70 Jahre DER SPIEGEL: Ein Abstieg vom seriösen Nachrichtenmagazin zur schnell zusammengeschusterten NATO-Propaganda-Site.

Da haben die Strategen bei SPON mal wieder einen Artikel zusammengehauen, der wie sogar schon eigene Headline und Subheadline zeigen, auf puren unbelegten Vermutungen gegen Russland und speziell Putin beruht, aber zeitlich total passend zum Neuen Kalten Krieg und der gleichzeitig laufenden NATO-Aufrüstung an den Grenzen Russlands erscheint. Man arbeitet anscheinend Hand in Hand mit der NATO bei SPON?
http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-geheimdienste-wladimir-putin-ordnete-kampagne-zur-wahlbeeinflussung-an-a-1128992.html

Behauptet aber nicht belegt wird, daß Putin sich persönlich mit der Beeinflussung des Wahlergebnisses der US-Wahlen befasst habe, weil er Hillary Clinton fürchtete und ihm Donald Trump lieber erschien als künftiger Gegenpart.

SPON bezieht sich auf eine 25-seitige Zusammenfassung der US-Geheimdienste für die Öffentlichkeit, die zwar hübsch und wichtig aufgemotzt ist, aber ebenfalls keinerlei Beweise für die darin aufgestellten Behauptungen bietet. Die Schlapphüte machen den „de Maizière“ nach dem Motto, ein Teil unseres Wissens könnte die Öffentlichkeit beunruhigen und den bösen Russen aufzeigen, was wir alles von ihnen wissen.

Die 25 Seiten, Titel, diverse Inhaltsverzeichnisse, Vakatseiten und schlappe 7 bunte Geheimdienstlogos bzw. -siegel mit eingerechnet, weisen drei verschiedene Paginierungen auf. Schon auf Seite 1 weisen die Autoren dieses Machwerks offen darauf hin daß es praktisch „für den Arsch“ erstellt worden sei, denn man könne der Öffentlichkeit aus Geheimhaltungsgründen nicht sagen WAS man WOHER wisse und folglich NICHT beweisen könne, aber bitte glaubt uns doch einfach…

Während man sich ausführlich über die Ausdrucksgepflogenheiten dieser Kreise auslässt, über Abstufungsgrade von Vermutungen, Annahmen und Wahrscheinlichkeiten, die wiederum auf älteren Vermutungen, Annahmen, Feindbildern und Wahrscheinlichkeiten beruhten, nicht aber auf ermittelten Fakten, wird in einer Fußnote nebenbei erwähnt, daß nicht untersucht worden sei, wieweit russische Politiker die US-Wahlen beeinflusst hätten. (…We did not make an assessment of the impact that Russian activities had on the outcome of the 2016 election..)

Da aber jeder Schritt im Netz Spuren hinterlasse, könne man diese bis zu jenem abgelegenen Kreml-Scheisshaus zurückverfolgen, in das sich Vlad Dracula Putin erfahrungsgemäß mit hoher Wahrscheinlichkeit stets dann zurückziehe, wenn er seinen allergeheimsten übel(riechend)sten Absichten nachgehe.

Ein siebenseitiger Annex A stammt sogar nach eigener Fußnote von einer NGO und nicht den drei Geheimdiensten CIA, FBI und NSA und wurde bereits 2012 veröffentlicht, so aktuell ist man in diesen Kreisen bei der Verarschung der US-Öffentlichkeit. SPON hat damit offenbar kein Problem? Darin heult man sich ausführlich über RT America TV aus, einen mit russischer Finanzierung in den USA agierender TV-Sender, der seine Finger beharrlich in alle wunden Punkte der US-Gesellschaft stopfe und dabei koordiniert, (Putingesteuert!) mit dem Kreml agiere und bei Youtube 8 mal mehr Seher habe als CBS…

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https://www.dni.gov/files/documents/ICA_2017_01.pdf

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Als Negativ-Beispiel westlicher Politiker, die aus wirtschaftlichen Eigeninteressen gerne mit Putin und Russland zusammenarbeiten werden namentlich Gerd Schröder und Silvio Berlusconi genannt. Ob die Kanzlerin gegen diese Verunglimpfung ihres Vorgängers schon protestiert hat bei CIA, FBI und NSA?

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5 Responses to 70 Jahre DER SPIEGEL: Ein Abstieg vom seriösen Nachrichtenmagazin zur schnell zusammengeschusterten NATO-Propaganda-Site.

  1. alphachamber sagt:

    Wir schließen uns an.
    Der Autor hat 1993 bei der UNTAC Mission in Cambodscha den 2004 gestorbenen Korrespondent Tiziano Terzani getroffen. Er war Quelle und Anker vieler Spiegel Asien Berichte und hoch angesehen. In dem Chaos des damaligen Flughafens von Phnom Penh hatten wir ein denkwürdiges Gespräch: Mein Idol hatte keinerlei Insight, kommentierte auf Zugetragenes und verkannte die Lage im Land total. Schon damals (auch angesichts der Myanmar-Berichte von Bernd Linter) ging es mit dem Magazin mMn bergab.
    Es „glänzte“ nur noch im Vergleich mit dem „Stern“.

    Die Besten Wünsche für 2017!

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  2. almabu sagt:

    Vielleicht sollte man einmal eine Umfrage unter den 192 Staaten dieser Welt durchführen, welcher Staat glaube, daß seine Wahlen je von außen beeinflusst worden seien und falls ja, von wem?

    Was glauben Sie, wer weiter oben auf der Liste der Verdächtigen auftauchen würde, Russland, bzw. sein Vorgänger UdSSR, oder etwa gar die USA?

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  3. almabu sagt:

    Ein paar Tage nach mir kommt nun auch die FAZ zu der Erkenntnis, daß die US-Geheimdienste über die hypothetische russische Wahlbeeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen hauptsächlich mutmaßen, spekulieren und sich eigentlich besser an die eigene Nase fassen sollten. Respekt, FAZ!
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/belege-fuer-us-wahl-manipulation-durch-russland-sind-mickrig-14610080-p2.html

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  4. […] über 70 Jahre DER SPIEGEL: Ein Abstieg vom seriösen Nachrichtenmagazin zur schnell zusammengeschusterten… […]

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