Fährt die deutsche Diesel-Autoindustrie gerade „volle Kanne“ gegen die Wand?

28. Juli 2017

Die plötzliche Aufregung ist scheinheilig! Die Nachteile der Antriebsoption Diesel sind seit vielen Jahren bekannt. Kein Mensch (außer ein paar Drehmoment-Freaks) kauft sich einen Diesel wegen seines geilen Geruches oder seines tollen Motorengeräusches, sondern weit überwiegend aus rein ökonomischen Gründen. Die meisten Menschen sind gezwungen zu rechnen, die Betriebskosten ihres Fortbewegungsmittels beeinflussen die Kaufentscheidung. Diese, die Betriebskosten hängen aber stark von der Besteuerung der Kraftstoffe ab. Warum ist es strengstens Verboten Heizöl zu fahren? Wegen der geringeren Besteuerung, klar? Die Bundesregierung hat es seit Jahren in der Hand die Kaufentscheidung der Bürger durch die unterschiedliche Besteuerung der Kraftstoffarten zu steuern, zu lenken. Sie tat es nicht. Die Politik hat kläglich versagt! Sie kann und muss mit vollem Recht als Komplizen der Auto-Industrie gesehen werden, ja auch DIE GRÜNEN, Frau Roth!

Die prinzipiellen physikalisch-chemischen Nachteile treffen die Verbrennungsmotoren als Ganzes, also auch Benziner aller Varianten. Die sind keineswegs sauber, nicht einmal ein Gasantrieb wäre dies. Sie blasen nur weniger Dreck in die Luft.

Zum Gesamtausstoß an Schadstoffen trägt indessen auch das Fahr- und Benutzungsverhalten der Nutzer bei. Ich kenne Leute, die keine zehn Schritte, nicht einmal zum Bäcker nebenan oder zum Zigarettenautomaten ohne ihr Auto machen, die minutenlang mit laufendem Motor am Straßentrand telefonieren, weil dann der Wagen heizt, was in diesem „Sommer“ durchaus nicht unerwünscht ist. Ich wohne in einer mittelgroßen quasi perfekten Fahrradstadt mit stark ausgebautem öffentlichem Bus- und Bahnverkehr in der jeden Tag zur Rush-Hour im Berufsverkehr der Verkehr beinahe zusammenbricht und sich die Blechkisten im Schrittempo fortbewegen. Irgend etwas läuft da auch falsch, was nicht an der Automobilindustrie liegt?

Es geht hier, vom Ansatz her, gegen eine seit Jahren bekannte Fehlentwicklung, eine offene Flanke der deutschen Auto-Industrie. Wer die Überschüsse des Export-Weltmeisters kritisiert, findet hier den richtigen Ansatz. Niemand zwang schließlich diese Industrie zu Kartellbildung, zu Lug und Betrug! Das werden sie und indirekt wohl auch wir alle, nun ausbaden müssen!

Soweit bin ich vollkommen einverstanden. Ich würde dann allerdings nur darum bitten, die gleichen Maßstäbe auch an die Fahrzeuge ALLER Produzenten ALLER Kontinente zu stellen, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, vom osteuropäischen Schrott-LKW bis hin zum Großen-Bruder-Militärfahrzeug oder denen der NATO-Verbündeten. Fahrverbote konsequent auch hier!
Die Straßen von Paris: Zunehmend rutschig!

PS: Ich bin Diesel-Fahrer. Ich spreche nicht von Wert-, sondern von Totalverlust bis auf den Schrottwert, wenn alle gleichzeitig ihre Diesel los werden wollen. Schenken wir doch einfach jedem abgelehnten Asylbewerber einen vollgetankten Diesel mit dem er sich dann in die alte Heimat aufmachen kann und wir haben zwei Probleme gleichzeitig elegant gelöst! (Ironie aus!)

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NACHTRAG: Jakob Augstein, SPON, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/abgasskandal-und-autokartell-auswuechse-eines-kranken-kapitalismus-kolumne-a-1160687.html


Hey FAZ, wie isses denn nu wirklich, inne Türkei?

25. Juli 2017

Die FAZ hat im Juli 2017, im Abstand von nur 10 Tagen, zwei sich grundsätzlich widersprechende Artikel über die türkische Wirtschaft veröffentlicht. Der Erste hatte die Tendenz ALLES GANZ SCHLECHT! Der Zweite, hier verlinkte (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsdrohungen-lassen-ankara-kalt-15121080.html), meint im Prinzip ALLES ZIEMLICH GUT!

Das ist ziemlich irritierend, zumindest wenn man als seriöses Wirtschaftsmedium Ernst genommen werden möchte, oder?

Wenn südeuropäische Banken mit rund 270 Milliarden Wackelkrediten in der Türkei engagiert sind, wie einige schreiben, dann sind diese, ihre Länder und folglich die EU erpressbar. Eine Bankenrettung in dieser Größe können wir getrost vergessen, wenn diese Kredite platzen, dann knallt es richtig…

Hier der ERSTE nochmals: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsentwicklung-die-lage-in-der-tuerkischen-wirtschaft-15106845.html#lesermeinungen

Möge die FAZ doch künftig zu unserer Erhellung beitragen, anstatt zu unserer Verwirrung!


XXXL, XXL, XL, L, M, S, XS, wohin geht die Türkei?

23. Juli 2017

In der Türkei enteignet die Regierung alles, was von irgendwem, irgendwann, irgendwie mit dem sogenannten Gülen-Putsch vor einem Jahr in Verbindung gebracht wurde, für dessen behaupteten Verursacher es indess keine Beweise gibt. Gülen war’s halt „gefühlt“, findet Erdogan und der kann sich bekanntlich nicht irren. Das genügt allen, auch der Justiz…

Vom Auftakt, der Enteignung von KOZA IPEC mit BUGUN TV, dem Firmengeflecht des Milliardärs Akin Ipek, wurden bis heute knapp tausend Firmen aller Größen enteignet, auf der Basis von unbelegten Anschuldigungen. Der Wert dieser Enteignungen, also von Konten, Anlagen und Immobilien soll sich auf 11 Milliarden US-Dollar belaufen, so die NEW YORK TIMES. Ein beispielloser Raubzug Erdogans in der modernen Wirtschaftsgeschichte!

Ein Teil der Beschäftigten wurde in Gefängnisse gesperrt, andere flohen zu Tausenden aus der Türkei in alle Welt. Seit dem Putsch(?) sollen rund 50.000 Türken ohne Gerichtsverfahren in U-Haft sein, die in der Türkei bis zu 5 Jahren andauern darf. Hundertausende weitere haben „nur“ ihren Job verloren, dazu teilweise ihre Bankkonten und Ersparnisse, befinden sich aber (vorläufig?) auf freiem Fuß. Betroffen sind hauptsächlich Militärs, Polizisten, Juristen und die Medien, aber auch allerlei Wirtschaftsunternehmen, Firmen, denen irgendein Neider oder Interessierter einfach “Gülen-Nähe” vorwarf. Das genügte in der Regel!

Die Türkei, einst ein aufstrebender Markt mit stabilem Wachstum über viele Jahre, mit boomendem Tourismus und Einkaufsmalls im ganzen Land (sowie hunderten STARBUCKS Cafés seit 2003) schien eine sichere Anlage zu sein? Dies alles ist Geschichte. Der Tourismus ist stark eingebrochen und weit von seinen Zahlen von 2015 entfernt. Was jetzt als Erholung gepriesen wird, ist nur prozentuales Wachstum basierend auf den Tiefstwerten von 2016. Tatsache ist, der Tourismus liegt noch immer rund ein Drittel unter den 2015er Zahlen. Erdogan hat über die Jahre seine treuesten Touristengruppen nacheinander vertrieben, die Israelis, die Russen und die Deutschen.

Die türkische Führung, also Recep Tayip Erdogan, gilt in der Wirtschaft inzwischen als unberechenbares Risiko. Die Investitionen sind um die Hälfte zurückgegangen. Die drei größten Ratingagenturen bewerten die Türkischen Schuldverschreibungen inzwischen als wertlosen, riskanten „Müll“, als „Junk Bonds“. Sie seien praktisch derzeit unverkäuflich…
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https://www.nytimes.com/2017/07/22/business/turkey-akin-ipek-fethullah-gulen-recep-tayyip-erdogan.html?emc=edit_ta_20170722&nl=top-stories&nlid=66731401&ref=headline


Zahlen zum Türkei-Tourismus und ihre Auslegung.

17. Juli 2017

Das erste Mal seit Herbst 2015 können die türkischen Behörden verkünden: Es kommen wieder mehr Touristen ins Land!

Im Sommer 2016 kamen, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, knapp 40 Prozent weniger Touristen ins Land.
Jetzt die Erholung: Laut Tourismus-Ministerium kamen im April 2,44 Mio. Ausländer in die Türkei, das sind 18,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 
Trotz der Spannungen zwischen Berlin und Ankara kamen die meisten Ausländer aus Deutschland: 262 730 Deutsche reisten ein, 6,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Zwischen April 2015 und April 2016 war die Zahl der Deutschen um 35,4 Prozent eingebrochen. (Kursiv: Zitat BILD, http://www.bild.de/geld/wirtschaft/wirtschaft/russen-stuermen-die-tuerkei-51965976.bild.html)

In diesen Zahlen sind ALLE ausländischen Türkei-Urlauber enthalten?

Hm.. also, wenn 2015 als Ausgangsjahr mit 100% angesetzt wird, dann waren es 2016 -40% = 60% der 2015er Zahlen, richtig?
Jetzt „die Erholung“:
60% + 18,1% = rund 71%, Das heisst also 29% UNTER den Zahlen von 2015! Ist es „erholend“ wenn der Türkei-Tourismus noch immer um 29% UNTER den Zahlen von 2015 liegt? Möglich, da hat man mehr Platz am Strand und an der Selbstbedienungstheke?

Die meisten Ausländer kamen aus Deutschland? Ich dachte, daß es die Russen seien, die den Türkeitourismus retten? Die Russen seien die zweitgrößte Ausländergruppe?

262.730 Deutsche Urlauber reisten im April in die Türkei. Das seien 6,7% mehr als im April 2016 ,wo es also damals 246.232 gewesen sein mussten. Diese entsprachen nur 64,6% der Zahlen der deutschen Touristen von 2015 die demnach 381.164 Urlauber betragen haben muss?
Müsste die eigentliche Aussage also nicht lauten, daß im April 2017 im Vergleich zu April 2015 die Zahl der deutschen Urlauber in der Türkei um etwa 262.730/381.164 = 0,689 = 69% von 2015, also noch immer um 31% oder um 118.434 Urlauber tiefer liegt? Wenn man 118 in einen Flieger packte, entspräche das nicht 1.000 Flugzeugen weniger in einem einzigen Monat?


30. Juni 2017: Stilles Drama für eine Viertelmillion Spanier!

5. Juli 2017

An diesem Tag lösten sich eine Viertelmillion zeitlich befristete Arbeitsverträge in Luft auf. An einem einzigen Tag sank die Beteiligung an der Sozialversicherung um 1,4%.

Da kamen viele Dinge zusammen. Jobs werden zum Wochenende gekündigt und beginnen am Wochenanfang. Oder sie werden zum Monatsende gekündigt und zum Monatsanfang begonnen. Hier kam alles zusammen,ein Wochenende, ein Monatsende, ein Quartalsende und ein Halbjahresende.

Jetzt ist Ferienzeit. Hochsaison für Niedriglohnjobs rund um den Tourismus. Von den 2,1 Millionen neu abgeschlossenen zeitlich befristeten Arbeitsverträgen im Juni haben 25% oder mehr als eine halbe Million eine Laufzeit von weniger als 7 Tagen. Das sind im Prinzip fast Tagelöhner! Die spanische Regierung brüstet sich hingegen mit den besten Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen seit Beginn der Wirtschaftskrise von 2008. Kunststück: Wer einen Wochenjob hat, der taucht in keiner Arbeitslosigkeitsstatistik auf.

Die statistische Erholung der spanischen Wirtschaft nach der Finanzkrise drückt sich aber nicht in den Löhnen und Gehältern aus!

Das Observatorio de Empleo de la Asociación Nacional de Agencias de Colocación (ANAC) veröffentlichte erschreckende Zahlen, nach denen das DURCHSCHNITTSJAHRESGEHALT der Spanier in einem Jahr um 5.000,- € gefallen ist!

Die Regierung verweist hingegen auf das das mit 3,8% höchste Wachstum und ein seit 41 Monaten konstantes Wachstum.

Die Beschäftigtenzahl sei auf 18,4 Millionen gestiegen, die der Arbeitslosen auf 3,4 Millionen gefallen.

Gefallen ist aber vor allem das Durchschnittseinkommen und so befindet sich die größte Zahl der Beschäftigten in der Einkommensgruppe von 15.000€ bis 20.000€ Brutto-Jahresgehalt.

Erst, wenn alle Tagelöhner wären, wäre die Statistik für die Regierung wohl perfekt, die Arbeitslosigkeit verschwunden, die jetzt laut Plan der Regierung erst um 2020 die Marke von 11% erreichen soll?


Katalonien vervierfacht Schulden in zehn Jahren von 15 auf 75 Milliarden €!

16. Juni 2017

Felicitats! Die separatistischen Katalanen haben einen neuen Negativrekord eingefahren. Wie die Bank von Spanien mittteilte, ist die spanische Autonomie Katalonien der mit Abstand größte Schuldenkönig aller spanischen Autonomien. Sie schafften es mit allerlei systematischer Misswirtschaft und Veruntreung von Steuermitteln für separatistische oder auch 3/5/10%-Provisionszwecke für öffentliche Aufträge ihre Schulden in einer Dekade um +60 Milliarden €, von 15 auf 75 Milliarden Euro oder um 378% hoch zu treiben, fast zu vervierfachen!

Damit liegen sie weit vor den Verfolgern Comunidad Valenciana (+44,1 Milliarden €), Andalusien (+25,8 Milliarden €) und Comunidad de Madrid (+20,1Milliarden €).

Aber die hier nicht genannte Gesamtverschuldung Spaniens und deren Zunahme in den vergangenen zehn Jahren muss ganz allgemein Besorgnis erregen. Deshalb brauchen wir wahrscheinlich so dringend eine gemeinsame Schuldenübernahme in der EU bevor die südeuropäischen Kartenhäuser in sich zusammen fallen?


Nach 91 Jahren in einer Nacht Schluss! Das Ende der BANCO POPULAR in Spanien. Kein Nachruf.

14. Juni 2017

Vor einigen Tagen ereignete sich in Spanien ein Schauspiel, besser gesagt eine Tragödie, von erstaunlicher Art. Die zweitgrößte Bankengruppe des Landes, die BANCO POPULAR , BP (VOLKSBANK) hatte ein urplötzliches Liquididätsproblem, sie war zahlungsunfähig!

Da erklärte sich die größte Bankengruppe des Landes die BANCO SANTANDER, BS wohl nach kurzem Druck hinter den Kulissen dazu bereit, den Wettbewerber für einen Euro (1€!!!) zu kaufen und alle Schulden zu übernehmen. Zuvor war der Wert der der BP in den Keller gerauscht. Ihre 300.000 Aktionäre haben alles verloren. Dies alles wurde in einem nahezu unnatürlichen Ruhezustand blitzschnell abgewickelt und ebenso schnell ging man wieder zur Tagesordnung über. Ganz so, als ob überhaupt nichts geschehen sei…

Es ist das zweite Mal, daß Spaniens Banken in die Nähe einer Bankenrettung kamen und es ist das zweite Mal, daß sie diese und den damit verbundenen Einfluss der EU auf die Geschäfte und deren Einblick in die Bücher weitgehend vermeiden konnte. Könnte es sein, daß neben den griechischen und italienischen am Ende auch die spanischen Banken Sorgenfalten hervorrufen müssten, wenn mit offenen Karten gespielt würde? Statt dessen beschäftigt man sich in Spanien lieber mit der Deutschen Bank, der wackligen…

Beim ersten Mal, vor jetzt genau 5 Jahren, wurde die Bankenrettung von in Aussicht gestellten 100 Mia €uro, nicht in Anspruch genommen. Es genügte die Zusage der EZB den Spaniern notfalls zu helfen, damit der Druck von den Banken genommen und die angebotene Hilfe nicht real in Anspruch genommen werden musste.

Jetzt wollten der zuständige spanische Minister Luis de Guindos und EZB-Präsident Mario Draghi das alles kommen gesehen haben. „Die BP sei zuletzt eine Zombie-Bank gewesen, die keine Kredite mehr vergeben habe und das ganze Kapital sei geflüchtet. Autonomien und Kommunen hätten ihre Gelder abgezogen“, aber alle hielten bis zum Schluß ganz still. Vor ein paar Wochen redeten die Beiden noch ganz anders…

Es gibt auch jetzt keine Transparenz. Man weiss nur, daß die SANTANDER nun mit Abstand das größte Finanzimperium auf der Iberischen Halbinsel, also in Spanien UND Portugal geworden ist. Sie erweiterte ihr Grundkapital um 7 Mia €uro und erwartet nach der Übernahme der BP binnen drei Jahren eine Rendite von 13-14% sowie jährliche Synergieeffekte* von 500 Mio €uro.
Der Wert ihrer Aktiva stieg von 318 auf 465 Mia €uro. Nur mal so, zum Vergleich: Der Bundeshaushalt Deutschlands des Jahres 2017 beträgt 329 Mia €uro.
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*(Das Gemetzel um Entlassungen und Filialschliessungen soll binnen einer Woche beginnen und vor den Sommerferien (August) abgeschlossen werden, damit die Betroffenen, dann ohne Job, erst einmal in Urlaub fahren können!