Rücktritt: Quer-Schläger für Mas?

28. November 2015

Der Herrscher der öffentlichen Aufträge in Katalonien, Joan Lluís Quer, umstritten seit er persönlich von Artur Mas ausgewählt und eingesetzt worden war um absolut jeden öffentlichen Auftrag in Katalonien zu kontrollieren, präsentierte Gestern seinen Rücktritt mit der lapidaren Begründung, daß seine Arbeit getan sei und er sich anderen Tätigkeiten zu wenden wolle! Quer war mit rund 150.000 Euro Jahresgehalt der höchstbezahlte Angestellte Kataloniens und bekam mehr als Artur Mas selbst und das Doppelte des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy.

Gegen Quers „rechte Hand“ Josep Antoni Rosell waren die Ermittler bei der letzten 3%-Provisions-Bestechungsrazzia fündig geworden, bei der die Büros der letzten CDC-Schatzmeister, ihrer Stiftungen und verschiedener Firmen und Unternehmer durchsucht worden waren.

Quer wurde von der Generalitat mit warmen Worten verabschiedet. Er habe den Sektor öffentliche Infrastrukturen tiefgreifend restrukturiert. Zu den Großprojekten gehörten die Linie 9 der Metro von Barcelona, deren Verlängerung bis zum Flughafen El Prat de Llobregat und „Segarra-Garrigues“ ein Kanalbauprojekt für die Ewigkeit.

Die Ermittlungen des Richters Josep Bosch aus El Vendrell gegen Quers „rechte Hand“ Rosell, bzw deren bisher bekannt gewordener Ermittlungsstand, streiften ihn hingegen auf wundersame Weise nur am Rande. Rosell hatte vergeblich versucht einen Tresor und vier Koffer vor den Ermittlern zu retten und war von der Generalitat vorbeugend aus dem Verkehr gezogen worden.

Wenige Tage danach erkennt Quer plötzlich, aus heiterem Himmel, daß seine Arbeit getan sei und wirft das Handtuch. Es wird gemunkelt, dass diese Entscheidung mit dem Kanalbau- und Bewässerungsprojekt „Canal Segarra-Garrigues“ zu tun haben könnte,  der als eines der größten öffentlichen Projekte Europas gelte? Darüber sollen sich Unterlagen in den Koffern befunden haben die Richter Bosch bei der Razzia beschlagnahmen lassen konnte. Es wird darin gezeigt, wie die Hauptverantwortlichen wie durch Drehtüren zwischen Jobs in der Wirtschaft und Vergabestellen der Generalitat wechselten und dabei Wissen und Kontakte gewinnbringend einsetzten.

Gegen Quer und Rosell hatte es bereits 2011 eine Anzeige eines hohen Insiders der Vergabestelle für öffentliche Aufträge gegeben, anscheinend vier Jahre lang ohne abschließende Ermittlungsergebnisse?

Aber gegen Quer selbst wird seit 2014 auch in einer ganz konkreten Sache ermittelt. Er habe in 2007 als ehemaliger Leitender Angestellter der Agencia Catalana de Agua, ACA mit einem anderen zusammen einen Vertrag mit seiner Ex-Firma gemacht, der den Beiden 3,75 Millionen Euro einbrachte und diesen dann um 38(!) Zusatzverträge und um 3.93 Millionen Euro erweitert. Die Beiden haben also zusammen 7,68 Millionen Euro abgezockt ohne durch öffentliche Ausschreibungen belästigt zu werden! Die ACA war übrigens zwei Jahre später Pleite!

Die Aufträge, die er erhalten hatte, hat er übrigens komplett weiter vergeben und nur kassiert. Erst im Juni 2015 ließ ein Gericht in Barcelona eine Klage gegen Quer und Co. in dieser Sache zu!

Diese alten Geschichten und Ermittlungen unterdrückt die Generalitat in ihrem Schreiben natürlich vollständig und dankt Quer für seine exzellente Arbeit der letzten Jahre.

Zum Nachfolger wird Ricard Font, einer der engsten CDC-Funktionäre aus dem Artur Mas Klüngel ernannt, Visca els 3%!

dazu mehr unter:  Un alto cargo de Mas que se llevó 7,6 millones de euros dimite por razones personales. Noticias de Cataluña  http://goo.gl/hs2VH9


Buntes CAT-SEP-Allerlei!

13. November 2015

Zwei Pujol-Söhne stehen wegen Geldwäsche vor Gericht!
Josep und Pere Pujol Ferrusola stehen heute Morgen um 10 Uhr vor dem Richter wegen der Anklage der Geldwäsche. Das wird Jordi und Marta, dem katalanischen Pendant zu Bonnie & Clyde in den USA, gar nicht gefallen: Majestätsbeleidigung!

Gegen die Pujols wird seit 2012 ermittelt und der schleppende Fortschritt erlaubte es dem Ältesten des Ex-Präsidenten dutzende Millionen Euro aus Andorra in andere Steuerparadiese abzuziehen und das Geld so vor dem spanischen Staat zu retten! Man kann sehr leicht den Überblick verlieren, aber ich glaube, derzeit wird gegen die Eltern und 6 ihrer 7 Kinder, sowie einige Ex-Ehepartner wegen Korruption, Steuerhinterziehung und Geldwäsche ermittelt?
http://www.20minutos.es/noticia/2603754/0/josep-pere/pujol/blanquear-fortuna-familiar/

Die ANC, die SA der CAT-SEP-Parlamentspräsidentin Forcadell, will mit nationalkatalanistischen Massenkundgebungen die CUP unter Druck setzen!
Gestern skandierten sie auf zahlreichen öffentlichen Plätzen zu Gunsten des Polit-Chaoten Artur Mas, den sie als Präsidenten sehen wollen und dabei die demokratischen Prozeduren des Parlamentes als störend empfinden. Vielleicht kann man diese nach der Machtergreifung der CAT-SEP’s ja einfach aussetzen oder gleich ganz abschaffen? OMNIUM CULTURAL hat sich diesem Druck auf die CUP nicht angeschlossen, da Teile der Organisation ausgezeichnete Kontakte zur CUP pflegen. Auch weigerte sich OMNIUM kürzlich mit den Unterschriften für die Unabhängigkeit, die im letzten Jahr gesammelt wurden, in Straßburg den Europa-Rat zu belästigen, der damit nun gar nichts zu tun hat und der oft mit der EU verwechselt wird. Sie weigerten sich aber weniger aus Überzeugung, sondern weil niemand aus der ersten Garnitur die Katalanen empfangen wollte! Es wächst sowieso der Eindruck, daß die von der Generalitat hoch subventionierten sogenannten „Zivilgesellschaftlichen Formationen“ ANC und OMNIUM wachsende Spannungen und Probleme miteinander haben. Jetzt hat Artur Mas mindestens 14 Tage Zeit für einen möglichen dritten Anlauf auf den Präsidententitel und -sessel, denn die CUP will ihre in einem 50 Seiten Dokument zusammengefassten 39 Forderungen an Mas am 29. November in Basisversammlungen demokratisch klären und legitimieren lassen.
http://www.elconfidencial.com/espana/cataluna/2015-11-13/guerra-secesionista-la-anc-presiona-con-la-calle-a-la-cup-para-que-vote-a-mas_1094687/

Mas stiftet schon wieder Unruhe, diesmal innerhalb der CUP!
Obwohl er im Parlament sagte, es gäbe Rote Linien für ihn, die er nicht überschreiten würde, glaubt ihm dies keiner mehr und die Verhandlungen mit der CUP scheinen dies zu bestätigen. Trozdem macht man sich so langsam mit dem Gedanken an Neuwahlen vertraut, die eigentlich keiner will, aber für die man sich Mut macht mit der Erwartung, daß die Gegner der Separatisten irgendwann genug hätten von den ganzen Wahlen und, da weniger radikal indoktriniert, einfach zu Hause bleiben würden. CDC und ERC würden dann wieder getrennt antreten, da die Ergebnisse der Liste Jx3%Sí die Erwartungen der Separatisten nicht erfüllt habe. Man rechnet mit Zugewinnen der ERC (30+) und weiteren Verlusten der CDC (30-) wobei sich meine alte Prophezeihung erfüllen würde, daß Artur Mas die CDC von 64 über 50 auf rund 25 Sitze „zu Tode siegen“ würde, ganz ohne daß diese sonderbare politische Formation ihn endlich absetzt und rauswirft?
http://www.elconfidencial.com/espana/cataluna/2015-11-11/artur-mas-logra-lo-imposible-en-su-ultima-cabriola-crear-tension-dentro-de-la-cup_1093103/

Exodus aus CAT: Französischer Partner der Caixa SUEZ Environnement España, und Eigentümer des Torre Agbar (des bunt beleuchteten “Zäpfchens” im Ostteil der Stadt) in Barcelona verlegte seinen spanischen Hauptsitz bereits im Oktober „heimlich, still und leise“ nach Madrid! Kataloniens größte Bank LA CAIXA ist zweitgrößter Aktionär bei SUEZ und denkt angeblich selbst auch über eine Verlagerung des Hauptsitzes nach Mallorca oder Navarra nach? Langsam holt die wirtschaftliche Wirklichkeit die CAT-SEP’s ein..
http://www.elconfidencial.com/empresas/2015-11-13/empieza-la-diaspora-la-caixa-no-impide-que-suez-espana-tome-el-puente-areo-a-madrid_1094435/

Menschen auf der Straße an Separatismus-Spektakel relativ uninteressiert. Das unwürdige Spektakel der CAT-SEP’s, die beim doppelt gescheiterten Versuch der Regierungsbildung erkennen müssen, daß sie sich ihre Stimmenmehrheit von 72 Stimmen höchst kreativ zusammengerechnet  und dabei diese Rechnung ohne die Realität der CUP gemacht haben, hinterlässt wenig Eindruck bei den Katalanen auf den Straßen und in den zahlreichen Kneipen und Bars (höchste Kneipendichte Europas, auf jeweils 169 Einwohner kommt eine Kneipe!).
http://www.abc.es/espana/abci-politicos-independizan-calle-201511130318_noticia.html

Die Wunschliste der CUP an Artur Mas:
Harter Bruch mit Spanien, Gratis-Autobahnen, Stopp der Enteignungen von Wohnungen, Mindestrente! Gratis-Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für Arbeitslose, Stopp des Freizeit- und Glückspiel-Mega-Projektes Barcelona World, Die 39 Bedingungen von CUP für eine mögliche Investur von Mas! Am Ende erleben wir womöglich noch den Schwenk des neoliberalen, korruptionsverdächtigen Artur Mas zum linksromantischen Sozialreformer? Egal, Hauptsache = Präsident!
http://www.elmundo.es/cataluna/2015/11/13/56451e5846163fb5238b4580.html

Mas opfert die Ehre und den Respekt vor dem Amt des Präsidenten der Generalitat de Catalunya auf dem Altar seines persönlichen Ehrgeizes. Das er dabei die Verfassung und Gesetze Spaniens gleich mit negiert kommt erschwerend dazu. Inzwischen werden schon Witze über den Separatisten-Chor, über das Quartett aus Mas und seinen drei Vize-Präsidenten gemacht, die demnächst im Autonomieparlament gemeinsam vortragen können, ob nun singend oder gesprochen. Man darf dabei nicht vergessen, daß Artur Mas die von Jordi Pujol persönlich ausgesuchte Zeitbombe auf dem Sessel des Präsidenten war in der Hoffnung und Absicht vermutlich, diesen dann zur rechten Zeit gegen seinen Sohn Oriol auszutauschen um die Hierarchie der Pujols fortzuführen in Katalonien.
http://elpais.com/elpais/2015/11/12/opinion/1447359354_998917.html

Das Geheimtreffen der Verhandlungsführer von Jx3%Sí und der CUP soll sehr schlecht gelaufen sein, wollen Eingeweihte wissen. Dabei waren Artur Mas, Francesc Homs, Josep Rull für die CDC, Oriol Junqueras und Marta Rovira für die ERC, sowie Anna Gabriel, Benet Salellas und Antonio Baños für die CUP. Angeblich soll Mas bereit gewesen sein, zahlreiche Kompetenzen des Präsidenten an seine angebotenen drei (3!) Vize-Präsidenten abzutreten und sich binnen 10 Monaten einer Vertrauensabstimmung im Parlament zu stellen. CUP lehnte diese Vorschläge rundweg ab, da Mas immer noch der Kandidat für die Präsidentschaft sei. Auch die Forderung von Jx3%Sí nach einem Gegenvorschlags der CUP lehnte diese ab, mit dem Verweis, dies sei Sache von Mas und seinem Team. Es gab anscheinend eine völlige Blockade? Die Frage stellt sich nun, ob wenigstens in diesem Moment den Beteiligten CAT-SEP’s klar wurde, daß man die Stimmen so unterschiedlicher Parteien nicht einfach addieren kann. Das bedeutet faktisch, die CAT-SEP’s besitzen keine Mehrheit im Parlament, solange sie ihre inneren Widersprüche und Probleme nicht klären können und dies steht und fällt mit der Person des Artur Mas, was der wieder einmal völlig anders sieht…
http://www.elperiodico.com/es/noticias/politica/como-fue-reunion-junts-pel-si-cup-palau-generalitat-investidura-artur-mas-4667129

CUP: Neuwahlen erhebliches Risiko für die Separatisten!
Außerdem, so Antonio Baños, würde ein Kandidat Artur Mas bei Neuwahlen die Basis der Separatisten nicht gerade verbreitern, vergrößern! Die wertvollen 72 Sitze, die man nach 5 Jahren Kampf für den Separatismus gemeinsam erreicht hätte, sollten von Mas nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Man müsse nicht Monate auf Entscheidungen warten, aber sich auch nicht Drohungen, Ultimaten und Erpressungen aussetzen müssen (Soviel zur Verhandlungsführung von Artur Mas!). Eine Stimmenspaltung der CUP, wie Mas sie verlangte, also zwei Pro-Stimmen für Mas und die restlichen 8 Stimmen der CUP müssten sich enthalten, lehnte er rundweg ab! Trotzdem verbreitet Antonio Baños Optimismus, „derzeit würden viele Dinge „gekocht“ und Dinge gemacht, die noch nie getan worden seien“ fügte er geheimnisvoll hinzu..
http://www.lavanguardia.com/politica/20151113/54438821244/cup-admite-elecciones-riesgo-tremendo-independentismo.html

Das spanische Finanzministerium hat die Generalitat de Catalunya per Brief dazu aufgefordert, bis zum 15. November, also dem kommenden Sonntag, ihren Haushalt um 1,3 Milliarden Euro zu kürzen um die Defizitvorgaben einzuhalten. Ursache sei ein kürzlich erst entdecktes Haushaltsloch aus dem Jahre 2011. Die Katalanen bezeichneten dies lediglich als Definitionsproblem, entstanden durch unterschiedliche Buchungskriterien bei dieser Art von Aufträgen.
http://www.lavanguardia.com/economia/20151112/54438792984/hacienda-generalitat-ajuste-1318-millones.html


FITCH: Katalonien Schrott-Niveau! UGT: Spanien Armenhaus für Arbeitende!

13. November 2015

Die „Rateagentur“ FITCH senkt die Einstufung von Catalunya, das bisher gleich wie die anderen Autonomien Spaniens eingestuft wurde, gleich um zwei Stufen von „BBB-„ auf „BB“ ab! Dies geschieht mit ausdrücklicher Begründung und Bezug auf die separatistische Resolution des katalanischen Parlamentes von diesem Montag. Katalonien kann sich am Geldmarkt praktisch kein Geld mehr beschaffen und ist somit vollständig auf die „bösen, spanischen Ausbeuter und Gewohnheitsunterdrücker in Madrid” angewiesen.

FITCH weist weiter darauf hin, daß selbst dieses Schrottwerte-Niveau einer minimalen Zusammenarbeit zwischen Madrid und Barcelona bedürfe, die es momentan nicht gäbe. Alles, was die Regierung in Madrid gegenwärtig tun könne, auch im Hinblick auf die Aufhebung der Autonomie nach Artikel 155 der spanischen Verfassung, würde wohl zu noch mehr Schwierigkeiten für die Finanzierung Kataloniens und bis hin zu sozialen Unruhen seiner Bevölkerung führen?

Aber die Fehler werden selbstverständlich nicht NUR in Katalonien gemacht. Die sogenannten wirtschaftlichen Erfolge in Spanien, für die sich der spanische Präsident Mariano Rajoy von Europas Konservativen gerne als Musterknabe feiern lässt, sind für die arbeitende und arbeitslose Bevölkerung Spaniens gleichermaßen schrecklich.

Die Gewerkschaft UGT  weist Gestern in Alcalá de Henares darauf hin, daß die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung des Landes dies zu unzumutbaren Armutslöhnen tue!

Dies seit zunächst der „Bekämpfung der Wirtschaftskrise“ seit 2010 und dann den Arbeitsmarktreformen seit 2012 geschuldet.
Danach sei in Spanien das unerträgliche Phänomen des armen Arbeiters aufgetaucht, der trotz Vollarbeit mit seinem prekären Einkommen seine Basisbedürfnisse des täglichen Lebens nicht mehr befriedigen, erwirtschaften könne! Der gewerkschaftliche Chronist dieser Missstände muss sich dann aber auch nach der Rolle und Verantwortung der spanischen Gewerkschaften, ihrem Beitrag zu diesen Missständen fragen lassen?

So können Arbeitnehmer z.B. im ersten Jahr ihrer Beschäftigung SOFORT, und GRATIS vom Arbeitgeber entlassen werden. Das sind Bedingungen wie bei den alten, auf max. 11 Monaten befristeten  Zeitverträgen, nur verlängert und für ALLE geltend! Die Statistiken der spanischen Regierung verschleierten die Realität. Rechne man die Zeitverträge (33%), die Teilzeitverträge (16%) und die Arbeitslosen hinzu, dann befinde sich die Hälfte der Arbeitsfähigen Bevölkerungsgruppe Spaniens in Armutsbedingungen! Als Folge dessen seien auch die Renten seit 2010 um 8% gefallen…


Einen Türken bauen: Spaniens Presse in der Krise?

13. November 2015

Die NEW YORK TIMES, (NYT) findet das zutreffend und hat jüngst darüber geschrieben. Grob gesagt, geht es darum, daß Spaniens Presse offenbar einem türkischen Modell folgt, mit dem Erdogan die Medien seines Landes unter Kontrolle hält.

Der Ausgangspunkt:
Die Presse ist hoch verschuldet bei den Banken. Diese können schlecht selbst als Eigentümer tätig werden und suchen potente Investoren.

Diese Investoren machen Regierungsgeschäfte oder benötigen Lizenzen und Genehmigungen von der Regierung.

Die Investoren aus der Industrie geben ihr Geld den Banken, welche darob drei Kreuze machen!

Die Banken sind den Balast los, ihre Verschuldung sinkt, ein (potenter) Anderer hat die Probleme am Hals.

Die Investoren suchen Verzinsung oder nutzen die Schulden und Verluste der Medien um ihre Steuerlast zu drücken.

Das bedeutet, daß letztlich der Steuerzahler die Medien rettet. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor?

Der Investor macht seine wesentlich wichtigeren Stamm-Geschäfte mit dem Staat, bzw, dessen Regierung. Er ist hier in vielfältiger Weise erpressbar, beeinflussbar  und er gibt diesen Druck direkt an die Medien weiter.

Die Medien schonen folglich im Eigeninteresse die Regierung, die Investoren und die Banken und erzählen ihrem eigentlichen Retter, dem Steuerzahler dummes Zeug! Kommt Ihnen das eventuell irgendwie bekannt vor?

Ups, wo ist denn plötzlich die „Vierte Gewalt“ geblieben? Welchen Wert haben eigentlich Medien, die ihre Wächter- und Kontrollfunktion gegenüber dem Staat, der Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr, oder nur noch sehr einseitig, erfüllen?
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PS: In Spanien sollen in den letzten fünf Jahren 11.000 Journalisten ihren Job verloren haben…
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http://www.nytimes.com/2015/11/06/universal/es/periodicos-espanoles-luchan-para-sobrevivir-a-las-presiones-economicas-y-politicas.html?smid=tw-share


Exodus: Hat die EZB sechs spanischen Großbanken geraten Catalunya zu verlassen?

29. Oktober 2015

Die Erklärung des neuen katalanischen Parlamentes den ersten Schritt zur Unabhängigkeit zu tun, soll unmittelbare Folgen gehabt haben. Hohe Funktionäre der EZB sollen aus Frankfurt in Barcelona angerufen haben und den Spitzen der Banco Santander, der BBVA, der CaixaBank, der Sabadell, der Bankia und der Popular dringend angeraten haben, Katalonien zu verlassen, bzw. der Hauptsitz aus der Autonomie zu verlegen, oder andere geeignete Schritte zu unternehmen, da sonst ihre Finanzierung, ihre Liquidität nicht gesichert sei, wenn ein von Spanien abtrünniger, neuer Staat Catalunya automatisch aus der EU und dem Euro fliegen würde. Das wussten die aber selbst schon;-)

Neu war für sie vielleicht der technische Aspekt, automatisch auch aus der Verteilung der Geldscheine ausgeschlossen zu sein, was vermutlich in allerkürzester Zeit zu Geldknappheit an Bankschaltern und Geldautomaten führen würde? Chaos!
Da solche Zustände den Banken insgesamt Schaden würden soll es zur Schadensbegrenzung geplant sein, den Hauptsitz und große Teile des Geschäftes aus Katalonien zu verlegen und das Geschäft in der Autonomie bzw. dem neuen Rebellenstaat künftig wie Auslandsfilialen von minderer Bedeutung zu betreiben.
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http://www.elconfidencialdigital.com/dinero/BCE-presion-bancos-abandonen-Cataluna_0_2590540927.html


Die Pujols: Kriminelle Geldeintreiberfamilie mit angeschlossener Geldwäscherei?

29. Oktober 2015

Jordi Pujol Junior war Inhaber von einem Dutzend Konten in Andorra, auf die seit 1990 bis 2012 Peseten, US-Dollars, D-Mark und Euros im Wert von über 47 Millionen Euros eingezahlt wurden. Etwa ein Drittel mittels Überweisungen, die restlichen zwei Drittel, etwa 31 Millionen Euro per Bargeld-Einzahlungen. Dies geht aus den Daten der andorranischen Behörden hervor. Darunter befanden sich Bargeldeinzahlungen im Wert von 2,7 Milliarden spanischer Peseten (ESP), 10,3 Millionen Euro, 3,2 Millionen US-Dollar und 2,1 Millionen D-Mark, in der Summe die oben genannten 31 Millionen Euro Bar-Einzahlungen!

Pujol Junior behauptet weiterhin keck, diese Beträge mit seinen Geldgeschäften auf der Basis des großväterlichen Schwarzgeld-Erbes verdient zu haben.  Eine Erklärung für die Bareinzahlungen wäre dies jedoch nicht. Die Untersuchungsbehörden schließen diese Möglichkeit kategorisch aus. Nebenbei hätte Junior nach seiner Aussage, dieses Erbe also verfünfundfünfzigfacht (das 55-fache!). An Selbstbewusstsein mangelt es ihm zwar nicht, die andorranischen Behörden jedoch bewerteten hingegen Juniors Fähigkeiten als Investor als doch recht begrenzt…

Die spanischen Ermittlungsbehörden haben inzwischen aber Beweise für Verbindungen zu immer den gleichen Unternehmen, die offenbar Provisionen, die berühmten 3%, die auch gerne mal etwas höher, oder mehr gewesen sein dürften, für Aufträge der Generalitat de Catalunya bezahlten, wodurch die Katalanen über Jahrzehnte zuviel Geld für zu schlechte Leistung bezahlt haben dürften, denn dieses Geschäft rechnete sich in allererster Linie ja wohl für die Auftragnehmer von öffentlichen Aufträgen? Wenn man an die Kosten der Infrastrukturmaßnahmen, alleine im Großraum Barcelona, im Vorfeld der Olymischen Spiele von Barcelona 1992 denkt, dann dürfte dies noch nicht einmal alles sein? Pujol konnte solch eine Aktion auf Dauer nicht alleine mit seiner Familie durchführen. Es muß in seiner Partei, in seinen Regierungen und in Madrid, sowie natürlich in der Wirtschaft Mitwisser gegeben haben, die ebenfalls kassiert haben dürften?
Dies wäre zumindest eine plausible Erklärung, warum bis heute alle dicht halten. Diese Form der permanenten Misswirtschaft, teils verbunden mit atemberaubender Unfähigkeit, dürften zur gigantischen Verschuldung der Spanischen Autonomie Katalonien beigetragen haben?

Nach der Einzahlung dieser Schwarzgeldbeträge kam der erforderliche Schritt der Geldwäsche. Das Geld wurde an Familienmitglieder, bzw. an von diesen kontrollierte Scheinfirmen in allen Teilen der Welt, vorzugsweise in Steuerparadiesen verteilt, wo es dann nicht selten in neue illegale Geschäfte mit hohen Renditeversprechen investiert wurde. Dies procedere wurde im Prinzip über zwanzig Jahre beibehalten, die Schwarzgelder gewaschen, reinvestiert und sie dürften sich vermutlich mindestens vervierfacht haben in dieser Zeit? Wir sprächen dann also über ein kriminelles Familienvermögen im dreistelligen Millionen Bereich?

Die Ermittler bezeichneten die Pujol-Familie als eine perfekt installierte kriminelle Organisation mit familiärem Rahmen.
Auch die Geschichte vom großväterlichen Erbe des Florenci Pujol an seine Schwiegertochter und deren Kinder stellt sich nach den Papieren aus Andorra offenbar anders dar. Demnach sollten diese 840.000 Euro ursprünglich eher von Seiten Marta Ferrusola i Lladós, der Ehefrau Jordi Pujols gekommen sein.


Internationale Anleger verlassen Spanien!

19. Oktober 2015

Die Krise ist überwunden. Es geht aufwärts. Die Arbeitslosigkeit sinkt. Das sind die Meldungen, die Rajoys Regierung stetig in die Köpfe der Spanier zu hämmern versucht.

Rajoys Behauptungen sind nicht einmal total falsch. Unter bestimmten Teilaspekten betrachtet stimmen sie sogar. So mancher Arbeitslose hat nach den Krisenjahren wieder einen Job, nur im Allgemeinen zu erheblich schlechteren Bedingungen als vor der Krise. Zeitlich befristet, weniger Geld, weniger Sicherheit.

Es gibt aber ein anderes, recht zuverlässiges Anzeichen, wie die Lage in Spanien einzuschätzen ist, das Verhalten internationaler Investoren.

Die Des-Investition, das Herausgehen internationaler Geldgeber aus Spanien ist im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 408% gestiegen! Wie ist das zu verstehen? Diese Anleger haben ihren spanischen Industrie und Anlagenbesitz an Inländer, an Spanier verkauft, Kasse gemacht und sind gegangen. Das Anlagekapital wurde sozusagen „spanisiert“! Das ist  grundsätzlich natürlich überhaupt nicht schlecht. Es ist aber keineswegs ein Vertrauensbeweis in die spanische Wirtschaft!

2,121 Mia Euro flossen im ersten Halbjahr 2013 ab.
0,701 Mia Euro flossen im ersten Halbjahr 2014 ab.
3,563 Mia Euro flossen im ersten Halbjahr 2015 ab.

Woraus haben sich die Ausländer verabschiedet?

37% aus der Versorgung mit Elektrizität.
25% aus der Finanz- und Versicherungsbranche.
14% aus der Bauindustrie, dem „ladrillo“.
10% aus der Immobilienbranche.

Diese vier Branchen entsprechen 87% des Abflusses an Kapital. Weit abgeschlagen die Hotelerie und die verarbeitende Industrie mit 3%.

Die Investitionen fliessen praktisch zu hundert Prozent in existierende Firmen und nicht in Neugründungen. Das deutet auf wenig Innovation und Risikobereitschaft hin?

37,2% der nationalen Industrie Spaniens gehört spanischen Filialen ausländischer Multis. Wie sich die Abflüsse auf die Regionen und Autonomien Spaniens verteilen, wird nicht gesagt…