident der Autonomie Katalonien, Jordi Pujol i Soley, gegen den wegen Steuerhinterziehung und anderer damit zusammenhängender Delikte wie Korruption und Geldwäsche ermittelt wird, hat wie angekündigt den Spieß umgedreht und seinerseits die Bank(en) bzw. Unbekannte in Andorra angezeigt, die seine Bankdaten illegal an den spanischen Staat weitergeleitet hätten.

Was zunächst absurd erscheint, könnte ihm jedoch wertvolle Zeit verschaffen, denn womöglich dürfen unrechtmäßig erlangte Daten nicht gegen Pujol verwendet werden? Bis zur Klärung dieses Sachverhaltes kann die ganze Untersuchung gegen Pujol womöglich gestoppt werden? Das soll dann gleich auch für die Ermittlungen gegen seinen Sohn gelten, der im September vom Untersuchungsrichter gehört werden soll. Ausserdem reklamieren sie das Recht für sich ein über den kompletten Datenaustausch zwischen Andorra und Spanien zu ihrem Fall informiert zu werden.

Die Zeitung LA RAZON titelt den Pujols gar die Aussage zu, „dass in ihrer Partei CDC die Verräter rebellierten, aber diese dafür bezahlen würden!“

Seine Partei CDC appelliert an alte, tiefsitzende Instinkte der Katalanen, den „Victimismus“, die Überzeugung stets Opfer der Verschwörung finsterer Mächte zu sein, wie es der spanische Staat, seine Justiz und seine Steuerbehörden für sie nun mal sind! Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die zunächst von Pujols Geständnis heftig geschockten Katalanen erneut darauf anspringen. Der besaß sogar die Frechheit, an einen anderen Ermittlungsfall gegen ihn aus seinen politischen Anfängen, den Fall „Banca Catalana“ zu erinnern, aus dem er einst auf geradezu wundersame Weise ungeschoren entkam. Da sieht er eine nahtlose Verschwörung des spanischen Staates gegen die Katalanen. Von diesem Punkt ist es nur noch ein kleiner Schritt seine mutmaßlichen, langjährigen Steuerhinterziehungen als politische Heldentat eines katalanischen Robin Hood zu bewerten!

„Die Spanier berauben die Katalanen“, so lautet der Slogan der Separatisten und „Pujol beraubt die spanischen Räuber“ wollen sie ihn jetzt als listigen Helden des Unabhängigkeitskampfes darstellen, wobei Pujol Zeit seines politischen Wirkens auf das Engste mit Madrid zusammenarbeitete, sich dies gewiss auch entsprechend honorieren ließ und erst in jüngerer Zeit auf den scheinbar unaufhaltsamen Zug der Separatisten aufsprang!

Vermutlich wird man es in Spanien irgendwie schaffen, den Mantel des Vergessens über diese Geschichte zu ziehen, wie beim Zaubertrick eines Magiers und am Ende wird NICHTS geschehen, denn eine ernsthafte Aufarbeitung der grassierenden Korruption liegt im Interesse KEINER Partei, da alle irgendwo, irgendwann, irgendwie betroffen sind oder waren…