Frankreichs Ex-Premier Manuel Valls wechselt die Seiten!

27. Juni 2017

Der zuletzt vom Pech verfolgte Ehrgeizling war von März 2014 bis Dezember 2016 französischer Premierminister und damit Regierungschef der „unterirdischen“ sozialistischen Regierung des Sozialisten François Hollande. Zuvor war er seit Beginn von Hollandes 5-Jahres-Regierungsperiode im Mai 2012 französischer Innenminister.

Heute gab er in einem Radio-Interview bekannt, daß er nach 37 Jahren die PS verlassen habe, oder diese ihn verlassen habe* und daß er künftig als einfacher Abgeordneter in der Gruppe der Macron’schen Regierungsmehrheit LREM und MoDem mitarbeiten wolle. Sein nur sehr knapp gewonnenes Abgeordnetenmandat (nur ca. 130 Stimmen Vorsprung, seine Linke Gegenkandidatin hatte wegen Unregelmäßigkeiten eine Nachzählung verlangt!) will er aber behalten und ausüben.

Der 1962 in Barcelona geborenen Valls ist Kind spanisch-schweizerischer Eltern und entschied sich erst mit 18 Jahren, zu Beginn seiner politischen Tätigkeit, für die französische Staatsangehörigkeit. Ob er noch einen Spanischen und oder Schweizer Pass besitzt ist nicht bekannt. Eigentlich also ein echter Europäer?

In seinen Ämtern unter Präsident Hollande zeigte er sich ehrgeizig, unsolidarisch und zunehmend illoyal. Seine Absetzbewegung kam aber zu spät und er hatte keine Freunde in der PS. So verlor er die Vorwahlen der PS gegen den Parteilinken Benoît Hamon klar und aus war sein Traum von einer eigenen Präsidentschaftskandidatur.

Jetzt waren seine Tage in der PS eigentlich gezählt, zumal er sie öffentlich für tot erklärte und diese deswegen ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn einleitete. Er diente sich bereits vor dem zweiten Wahlgang in peinlicher Weise Macron und dessen LREM an, doch diese hielten ihn hin, ließe ihn zappeln, die Sache „Personalie Valls“ blieb vor der Wahl offen.
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*(Valls drückte sich so eindeutig zweideutig aus, daß getrost von seinem Rauswurf ausgegangen werden kann. Mal sehen wie lange es dauert, bis er in der neuen Regierung irgendwo auftaucht? Aber vom Prestige her betrachtet gibt es zum Innenminister und Premierminister kaum eine Steigerung. Insofern wäre es für Valls also ohnehin eine Art von Abstieg.)

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