Rajoys Erholung der spanischen Wirtschaft, oder Eigenlob stinkt!

2. September 2015

Obwohl er von Merkel wegen des spanischen Wachstums auf der PK anläßlich seines Besuches in Berlin am Montag gelobt worden war, hat der (s)panische Ministerpräsident Mariano Rajoy keinen echten Grund zur Freude, denn seine Erfolge stinken gewaltig zum Himmel:

Die Arbeitslosigkeit ist im August, in der Hochsaison eines Tourismus-Rekordjahres, erstmals seit sechs Monaten wieder gestiegen und zwar um 21.679 und damit um das Dreifache(!) im Vergleich zum Vorjahres-August!

In Spanien sind derzeit 4.067.955 Personen Arbeitslos gemeldet. Die Anzahl der nicht gemeldeten Arbeitslosen kann nur geschätzt werden.

Nur 6,43% der neuen Arbeitsverträge sind zeitlich unbegrenzt!

Und nur die Hälfte von diesen, 3,89% gehen über die volle Stundenzahl!

Die Sozialversicherung hat im August 134.289 Versicherte verloren.

Wenn Merkel und Rajoy also über die wundersame, vorbildliche Erholung der spanischen Wirtschaft reden, dann sprechen sie nicht über den Faktor Arbeit, sondern meinen Wachstum und Rendite und so neoliberalen Kram…


“Haircut”, Schuldenschnitt! Die Ukraine ist schließlich nicht Griechenland…

27. August 2015

Erinnern wir uns an das monatelange Tauziehen um die als Dritte Griechenland-Rettung verkleidete Bankenrettung? Knüppelhart wurde da gerungen und der von praktisch allen Institutionen geforderte Schuldenschnitt durfte nicht sein, denn da hätten ja Banken SOFORT, ECHTES Geld verloren und abschreiben müssen und Frau Merkel hätte dem Deutschen Michel konkrete Zahlen nennen müssen, was der Spaß so kostet. Daher der plumpe Trick mit der Verlängerung der Laufzeit und der Reduzierung der Kreditzinsen, was faktisch auf das Gleiche hinausläuft, jedoch den Charme hat, dass die Leichen weiterhin als Forderungen (die evtl. sogar bedient werden!) in den Büchern stehen.

Wie anders läuft es da doch derzeit in der Ukraine! Dieser failed-state hat seit dem US-Putsch in Kiew gewissermaßen Narrenfreiheit, immer mit dem Ziel den Konflikt mit Russland am Brennen zu halten um über das NATO-Vasallentum die Europäer an der kurzen Leine unter Kontrolle zu halten. Die Ukraine ist (noch!) nicht im Euro, aber diese bestechende Idee wird den Amis sicher noch rechtzeitig kommen?

Wenn Kiew also Geld braucht, was praktisch ständig der Fall ist, dann ist es überaus praktisch, dass dort US-Staatsbürger in verschiedensten Funktionen in Regierung, Verwaltung und Militär tätig sind. Die zuständige ukrainische Finanzministerin, die US-Staatsbürgerin Natalie Jaresko ist in den USA (Illinois) geboren, aufgewachsen und hat in Chicago studiert. Sie hat in fast allen wirtschaftlich relevanten US-Ministerien und internationalen Finanzorganisationen gearbeitet. Die Ukra-Staatsangehörigkeit bekam sie erst vor 9 Monaten bei ihrer Amtsübernahme! So sollte es Einen nicht wundern, wenn in Kiew die Forderungen schneller, geräuschloser und geschmeidiger bedient werden, so ganz ohne Sturz der Regierung, ohne Neuwahlen und all den demokratischen Kram mit dem Griechenland uns in Atem hielt. Es heisst im Klartext aber auch: In Kiew geschieht NICHTS ohne Wissen und Billigung der USA!

Kiew bekommt unter anderem einen Igitigit-SCHULDENERLASS von 20% oder 3,2 Milliarden Euro gestrichen, einfach so, WEG sind ‘se!

Reichlich Spielgeld muss aber sicher auch noch nachgeschossen werden, denn die Schulden sind ja bekanntlich nur eine Sache und die Kassen sind leer in Kiew. In dieser korrupten Oligarchie die Lage der Wirtschaft auf den von Schoko-Poro kunstvoll am Laufen gehaltenen Konflikt in der Ostukraine zu schieben, das ist schon ein besonderer Fall von Chuzpe…

Haben wir dazu ein einziges Wort von den üblichen Verdächtigen gehört, den Schäubles, Merkels, Hollandes oder Camerons? Das flutscht. Fast wie die feudalistische Vergabe von Abgeordnetenmandaten durch Schoko-Poro und Nazi-Jaz gegen Millionenbeträge zur Finanzierung ihrer eigenen Wahlkämpfe. Oligarchenkram halt…

Aber selbst der ECONOMIST stellt nüchtern fest, dass es dem Durchschnittsbürger der Ukraine heute deutlich schlechter geht als am Ende der Sowjet-Zeit und die Inflationsrate beträgt 60%.
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http://www.reuters.com/article/2015/08/24/ukraine-crisis-debt-idUSL5N10Z30320150824
http://derstandard.at/2000020421563/Ukraine-steht-vor-schicksalsschwerem-Treffen
http://www.cnbc.com/2015/08/27/ukraine-reaches-debt-restructuring-deal-russia-news-agency.html
http://www.economist.com/news/finance-and-economics/21662584-ukraines-deal-its-creditors-less-impressive-it-appears-tinkering

https://en.wikipedia.org/wiki/Natalie_Jaresko


LIDL in Katalonien mit Separatisten Marketing?

19. August 2015

Vor einigen Monaten veröffentlichte die Generalitat de Catalunya(!) eine Studie die besagte, daß das Català (das Catalán) die Umgangssprache von (nur!) 36,3% der Bevölkerung Kataloniens sei, während 50,7% im Alltag Castellano (Spanisch) sprächen!
Das bedeutet, daß 40% mehr Katalanen Spanisch sprechen als Catalá! Ein bemerkenswertes Eingeständnis angesichts des alltäglichen umfangreichen Sprachenterrors der Generalitat zu Gunsten des Catalá.

Die deutsche LIDL-Kette kümmert das anscheinend wenig? Sie verkündet zweisprachig per Plakat an ihren Supermärkten DIUMENGES OBERT und OPEN ON SUNDAYS also in Catalá und Englisch, dass die Supermärkte Sonntags geöffnet seien und die Spanisch sprechende Hälfte der Katalanen guckt dumm aus der Wäsche. Sie werden als Kunden wohl nicht Ernst genommen, sind nicht existent? Oder SOLL die Spanisch sprechende Hälfte der Katalanen Sonntags nicht einkaufen?
Dürfen Sonntags nur “echte Katalanen” und Engländer rein? RATLOS?

Die spanische(!) Zentrale von LIDL befindet sich in Barcelona(!). Da wird anscheinend mit separatistischen und nationalkatalanistischer Gesinnung geworben und Marketing betrieben?

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http://dolcacatalunya.com/2015/08/16/asi-menosprecia-lidl-a-sus-clientes-castellanoparlantes/

Für Einsprüche und Anregungen: kontakt@lidl.com


Spanische Sozialisten der PSOE fordern soziales Europa!

18. August 2015

Um ihre Zustimmung zum 3. Rettungspaket für Griechenland den krisengeplagten Spaniern zu verkaufen haben die spanischen Sozialisten gleichzeitig einen Forderungskatalog aufgestellt, der zumindest Fragen aufwirft? Sie fordern:
Eine Reform der EU.
Einen einheitlichen europäischen Mindestlohn.
Ein einheitliches europäisches Renteneintrittsalter.
Eine gemeinsame europäische Arbeitslosenversicherung.
Dazu europäische Finanztransaktionssteuern.

Darüber seien auch schon Gespräche mit den französischen Sozialisten geführt worden, so heisst es von Seiten der PSOE.

So wünschenwert diese Forderungen auf den ersten Blick auch erscheinen, so muß man dabei auch die Ausgangslage berücksichtigen. Die existierende massive Ungleichheit innerhalb der EU würde nicht durch diese „populistischen Maßnahmen“ beseitigt. Dazu brächte es eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik und auch diese könnte den unterschiedlichen Bedingungen nicht gerecht werden. Es bräuchte konkret einen riesigen, gesteuerten und geregelten Finanztransfer der drei, vier Top-Länder der EU an die armen Peripherie-Staaten und dies über einen längeren Zeitraum von mindestens ein, zwei Jahrzehnten! Dazu sind diese derzeit absolut nicht bereit.

Bei der Umsetzung der PSOE-Forderungen würde wohl ein Durchschnitt angestrebt, der deutlich UNTER den derzeit in Deutschland geltenden Leistungen liegen würde?

Beispiel: Mit dem deutschen Mindeslohn von 8,50 Euro pro Stunde, der längst nicht flächendeckend eingehalten wird, kann man in Deutschland nicht leben, in weiten Teilen Süd- und Osteuropas aber durchaus gut. Mit auskömmlichen Renten- und Arbeitslosenleistungen und hohen Mindestlöhnen werden in diesen Ländern aber weder neue Jobs noch Motivation zur qualifizierten Arbeit geschaffen. Es würde wohl eher eine Flucht aus prekären Arbeitsverhältnissen in Arbeitslosigkeit und Rente auslösen und das würde also Dauersubventionen bedeuten?

Man muß wohl annehmen, dass jeder europäische Durchschnitt unterhalb der derzeit in den reichen EU-Ländern geltenden Leistungen läge und hier zum Abbau von Löhnen und Leistungen führen würde und dies, ohne zugleich die höhere Produktivität dieser zentralen Staaten zu berücksichtigen? Es würde wohl zu höheren Gewinnen der Kapitaleigner, zu niedrigeren Leistungen der Arbeitnehmer und zu höheren Steuerbelastungen durch Dauertransfers führen? Mit WEM will die PSOE dies durchführen?


Verlierer: Luis de Guindos, Rajoy, Spanien & Merkel!

14. Juli 2015

Durch die nächtliche Kulmination der Griechenland-Debatte trat eine Entscheidung vom Montag ein wenig in den Hintergrund. Die Wiederwahl und Verlängerung des Vertrages des Niederländischen Wirtschaftsministers Jeroen Dijsselbloem (49) an der Spitze der Euro-Gruppe um zweieinhalb Jahre.

Auf diesen Job hatte sich seit langem der spanische Wirtschaftsminister und Ex-Goldman-Sachs-Banker Luis de Guindos beworben. Selbst der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte zumindest seit seiner Kurz-Wallfahrt mit Angela Merkel auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela für de Guindos antichambriert! Das wurde von den Spaniern als Anerkennung ihrer Sparleistungen und entsprechende Aufwertung ihres Gewichtes in Europas Diplomatie gesehen und gefordert. Nichts von dem wurde wahr!

Dijsselbloem wurde von den 19 Euro-Staaten am Ende einstimmig gewählt. Luis de Guindos ging vollkommen leer aus! Gerüchten zufolge soll es zunächst in einem ersten Wahlgang mit verschlossenen Umschlägen ein knappes Ergebnis von 10 zu 9 für den Niederländer gegeben haben. Danach optierte man angeblich für eine einstimmige Stimmabgabe mit dem bekannten Ergebnis. Nicht einmal Spanien habe also am Ende für seinen eigenen Mann optiert!

Dijsselbloem gilt nicht nur einer der härtesten „Falken“ bei den Spar-Fanatikern der EU, er stammt auch aus den „kleinen Niederlanden“ was ihm die Unterstützung einer Allianz kleiner Euro-Staaten sicherte, die den Einfluss der großen Staaten auf die Top-Jobs begrenzen wollten. Spanien besitzt die viertgrößte Wirtschaft der Euro-Gruppe, sowie die fünftgrößte Bevölkerung der EU und im Vergleich dazu recht wenig Einfluß…

Die zehn Unterstützer Dijsselbloems sollen die Staaten Österreich, Slowakei, Slowenien, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Holland, Litauen und Malta gewesen sein.

Für den Spanier hätten dann also Belgien, Deutschland, Finnland, Irland, Lettland,  Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien optiert.

Dies wird von Spanien ganz sicher als Affront verstanden werden und den südeuropäischen Euro-Kritikern neuen Zulauf verschaffen UND Rajoys Wiederwahl (im November?) erschweren. Ein weiterer Schritt hin zu einem Bruch des Euro-Raumes? Quien lo sabe..?


Europas griechische Chance!

6. Juli 2015

Nichts ist alternativlos, Frau Merkel, haben Sie das jetzt endlich verstanden? Das gilt für viele Dinge in „Ihrem“ Europa, ganz besonders für das hirn- und zinslose Zwangssparen, Herr Schäuble, mit dem „aus Prinzip“ Europas Südstaaten verarmt werden. Ich hoffe, dass jetzt nicht von den Eurokraten der Versuch unternommen wird, die Griechen als Exempel in die Knie zu zwingen?

Wenn in Europas Nationalstaaten überall der Widerstand gegen Brüssels EU wächst, vielerorts Austrittsphantasien blühen und überall rechte Parteien aus dem vertrockneten politischen Boden schießen, dann hat das Gründe und die sind in den zwar von Nationalismen geprägten, im Grundsatz aber von den USA verordneten neoliberalen wirtschaftlichen Hauptströmungen der „Merkel-EU“ zu finden.

Da kommt ein solches Statement des „armen, unwissenden, verführten griechischen Volkes, dieses über seine Verhältnisse lebenden faulen Packes“ aber so etwas von unpassend…

Nachdem Frau Merkel also das Verhältnis der Deutschen, Verzeihung, erst einmal nur der deutschen Wirtschaft zu Russland ruiniert hat, hat sie es nun bei den Griechen verkackt!

Sie wird, stellvertretend für deutsche Wirtschaftspolitik, auch in Italien, Spanien und Portugal und in Teilen von Frankreich ebenso inniglich geliebt, wie in Griechenland!

Das UK ist eine Ausnahme. Merkel und Cameron haben nur scheinbar eine entgegen gesetze Agenda. Beide verfolgen stramm US-gelenkte neoliberale Wirtschaftsziele. Der Brite täte dies gerne auch außerhalb der EU, während Merkel versucht, die EU schnell so umzubauen, dass Cameron drin bleiben kann. Warum sie das tut? Nun, ich bin kein Hellseher. Manche sagen sie habe noch nicht genug? Schön für sie, aber haben wir genug von ihr? Wollen wir „100.000 Mark-Bargeld-Spenden Schäuble“ oder dem aufgepumpten Gabriel unser Schicksal anvertrauen?

Die Deutschen sind gefragt sich über die wachsende Armut, Umverteilung und Ungerechtigkeit in Deutschland und Europa Gedanken zu machen, die über faule Griechen und Asylanten hinaus gehen, die die künftige Rolle der EU und Deutschlands Rolle als US-NATO-Vasall betreffen..

Was sich derzeit in Europa zusammen braut, das hat viel mehr mit Washington, New York oder London zu tun, als mit Athen oder  Moskau.. und Frau Merkel sitzt es aus, wenn sie sich nicht gerade als neoliberale Handlangerin von Obama geriert.


Merde, können Franzosen ab September keinen Gebrauchtwagen mehr kaufen?

27. Juni 2015

Noch stehen die gebrauchten Kisten an jeder Ecke, überall herum!
Bisher war das in vielen Fällen so: Man suchte sich eine aus, handelte den Preis aus, zog ein Bündel Bares aus der Tasche, blätterte den Kaufpreis auf den Tisch, steckte sich den Schlüssel und die Papiere ein und machte sich mit seiner Neuerwerbung vom Acker. Das war einmal…

In Frankreich dürfen Geschäfte ab September nur noch bis zu einem Wert von 1.000€ (Eintausend!) in Bar abgewickelt werden. Alles, was teurer ist, muss künftig über Konten laufen.

Aber es gibt noch andere Geschäfte, die auch schon mal diesen Grenzwert übersteigen können, die der Franzose ungern per Überweisung abwickeln würde, DSK lässt grüßen!

So soll dem florierenden Schwarzmarkt der Bargeld-Saft abgedreht werden und mehr Steuerehrlichkeit entstehen. Jedenfalls entsteht zumindest mehr Abhängigkeit von den Banken und dem elektronischen Geldverkehr. In Skandinavien denkt man gar schon laut über die völlige Abschaffung des Bargeldes nach!

Die übliche Begründung lautet Schwarzgeld, Geldwäsche, Steuerhinterziehung UND NEUERDINGS NATÜRLICH AUCH Finanzierung des Terrorismus(!)

Da wird der freie Mensch zum Sklaven (s)einer Bank und gerät in völlige Abhängigkeit. Nur unter Omas Kopfkissen oder unter ihrer Matraze wird es dann leerer, wenn sie nur noch eine Bankkarte dort horten kann!

In Spanien beträgt das derzeitige Limit für Bargeld-Geschäfte 2.500€. Vielerort werden auch in Deutschland in Supermärkten und Tankstellen keine Scheine im Wert über einhundert Euro akzeptiert. Die Versklavung verläuft mit leisen Schritten, aber unaufhaltsam…

Muss man künftig als Franzose einen Gebrauchtwagen in Einzelteilen kaufen, Räder. Karosserie, Stossstangen, Türen, Motor, etc. um diese Einzelgeschäfte dann noch in Bar abwickeln zu können?