Katalonien, zum Tag des Wassers: Wasser ist Leben, aber nicht für alle!

23. März 2013

Auch Spanien lebt im neoliberalen Privatisierungswahn. Eins der begehrtesten Ziele war die Privatisierung der Wasserversorgung. Damit die öffentlich- kommunale Braut für ihren privaten Freier schön war, wurden zuvor ordentlich die Preise erhöht. Dazu kam seit 2008 die Krise, eine unheilvolle Gemengelage.

In Katalonien führte dies in 2012 gegenüber dem Vorjahr zu einem starken Anstieg der Verfahren mit dem Ziel, die Wasserlieferung an säumige Zahler einzustellen. Ihre Zahl stieg von 27.000 auf 72.000 um mehr als das zweieinhalbfache an!

Die Plattform „Wasser ist Leben“ forderte vom katalanischen Parlament nun Zahlen über die tatsächlich vorgenommenen Sperrungen der Wasserversorgung. Anlässlich des Internationalen Tages des Wassers, des 22. März, legte die Plattform den Finger in die Wunde der Missstände in der nordostspanischen Autonomie.

In Katalonien sei die Wasserversorgung zu einer Ware und einem Geschäft verkommen, während die UN-Vollversammlung die Versorgung mit gesundheitlich unbedenklichem Wasser für Jedermann zum grundlegenden Menschenrecht erklärte.

Das Flusssystem sei ökologisch bedenklich belastet. Im Falle des Llobregat, des längsten und größten Flusses Kataloniens sei es die industrielle und die aggrarische Belastung, sowie die durch Pottasche, die im Bergbau anfiel.

Neuerdings drohe die größte Gefahr durch den Wahnsinn des Frackings!

Zuständige autonome Organe nähmen ihre Aufgaben nicht wahr. Private Firmen operierten ohne Verträge. Freier Wettbewerb und Konkurrenz seien trotz Privatisierung beeinträchtigt. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor?

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Krise, Geldkuverts, Abhör-Mikros, Korruption: Zerbröselt die spanische Demokratie?

12. März 2013

Zunächst dachte ich, Spanien habe lediglich ein monarchistisches Problem mit einem schwanzgesteuerten Großwild- und Provisionsjäger „im dritten Frühling“ auf dem Thron. Das war ein Irrtum! Den Mann haben Mutter Natur und die Zeit, das heisst seine Gesundheit, inzwischen ganz alleine ruhig gestellt. Es ist viel schlimmer:

Das demokratische System aus politischen Parteien, regionalen und nationalen Regierungen, Institutionen und Gerichten stellt sich inzwischen selbst in Frage. Es scheint wie die Muleta beim Stierkampf. Was wichtig ist, verbirgt sich dahinter.

Dieses „wichtige dahinter“ ist ein dicht-gewebtes Korruptionssystem aus Familienangehörigen, Verwandten, Freunden und Geschäftspartnern, die über ein Geflecht zahlloser Firmen die öffentlichen Mittel des Landes absaugen und in die eigenen Taschen umleiten, vorbei an jeder echten Ausschreibung, Angebots- und Leistungskontrolle, wobei offenbar jeder jeden korrumpiert?

Weil diese korrupte Klasse sich und das Land kennt und niemanden traut, wird das geraubte Geld gerne steuerfrei außer Landes gebracht und in Steuerparadiesen gebunkert. So sind zuweilen ganz erstaunliche Vermögen entstanden. Fragen dazu werden im Allgemeinen nicht gestellt, selbst wenn für jeden ersichtlich, der Lebensstandard nicht dem offiziellen Einkommen entspricht.

Es liegt auf der Hand, dass auf einem Land mit einer solchen politischen Klasse ein schweres Handicap lastet. Alles verteuert sich maßlos. Die Qualität der Leistungen wird gleichzeitig schlechter. Durch die systematische Steuerhinterziehung sind die öffentlichen Kassen leer, Leistungen werden gekürzt oder gestrichen.  Spanien wird durch ein Heer von Schmarotzern geschwächt.

Eine demokratische Opposition, die diesen Namen verdiente, ist nicht vorhanden. Sie hat selbst in ihrer Regierungszeit total abgewirtschaftet. Weil alles auf die Skandale der PP fixiert ist, merkt kaum einer, dass es daneben gerade leise die PSOE zerbröselt…

Beide Parteien haben das Land in die „mierda“ geführt und einer ganzen Generation die Zukunft geraubt. Sie haben aber auch den Glauben und das Vertrauen in die Demokratie selbst stark geschädigt.

Leider ist vorerst kein Ende abzusehen.  Das Schlimmste sei überwunden, dürfte einer der dümmsten Sprüche des traurigen Tropfes sein, der das Land zu führen vorgibt. Er steckt bis über beide Ohren in diesem Sumpf und wirkt manchmal so, als könne er es selbst nicht fassen, noch nicht „zurückgetreten worden“ zu sein.

Er und seine Kumpane sind durch die Korruptionsfälle Gürtel und Bárcenas schwer angeschlagen. Nur Optimisten glauben, dass diese beiden offenbar verbundenen Korruptions-, Betrugs- und Steuerhinterziehungsfälle mehr sind als die Spitzen eines Eisberges, dessen größter Teil noch unter Wasser der Entdeckung harrt.

Sie leugnen alles kategorisch ab. Sie versuchen Zeit zu gewinnen. Sie vertuschen und verzögern. Kompetenzgerangel, genehme Richter, die ganze Palette der Möglichkeiten. Sie stützen sich vorerst gegenseitig, denn fällt einer und packt dann aus, dann dürfte der Teufel los sein in Spanien. Dann ist Revolution angesagt!


Krise erreicht spanische Vollblüter: Immer mehr Rassepferde enden im Schlachthof!

10. März 2013

Sind im Jahr 2008 noch 6.303 Pferde in spanischen Schlachthöfen getötet worden, so stieg diese Zahl in 2012 auf 73.473 Pferde, etwa das Zwölffache, an! Das sagen zumindest die offiziellen Zahlen des Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. Experten glauben nicht, dass dieser Anstieg mit einer höheren Nachfrage nach Pferdefleisch zusammen hängt, das in Spanien hauptsächlich in den an Frankreich angrenzenden Landesteilen verzehrt werde. Die Hauptmenge des Pferdefleisches würde nach Frankreich und Italien exportiert, aber auch vermehrt im Internet angeboten.

Die vermutliche Ursache sei die Verarmung von Leuten in der Wirtschaftskrise, die sich in besseren Zeiten einen Vollblüter geleistet hätten und diesen jetzt nicht mehr unterhalten könnten.

Ähnliches geschah seinerzeit in Irland, wo Pferde sogar einfach ausgesetzt wurden und halb verhungert und halb verdurstet durch Städte und Dörfer vagabundierten, weil sich deren Besitzer die Kosten für den Schlachter ersparen wollten.

Kosteten Vollblut-Pferde der „Pura Raza Española“ in Boom-Zeiten noch zwischen 10.000 und 300.000 Euros, was gewissenlose Züchter quasi zur fabrikmäßigen Produktion von Pferden veranlasste, sei deren Preis in Krisenzeiten in Extremfällen auf 1.000 Euro gefallen.

Auch die Vernachlässigung durch überforderte Besitzer, was in dem iberischen Klima oft einem Todesurteil gleich komme, habe stark zugenommen. Die irgendwann alarmierte Polizei fände bei ihrem Eintreffen dann verhungerte und verdurstete Tiere vor, denen nicht selten der sie identifizierende Chip herausgeschnitten worden sei.

Auch eine Rolle spielte die Privatisierung der Aufsicht über die spanische Rasse-Pferdezucht, die 2007 vom Verteidigungsministerium an ANCCE, eine Gruppe von Züchtern privatisiert wurde. Die Zahl der Pferde habe darauf hin zunächst stark zugenommen. Die Zahl der Einträge in die Zuchtbücher sei in der Krise um 60 Prozent gefallen.

http://www.lavanguardia.com/vida/20130307/54369046579/aumento-sacrificio-caballos-pura-raza.html


Trotz Krise: Deutsche Industrie kann vor Kraft kaum laufen, aber…

20. November 2012

dreissig Prozent der Firmen planen einen Stellenabbau in 2013! Arbeitskräftemangel? Import von jungen, gut ausgebildeten, flexiblen und vor allem billigen Auländern? Alles Schnee von Gestern? Heissa, die FAZ jagt eine neue Sau durch’s Dorf!

Das „arbeitgebernahe“ Kölner IW sieht tausend Gründe für den Stellenabbau. Lohnt sich nicht, die hier aufzuführen! Sie sind ohnehin beliebig, ganz wie man’s gerade braucht!

Die Krise, der Gegenwind, das geringe Wirtschaftswachstum, die widerspenstige Zurückhaltung des deutschen Autokäufers. (Gebrauchsanweisung: Die Argumente nach jedem Gebrauch bitte einmal durchschütteln, sonst merkt noch einer, dass es immer die selben sind!)

Die freie Wirtschaft tut, was sie in solchen Zeiten immer tut, sie schreit nach protektionistischen Maßnahmen der Politik:

Steuersenkungen, zumindest keine Erhöhungen, Sozialabbau, pardon, das heisst natürlich „Nutzung aller Spielräume für Abgabensenkungen in der Sozialversicherung“, die Gratis-Bereitstellung einer Super-Infrastruktur und die schnelle Rückkehr zu Kernenergie und Atomstrom, äh… zu einer „überzeugenden Lösung der Energiewende“! Alles wie immer, alles klar?

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/konjunktur-schwaecht-sich-ab-fast-30-prozent-der-deutschen-firmen-planen-stellenabbau-11965062.html


George Soros im Schafspelz, ruft in SPON zum EU-Putsch gegen Deutschland auf!

9. September 2012

Soros beschreibt als Partei, als großer Player des Kapitalmarktes, was Deutschland tun sollte um, ja was wohl, um genau diesen Kapitalmarkt zufriedenzustellen und ohne Störung am Laufen zu halten.

Deutschland hält sich weitgehend an die abgeschlossenen Verträge, die aber offenbar aus Sicht anderer das Papier nicht wert sind, auf das sie geschrieben sind. Eine verhängnisvolle Tendenz wird zur Mode…

Wie konnte es nur geschehen, dass heute einige Länder Gläubiger und andere Schuldner sind? „Gottgewollt“ war das nicht, da muss wohl etwas anderes geschehen sein?

Die Zinsnachteile wegen angeblich erhöhten Risikos, wurden den Schuldnerstaaten übrigens nicht von Deutschland auferlegt, sondern vom Kapitalmarkt, der sehr gerne hohe Gewinne risikolos einstreicht.

Wer verbreitete die Krise von Land zu Land? Deutschland, der liebe Gott oder Männer wie Herr George Soros, die daran verdienen wollen und dies nicht zu knapp?

Deutschland soll führen oder austreten verlangt Soros. Es bedeutet in beiden Fällen Deutschland soll bezahlen! Er verlangt eine 180 Grad Wende von Deutschland, die er anderen natürlich nicht zumuten will.

So schlägt er einen Putsch der EU-Südwest-Schiene Frankreich, Spanien und Italien gegen Deutschland vor, der zu Deutschland Hinauswurf aus dem Euro führen solle. Trotzdem müsste Deutschland natürlich auch in diesem Fall die Rechnung bezahlen.

Soros erinnert mich an einen Schlachter, der das Messer in der Hand hinter dem Rücken haltend, einem störrischen deutschen Rindvieh bedeutet, dass es besser sei den Schlachthof freiwillig zu betreten, da ein Rücktritt vom Eintritt es unterm Strich teurer zu stehen käme…

Man stelle sich eine ähnliche Forderung von deutscher Seite vor und das daraus resultierende Geschrei! Soros ist mit seiner Forderung eine Art finanzmarktpolitischer Quartalsirrer, ähnlich wie dieses aussenpolitische Dob Rindvieh aus Bayern wenn Saure-Gurken-Zeit in den Medien ist.

Ich teile seine Analyse in vielen Punkten, besonders was die Unmöglichkeit eines Zweiklassen-Europas betrifft und das Kaputtsparen einer ganzen Generation in der EU-Südschiene. Dies darf, kann und wird nicht geschehen!
Die Schwäche seiner Argumentation liegt in seinem Blickwinkel, dem eines Fachidioten des Finanzmarktes, den nur interessiert,  das das Ding wieder möglichst einträglich und ungestört brummt…

Ich denke dagegen, das die Überwindung, Entmachtung, Formung und Gestaltung dieses Finanzmarktes der zielführende Weg für Europas Völker ist. Da ist dann für Exoten wie George Soros primär kein Berater-Bedarf mehr vorhanden.

Künftige Transferleistungen, die durchaus sinnvoll und notwendig sein können müssen bilanzneutral sein und unter Ausschluss von Banken direkt zustande kommen. Wenn ein Dienstleister, das sollen Banken ja eigentlich sein, zum eigentlichen Hauptproblem wird, sollte man seine Einkaufsstrategie kritisch überprüfen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/george-soros-deutschland-muss-fuehren-oder-aus-dem-euro-austreten-a-854595.html


Rajoys Uhr tickt, doch die Sozialisten fallen aus…

7. August 2012

Rajoys PP hat 8 Prozent in den Umfragen verloren, seit den Wahlen vom 20. November 2011. Das ist die gute Nachricht! Die schlechte ist, dass die PSOE davon kaum profitiert. Der Wähler traut ihr nichts zu. Sie konnte sich deshalb nur um 1,2 Prozent zur Novemberwahl verbessern und liegt noch immer um 6,7 Prozent hinter der PP zurück, que maldita mierda!

Auch die anderen Parteien konnten sich im Vergleich zur Novemberwahl nur marginal verbessern. Die katalanische CiU hat sogar deutlich an Zustimmung verloren seither.

Faktisch bedeutet dies eine Freikarte für Rajoy, der nicht mit nennenswertem parlamentarischen Widerstand rechnen muss.

Aber der Widerstand wird von der Straße kommen. Es ist vollkommen undenkbar, dass sich die Spanier diese 102 Milliarden-Sparorgie, geplant durch Einsparungen hauptsächlich im Sozial- und Bildungsbereich, gewaltfrei antun lassen werden!

http://www.lavanguardia.com/politica/20120806/54334231136/pp-cae-cuatro-puntos-julio-reduce-ventaja-psoe.html


The United Banks of America, formerly known as USA.

17. April 2012

Schöner, strahlender und größer als Phoenix steigen die fünf größten US-Banken nach der Krise aus der Asche, die von den Vermögen Millionen Amerikaner übrig geblieben ist.

„…die Bilanzsumme der fünf großen Häuser JP Morgan, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und Goldman Sachs Ende 2011 laut Berechnungen der Agentur Bloomberg auf 8.500 Milliarden Dollar gestiegen, was 56 Prozent der Wirtschaftsleistung der USA entspricht. 2007 betrug dieser Anteil nur 43 Prozent. Damit sind die großen Fünf im Bezug zur Realwirtschaft ungefähr doppelt so groß, wie noch vor zehn Jahren… Die Bank of America, die nach Bilanzsumme Ende 2011 um 50 Prozent größer war als 2006, versichert, sie könne im Notfall 29 Monate ohne Staatshilfe überleben…“   (Zitat: boerse.ARD.de)

Ende gut, alles gut? Nicht ganz! Die wieder im Geld schwimmenden US-Banken gelten trotzdem als unterfinanziert und sollen deshalb die Basel-III-Regeln einhalten, was konkret eine Erhöhung der Liquiditätsreserve von 2,5 Prozent zusätzlich auf die 7 Prozent der neuen US-Vorschriften bedeuten würde. Klar, dass Wall Street dagegen Sturm läuft: Der reinste Sozialismus sei das, der Untergang des Kapitalismus nahe ganz bestimmt…

Und wenn nicht, dann gehören die ganzen USA, mit allem was dazu gehört, in zehn Jahren diesen fünf Banken!

http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_605150