Zypern: Wiedervereinigung oder Zweistaatenlösung?

In Zypern kommt offenbar Bewegung in die Politik beider Inselteile? Die schwierige Wirtschaftslage des griechisch-zypriotischen Staates und des türkisch-zypriotischen Wunsches nach Teilhabe an den Offshore-Gas-Förderungen , scheinen Bewegung in die seit Jahren eingefrorenen Beziehungen der Inselteile zu bringen.

Es ist die Türkei, die für den Norden spricht. Sie ist weiterhin das einzige Land dieser Erde, das den türkisch besetzten Norden als einen unabhängigen Staat anerkennt.

Die Türkei bringt nun den Plan der Wiedervereinigung ins Gespräch, verbunden mit einer Drohung, wie das so ihre Art ist. Sie droht mit einer Zweistaatenlösung und bleibt die Erklärung schuldig, warum dieser Vorschlag künftig mehr Zuspruch finden sollte, als dies in der Vergangenheit geschah?

Der griechisch-zypriotische Aussenminister Ioannis Kasoulides fordert die Türkei dazu auf gemeinsam einen ersten Schritt zu unternehmen um eine Lösung zur Wiedervereinigung zu finden. Die Türkei käme aber immer mit den gleichen, aufgewärmten Vorschlägen, fügte er skeptisch hinzu.

Er konnte es sich nicht verkneifen, die ständigen Provokationen des türkischen EU-Krawallministers Egemen Bağış zu verurteilen, der sich ungefragt überall einmischt, anstatt seine Hausaufgaben bezüglich der Voraussetzungen für eine türkische EU-Mitgliedschaft zu machen. Der erste Schritt sollte es sein, die von Bağış ungefragt in die Öffentlichkeit getragene Wolke aus Anklagen, Ironie und Polemik zu vertreiben! Bağış hatte zuletzt das Verbrennen einer türkischen Flagge bei einer Demonstration in Nikosia als Konspiration bezeichnet und zuvor den griechischen Zyprioten die türkische Lira angeboten, sollten sie den Euro verlassen wollen / müssen…

1 Responses to Zypern: Wiedervereinigung oder Zweistaatenlösung?

  1. almabu sagt:

    Der türkische Aussenminister Ahmet Davutoğlu* sagte am heutigen Ostersonntag auf einem AKP-Meeting in der westlichen Provinz Manisa, dass die EU-Mitgliedschaft der Türkei ein strategisches Ziel sei. Aber wenn es nicht dazu komme, dann würde die EU ihren Weg gehen und die Türkei den ihren!

    Für die schleppenden Beitrittsverhandlungen sieht er allein die EU und ihre Vorurteile und Aversionen verantwortlich. Türkische Rückständigkeit und fehlendes EU-Niveau in einzelnen Verhandlungsbereichen kennt er nicht, statt dessen Länder und Personen, die etwas gegen Türken haben.

    Aber darüber sei die Türkei längst hinweg geschritten. Sie sei durch eine Zeit der Zellerneuerung gegangen und heute könne kein größerer internationaler Anlass ohne vorige Konsultation der Meinung der Türkei geregelt werden.

    Die heutigen Türken seien die Erben eines Weltreiches. Die künftigen Türken, wenn nicht gar noch die heute lebenden, würden wieder Bürger eines Weltreiches sein.

    Das könne man u.a. daran erkennen, wie man Israel zur Entschuldigung für den Mavi-Marmara-Zwischenfall gebracht habe! Sie wüssten jetzt, dass sie wie andere Länder seien und dass sie sich entschuldigen müssten. Die finanzielle Kompensation sei nicht wichtig, wichtig sei, dass man Israel habe einen Preis bezahlen lassen…

    *(Das ist, wie man hier wieder sehen kann, der Erfinder der sogenannten „Keine-Probleme-mit-den-Nachbarn-Politik“ der türkischen Aussenpolitik!)

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