Katholische Kirche sorge für permanente Spannungen in der spanischen Politik

19. Januar 2011

Santiago Carillo, La difícil reconciliación de los españoles, Edition Planeta, 2011.

Die permanente Spannung in der spanischen Politik rühre von der Rolle der Kirche sagte Carillo an diesem Dienstag – laut 20minutos – bei der Vorstellung seines neuen Buches. Der jahrzehntelang im Untergrund lebende ehemalige Führer der Kommunistischen Partei Spaniens und seit dem Ende des vorigen Jahres Ehrenbürger seiner Heimatstadt Gijon* sagt, die Demokratie hätte der (katholischen) Kirche ausserordentliche Privilegien eingeräumt. Aber „unsere“ (die spanische) Kirche gleiche mit ihrer mittelalterlicher Mentalität von Kreuzzug und Wiedereroberung in nichts, der anderer Länder.

Während im Rest Europas die Kirche seit über einem Jahrhundert vom Staat getrennt sei, agiere sie in Spanien noch immer als entscheidende politische Kraft. Einer der stärksten Unterstützer des Franquismus, habe noch immer großen Einfluss auf die Erziehung und Sozialgewohnheiten der Spanier.
Die spanische Kirche sei sehr Rechts und „nationalkatholisch“ orientiert.

(Persönliche Anmerkung von mir: Dieser Umstand wird sicher nicht besser, wenn der reaktionäre deutsche Papst jüngst Kleriker , die – als Kriegspartei auf Seiten Francos – zum Opfer des spanischen Bürgerkriegs wurden, im Kollektiv selig spricht!)

*Die Vertreter der PP blieben der Ehrung Carillos fern. Im Kommentarbereich des Beitrags von 20minutos herrscht ein Ton, als sei der Spanische Bürgerkrieg erneut ausgebrochen. Die Seiten stehen sich anscheinend unversöhnlich gegenüber. Das Thema ist in Spanien nie wirklich aufgearbeitet worden.

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