EZB überprüft Geldabfluss in Katalonien zweimal täglich!

23. Oktober 2017

Nicht, daß es den Damen und Herren in Frankfurt am Main langweilig wäre, oh nein! Sie sorgen sich nur zunehmend um die Stabilität in Katalonien, noch-Spanien, noch-Europa.

Die EZB verlangt deshalb zweimal täglich einen finanziellen Status von allen Banken in Katalonien, ganz egal ob nun mit Hauptsitz in der rebellischen nordostspanischen Autonomie oder jüngst abgewandert in vermeintlich sichere Nachbargefilde. Denn eines muss allen Beteiligten klar sei: Auf Grund der Verflechtung Kataloniens mit Spanien wäre die Schieflage BEIDER Teile, also der abtrünnigen Separatisten und der verstümmelten Restspanier quasi garantiert. Alles andere ist getrost der Propaganda zuzurechnen

Die CAIXABANK mit einem Marktanteil von 24% in Katalonien, die SABADELL mit 22% Marktanteil und die BBVA mit 14% Marktanteil müssen um 12 Uhr und um 18 Uhr täglich einen finanziellen Status nach Frankfurt melden. Dazu werden die Banken parallel auch von der Spanischen Zentralbank überwacht, auf die Frankfurt sich aber  offenbar nicht so richtig verlassen mag?

Stand, Ende Juni 2017, hatte die CAIXABANK bei der EZB eine Bareinlage von knapp 12 Milliarden €uro und die SABADELL etwa 6,5 Milliarden €uro.

Obwohl verstärkt Bargeld abfließt, weil die Leute den Zeiten nicht trauen, scheint die Liquidität derzeit nicht gefährdet?

Im Ernstfall könnte CAIXABANK auf Aktiva im Wert von 65,6 Mia €uro zurück greifen, SABADELL auf 28,4 Mia €uro. Sie könnten also zusammen auf 94 Milliarden €uro bei der EZB zugreifen, kein Trinkgeld, gewiss!

Trotzdem sind Gestern zwei weitere Banken, die BANCO MEDIOLANUM (nach Valencia) und die ARQUIA BANCA (nach Madrid) mit ihren steuerlichen und juristischen Hauptsitzen aus der Rebellenautonomie abgewandert.

Oft melden sich die Bankkunden auch einfach bei außerhalb Kataloniens liegenden Filialen ihrer Banken an. Alleine die SABADELL hatte am vergangenen Montag, dem Tag nach dem verbotenen, illegalen FAKE-Referendum des 1-O, 6.000 neue Konten direkt außerhalb der Grenze Kataloniens. Einen Vertrauensbeweis für die nationalkatalanistischen CAT-SEP-Rebellen kann man dies wohl eher nicht nennen?

Trotzdem kursierten auch schon Gerüchte in Barcelona, daß es Probleme an Geldautomaten gäbe Bargeld abzuheben? Solche Gerüchte sind in der aktuellen Lage Kataloniens zwar naheliegend, sollten aber mit Vorsicht betrachtet werden, bis sie sich bestätigen.

In diesen schwierigen Banker-Zeiten in Spanien wird die Deutsche Bank Spanien seit Ende März wie Sauerbier auf dem Markt angeboten. Sie sollte, bei 16,3 Mia €uro Aktiva, 11,7 Mia €uro Einlagen, 700.000 Kunden, 235 Filialen und 2.600 Angestellten, rund 2 Milliarden €uro als Verkaufspreis einbringen. Wegen mangelndem Interesse liegt der Kurs für den Verkauf zur Zeit bei 700 Millionen, einem guten Drittel des Ausgangspreises. Am Ende können die Verkäufer in Frankfurt wohl 20% bis 25% also 400 bis 500 Millionen erwarten?

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Illegales, verbotenes 1-O Referendum Auslöser für größere Krise in Spanien?

21. September 2017

Mariano Rajoy, der spanische Ministerpräsident ist klamm! Er braucht unbedingt 10 Milliarden Kredit um die Pensionen in Spanien in 2018 zahlen zu können. Die Liquidität in der Rentenkasse ist mau! Das Geld reicht gerade bis zum Jahresende 2017 einschließlich der Weihnachtssonderzahlung. Danach ist Sense!

In Spanien werden Renten und Gehälter in 14 Jahreszahlungen gezahlt, je eine pro Monat und je eine Extrazahlung im Sommer und im Winter.

Dieser finanzielle Mehrbedarf von 10 Milliarden ist im Haushaltsentwurf für 2018 unter „ausserordentlicher Aufwand“ versteckt. Zur Verabschiedung des Haushaltsentwurfes 2018 benötigt Rajoy die Stimmen seiner Partido Popular sowie die der Basken von der PNV um eine Mehrheit im Parlament zu haben.

Die Basken von der PNV zieren sich aber den Haushalt zu verabschieden mit Verweis auf die unklare Lage in Katalonien. Damit sind im Prinzip ab Januar 2018 die Renten in Spanien NICHT mehr sicher. Darüber soll Morgen im Parlament in Madrid debattiert werden.

Die Einnahmen der spanischen Rentenkasse reichen grundsätzlich nur noch für die 12 Monatszahlungen, die zwei Sonderzahlungen müssen als Kredite aufgenommen werden. Schuld daran sei die Bevölkerungsentwicklung, die geringe Geburtenrate, die hohe Arbeitslosigkeit, die seit der Wirtschaftskrise niedrigeren Löhne, die die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben sich immer weiter öffnen lasse. Die Sozialpartner und Parteien hätten es im „Pakt von Toledo“ nicht geschafft zu einer Einigung zu kommen, welche das System sicherstellt und seine Leistungen garantiere. Deshalb werde mit Staatskrediten gearbeitet. Nun nimmt ja praktisch jede konservative Regierung automatisch für sich in Anspruch besser mit Geld umgehen zu können als das Linke, Sozialisten gar, je könnten. Anscheinend stimmt dies aber nicht immer?

Mariano Rajoy kam 2012 an die Regierung, mit absoluter Narrenfreiheit, äh, pardon, absoluter Mehrheit meinte ich natürlich. Wegen der Wirtschaftskrise und/oder der Bankenrettung musste er leider, leider in die damals mit 66 Milliarden prall gefüllte Rentenkasse greifen, die die Sozialisten unter Zapatero ihm hinterlassen hatten. Aktuell sind noch 11 Milliarden in der Kasse, der niedrigste Wert seit 2004. Oh Schreck, das ganze Geld ist weg!

Übrigens:
Die spanische Sozialversicherungskasse war zu Beginn der Wirtschaftskrise 2008 die einzige öffentliche Kasse mit Überschuss und heute ist es die einzige mit Defizit. Wer wurde hier wohl verar…t und von wem?

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http://www.elconfidencialdigital.com/dinero/Gobierno-obligado-credito-millones-pensionistas_0_3006299364.html


Und ist der Ruf erst ruiniert… Wie Artur Mas und Carles Puigdemont die Puppen tanzen lassen!

16. September 2017

Artur Mas und sein Nachfolger Carles Puigdemont haben den Katalanen mit ihrer Politik zusätzlich zu den bereits bei Mas’ Amtsantritt vorhandenen Schulden inzwischen weitere 40 Milliarden Euro Schulden eingebracht!

Die Katalanen sind deshalb mit 27% überproportional an der Verschuldung aller spanischen Autonomien beteiligt, bei 16% Bevölkerungsanteil an der spanischen Gesamtbevölkerung und 20% des spanischen Bruttoinlandsproduktes.

Gerade jetzt wurde bekannt, daß Kataloniens seine vereinbarten Zielkosten für 2017 um 6,6% überschreiten wird und damit verdreifacht gegenüber den 2,2% die mit Madrid vereinbart waren. Gleichzeitig lehnt „der Dicke“ jegliche Kostenkontrolle Spaniens ab.
Die Separatistenautonomie kann sich schon seit Langem nicht mehr am Kapitalmarkt finanzieren, seine Bonds werden als „Bono Basura“, als Müllbonus eingestuft von den Ratingagenturen.

Mas hatte 2011 begonnen mit einem Schuldenstand von damals 35,6 Milliarden Euro. Als er im Januar 2016 nach 5 Jahren „zur Seite treten musste“, weil die 10 Anarchos der CUP seinen Abgang erzwangen, standen die Schulden bei 73 Milliarden Euro. Der unfähige Mas hatte sie mehr als verdoppelt!

Sein Nachfolger Carles Puigdemont, damals Bürgermeister von Gerona und schon damit deutlich überfordert, von keinem Katalanen weder ins Präsidentenamt, noch ins Autonomieparlament gewählt sondern von Artur Mas per Fingerzeig benannt und mit der Separatistenmehrheit incl. der 10 Anarcho CUP’s im Autonomieparlament „durchgepeitscht“, hat in seinem Jahr auch schon zwei weitere Milliarden Schulden aufgehäuft, so daß die Verschuldung gegenwärtig bei 75,4 Milliarden Euro oder ca. bei einem Drittel (35%) des katalanischen BIP steht. Drei Viertel oder 51 Milliarden dieser 75 Milliarden schulden die Katalanen Madrid, dem bösen Ausbeuterstaat, an dessen Finanztropf sie seit Jahren hängen und von dem sie zu 100% abhängig sind.

Die katalanischen Schulden wachsen täglich durchschnittlich um 6 Millionen Euro, was monatlich etwa 180 Millionen Euro entspricht! Katalonien stünde nahe einer Insolvenz.

Der ausgeuferte Öffentliche Sektor, die Heerscharen von aussenstehenden Beratern aus Familien- und Freundeskreisen, die weit verbreitete Korruption und Günstlingswirtschaft, die Förderung der Separatistenpropaganda nach dem Gießkannenprinzip von TV-, Radio-, Web- und Printmedien, von Universitäten und Pseudo-Organisationen der Separatisten wie Omnium Cultural, des ANC haben halt ihren Preis und am Ende kosten 20km U-Bahnstrecke L9 in Barcelona ein mehrfaches von 300km Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke im schnöden Spanien.

Dumm gelaufen oder war das am Ende gar geplante, raffinierte Bauernschläue? Für jeden Darlehensgeber, Gläubiger kommt irgendwann der Moment, wo die Höhe der Schulden zu seinem Problem werden und die üblichen Machtverhältnisse und Abhängigkeiten ins Wanken geraten…

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http://www.elmundo.es/espana/2017/09/16/59bc307be5fdea9b388b45e5.html

http://www.abc.es/espana/catalunya/politica/abci-cataluna-debe-estado-51000-millones-tras-cinco-anos-rescates-continuos-201706182318_noticia.html

https://www.thespainreport.com/articles/684-160318181656-s-p-downgrades-catalonia-to-even-worse-junk-bond-status-on-very-weak-financial-management


Katalanische Unternehmerverbände Foment, Cambra und Cercle finden keine gemeinsame Haltung zum Staatsstreich der CAT-SEP’s!

10. September 2017

Während „die Schlauköpfe“ von Cambra und Cercle erst nach dem 1. Oktober eine Erklärung abgeben wollen (abwarten, wer gewinnt?), ist Foment bereit, diese „schon“ am kommenden Dienstag, dem Tag nach dem Katalanischen National- Feier- bzw. Trauertag abzugeben (abwarten, wie friedlich er verläuft, wie hoch der Zuspruch ist?).
Eine klare, eindeutige Haltung sieht anders aus, denke ich?

Immerhin erklärt man sich – wie immer – sehr besorgt, bemüht das Bild der aufeinanderzurasenden Züge, bei deren Zusammstoß es keinen Gewinner geben könne!

Man sieht bereits wieder einmal Neuwahlen in der Autonomie am Horizont. Ich glaube seit 2010 oder so, ist hier keine Wahlperiode über die volle Laufzeit zu Ende gebracht worden. Man wurstelt sich eine Weile irgendwie durch, phantasiert sich Rechte und Kompetenzen zusammen und ruft dann irgendwann – eher früher als später – Neuwahlen aus, bei denen es diesmal aber wirklich um die Wurst, um’s totale Ganze gehe…

Immerhin wurde im Foment am Montag vorausschauend die Bewertung seiner Juristen veröffentlicht, wonach es sich (bei den CAT-SEP-Exzessen am folgenden Mittwoch und Donnerstag der Woche) um einen „juristischen Staatsstreich“ handele, wenn das Gesetz des Referendums denn im katalanischen Parlament angenommen werden würde, was bekanntlich dann so geschah!

Nebenbei wurde „inoffiziell“ verkündet, daß sich „Multis“, ohne diese beim Namen zu nennen, auf den Fall des Falles nach dem 1. Oktober längst vorbereitet hätten.

Aber immer noch forderte Foment eine „Belohnung“ für die CAT-SEP’s, denn nun müsse man ein ordentliches Angebot aus Madrid für die eigenen Gesetzesbrüche bekommen, über das man verhandeln und dann in einem vereinbarten, legalen Referendum den Katalanen zur Abstimmung vorlegen könnte.

Das Ganze nach dem Motto: Gesetzesbrüche, Kompetenzüberschreitungen, Amtsanmaßungen, Veruntreuungen, Nötigungen und Erpressungen müssen sich schließlich lohnen…

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FOMENT = Foment del Treball, Joaquim Gay de Montellà
CAMBRA = Cambra de Barcelona, z.Z. Josep Manuel Basáñez
CERCLE = Cercle d’Economia, Juan José Brugera

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http://www.lavanguardia.com/economia/20170910/431184002584/preocupacion-empresarial-referendum-catalunya.html

 


Fährt die deutsche Diesel-Autoindustrie gerade „volle Kanne“ gegen die Wand?

28. Juli 2017

Die plötzliche Aufregung ist scheinheilig! Die Nachteile der Antriebsoption Diesel sind seit vielen Jahren bekannt. Kein Mensch (außer ein paar Drehmoment-Freaks) kauft sich einen Diesel wegen seines geilen Geruches oder seines tollen Motorengeräusches, sondern weit überwiegend aus rein ökonomischen Gründen. Die meisten Menschen sind gezwungen zu rechnen, die Betriebskosten ihres Fortbewegungsmittels beeinflussen die Kaufentscheidung. Diese, die Betriebskosten hängen aber stark von der Besteuerung der Kraftstoffe ab. Warum ist es strengstens Verboten Heizöl zu fahren? Wegen der geringeren Besteuerung, klar? Die Bundesregierung hat es seit Jahren in der Hand die Kaufentscheidung der Bürger durch die unterschiedliche Besteuerung der Kraftstoffarten zu steuern, zu lenken. Sie tat es nicht. Die Politik hat kläglich versagt! Sie kann und muss mit vollem Recht als Komplizen der Auto-Industrie gesehen werden, ja auch DIE GRÜNEN, Frau Roth!

Die prinzipiellen physikalisch-chemischen Nachteile treffen die Verbrennungsmotoren als Ganzes, also auch Benziner aller Varianten. Die sind keineswegs sauber, nicht einmal ein Gasantrieb wäre dies. Sie blasen nur weniger Dreck in die Luft.

Zum Gesamtausstoß an Schadstoffen trägt indessen auch das Fahr- und Benutzungsverhalten der Nutzer bei. Ich kenne Leute, die keine zehn Schritte, nicht einmal zum Bäcker nebenan oder zum Zigarettenautomaten ohne ihr Auto machen, die minutenlang mit laufendem Motor am Straßentrand telefonieren, weil dann der Wagen heizt, was in diesem „Sommer“ durchaus nicht unerwünscht ist. Ich wohne in einer mittelgroßen quasi perfekten Fahrradstadt mit stark ausgebautem öffentlichem Bus- und Bahnverkehr in der jeden Tag zur Rush-Hour im Berufsverkehr der Verkehr beinahe zusammenbricht und sich die Blechkisten im Schrittempo fortbewegen. Irgend etwas läuft da auch falsch, was nicht an der Automobilindustrie liegt?

Es geht hier, vom Ansatz her, gegen eine seit Jahren bekannte Fehlentwicklung, eine offene Flanke der deutschen Auto-Industrie. Wer die Überschüsse des Export-Weltmeisters kritisiert, findet hier den richtigen Ansatz. Niemand zwang schließlich diese Industrie zu Kartellbildung, zu Lug und Betrug! Das werden sie und indirekt wohl auch wir alle, nun ausbaden müssen!

Soweit bin ich vollkommen einverstanden. Ich würde dann allerdings nur darum bitten, die gleichen Maßstäbe auch an die Fahrzeuge ALLER Produzenten ALLER Kontinente zu stellen, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, vom osteuropäischen Schrott-LKW bis hin zum Großen-Bruder-Militärfahrzeug oder denen der NATO-Verbündeten. Fahrverbote konsequent auch hier!
Die Straßen von Paris: Zunehmend rutschig!

PS: Ich bin Diesel-Fahrer. Ich spreche nicht von Wert-, sondern von Totalverlust bis auf den Schrottwert, wenn alle gleichzeitig ihre Diesel los werden wollen. Schenken wir doch einfach jedem abgelehnten Asylbewerber einen vollgetankten Diesel mit dem er sich dann in die alte Heimat aufmachen kann und wir haben zwei Probleme gleichzeitig elegant gelöst! (Ironie aus!)

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NACHTRAG: Jakob Augstein, SPON, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/abgasskandal-und-autokartell-auswuechse-eines-kranken-kapitalismus-kolumne-a-1160687.html


Hey FAZ, wie isses denn nu wirklich, inne Türkei?

25. Juli 2017

Die FAZ hat im Juli 2017, im Abstand von nur 10 Tagen, zwei sich grundsätzlich widersprechende Artikel über die türkische Wirtschaft veröffentlicht. Der Erste hatte die Tendenz ALLES GANZ SCHLECHT! Der Zweite, hier verlinkte (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsdrohungen-lassen-ankara-kalt-15121080.html), meint im Prinzip ALLES ZIEMLICH GUT!

Das ist ziemlich irritierend, zumindest wenn man als seriöses Wirtschaftsmedium Ernst genommen werden möchte, oder?

Wenn südeuropäische Banken mit rund 270 Milliarden Wackelkrediten in der Türkei engagiert sind, wie einige schreiben, dann sind diese, ihre Länder und folglich die EU erpressbar. Eine Bankenrettung in dieser Größe können wir getrost vergessen, wenn diese Kredite platzen, dann knallt es richtig…

Hier der ERSTE nochmals: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsentwicklung-die-lage-in-der-tuerkischen-wirtschaft-15106845.html#lesermeinungen

Möge die FAZ doch künftig zu unserer Erhellung beitragen, anstatt zu unserer Verwirrung!


XXXL, XXL, XL, L, M, S, XS, wohin geht die Türkei?

23. Juli 2017

In der Türkei enteignet die Regierung alles, was von irgendwem, irgendwann, irgendwie mit dem sogenannten Gülen-Putsch vor einem Jahr in Verbindung gebracht wurde, für dessen behaupteten Verursacher es indess keine Beweise gibt. Gülen war’s halt „gefühlt“, findet Erdogan und der kann sich bekanntlich nicht irren. Das genügt allen, auch der Justiz…

Vom Auftakt, der Enteignung von KOZA IPEC mit BUGUN TV, dem Firmengeflecht des Milliardärs Akin Ipek, wurden bis heute knapp tausend Firmen aller Größen enteignet, auf der Basis von unbelegten Anschuldigungen. Der Wert dieser Enteignungen, also von Konten, Anlagen und Immobilien soll sich auf 11 Milliarden US-Dollar belaufen, so die NEW YORK TIMES. Ein beispielloser Raubzug Erdogans in der modernen Wirtschaftsgeschichte!

Ein Teil der Beschäftigten wurde in Gefängnisse gesperrt, andere flohen zu Tausenden aus der Türkei in alle Welt. Seit dem Putsch(?) sollen rund 50.000 Türken ohne Gerichtsverfahren in U-Haft sein, die in der Türkei bis zu 5 Jahren andauern darf. Hundertausende weitere haben „nur“ ihren Job verloren, dazu teilweise ihre Bankkonten und Ersparnisse, befinden sich aber (vorläufig?) auf freiem Fuß. Betroffen sind hauptsächlich Militärs, Polizisten, Juristen und die Medien, aber auch allerlei Wirtschaftsunternehmen, Firmen, denen irgendein Neider oder Interessierter einfach “Gülen-Nähe” vorwarf. Das genügte in der Regel!

Die Türkei, einst ein aufstrebender Markt mit stabilem Wachstum über viele Jahre, mit boomendem Tourismus und Einkaufsmalls im ganzen Land (sowie hunderten STARBUCKS Cafés seit 2003) schien eine sichere Anlage zu sein? Dies alles ist Geschichte. Der Tourismus ist stark eingebrochen und weit von seinen Zahlen von 2015 entfernt. Was jetzt als Erholung gepriesen wird, ist nur prozentuales Wachstum basierend auf den Tiefstwerten von 2016. Tatsache ist, der Tourismus liegt noch immer rund ein Drittel unter den 2015er Zahlen. Erdogan hat über die Jahre seine treuesten Touristengruppen nacheinander vertrieben, die Israelis, die Russen und die Deutschen.

Die türkische Führung, also Recep Tayip Erdogan, gilt in der Wirtschaft inzwischen als unberechenbares Risiko. Die Investitionen sind um die Hälfte zurückgegangen. Die drei größten Ratingagenturen bewerten die Türkischen Schuldverschreibungen inzwischen als wertlosen, riskanten „Müll“, als „Junk Bonds“. Sie seien praktisch derzeit unverkäuflich…
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https://www.nytimes.com/2017/07/22/business/turkey-akin-ipek-fethullah-gulen-recep-tayyip-erdogan.html?emc=edit_ta_20170722&nl=top-stories&nlid=66731401&ref=headline