CAT – Chance für Europa, oder darauf haben wir gerade noch gewartet!

Berlin, Urania-Kino, 49 Zuhörer ziehen sich den neuesten Science-Fiction rein: Der abgehalferte, von Korruptionsermittlungen umzingelte Ex-Präsident der spanischen Autonomie Katalonien, der vom Gericht mit zwei Jahren Berufsverbot für öffentliche politische Ämter belegte Artur(o) Mas, zieht eine von der ANC finanzierte und organisierte Show durch, mit dem Sidekick und Stichwortgeber Michael Ebmeyer, einem deutschen Schriftsteller, der in Barcelona studiert und ein Stipendium der Separatisten-Stiftung Ramon Llull absolviert hatte, wofür er sich anscheinend revanchieren wollte oder musste? Man war erkennbar unter sich, in kleinem übersichtlichen Rahmen: Weder Frau Merkel noch die Herren Gabriel oder Steinmeier waren abkömmlich…

Was also hatte der nette, spießig-seriös wirkende ältere Herr mit Brille, den man zuhause den „trilero = Hütchenspieler“ nennt wegen seiner mangelnden Seriosität, im Gepäck, der da aus Barcelona angereist war? Ein Kabarettist aus Nordostspanien?

Nein, er sprach nicht zu seinem kleinen Kreis von Zuhörern über Korruption bis ins Mark, über die beliebige Relativität von Recht und Gesetz und öffentlicher Ordnung, nicht über den systematischen Missbrauch von Steuergeldern, nicht über Kompetenzüberschreitung, Geschichtsfälschung und offenen Rassismus als Prinzip. Nein, er sprach nicht über die spanische Autonomie Katalonien von heute, sondern über das wunderhafte-wunderbare CATADISNEY von Morgen, das mediterrane Dänemark…

CAT wäre dereinst, zumindest nach Artur(o) Mas:

– wirtschaftlich prosperierend (nicht nur die Korruption!)
– ohne Arbeitslosigkeit (die kommt natülich aus Madrid!)
– voller Chancen (nur für Nationalkatalanisten natürlich!)
– Gesetzestreu (ha, ha, ha, :-))
– Schnell (dies alles existiere nicht, erst in der nächsten Generation!)
– einige Bürger dürften sogar spanisch (Castellano) sprechen!
– CAT ein tolles Vorbild und Beispiel für das träge Europa
– Die EU könne jemand nicht rauswerfen, wenn der sich sperre!

Ein deutscher Zuhörer wagte den Einwand Artur(o) Mas darauf hinzuweisen, daß sein Bezug auf Deutschland falsch sei, da das Grundgesetz den Bundesländern keine Referenden oder gar Austritte erlaube, wie die Gesetze der anderen 192 UN-Mitgliedstaaten auch!

Da switchte Artur(o) Mas blitzschnell um auf Schottland* und Kanada, anscheinend nicht wissend, daß dies auch UN-Staaten sind. Er räumte immerhin ein gewisses Legalitätsproblem ein in Spanien und verwies auf eine bizarre, nicht existierende „internationale Legalität“, die es wie schon erwähnt in keinem der UN-Mitgliedstaaten so gibt..
––––––
*(in Schottland solle es gestern eine Rede von Nicola Sturgeon zu weiteren Unabhängigkeitsbestrebungen gegeben haben, über die ich berichten werde.)

 

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33 Responses to CAT – Chance für Europa, oder darauf haben wir gerade noch gewartet!

  1. almabu sagt:

    *SNP-Führerin Nicola Sturgeon sagte in einer Rede vor dem Schottischen Parlament, daß sie vor dem Ende der BREXIT-Verhandlungen mit der EU kein erneutes Referendum über einen Austritts Schottlands aus dem UK mehr anstrebe. Sie hatte in den Wahlen zum Unterhaus 21 Sitze verloren und eine klare Mehrheit der Schotten hatte sich gegen ihre Pläne ausgesprochen. Sie gab aber keine Ruhe und pochte auf ein moralisches Recht, das anscheinend über dem Wählerwillen stünde?
    Dazu Theresa May: „Jetzt ist nicht die Zeit!“

    Apropos, Theresa May: In einer aktuellen Umfrage hat erstmals mit 45% gegen 43% eine Mehrheit der befragten Briten die BREXIT-Entscheidung als einen Fehler bezeichnet! Kein Problem, kommt zurück, Briten!

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  2. almabu sagt:

    Wer wissen will,aus welcher politischen Bande dieser Artur(o) Mas stammt, der kann hier fündig werden, bei der Pujol-Mafia, deren Kronprinz er werden sollte, bis er – wie üblich – alles versaute:

    http://www.elmundo.es/cataluna/2017/06/26/59515791468aeb20458b461e.html

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  3. Uiuiui, was für ein wüstes Gepolter tönt da aus dem anmutigen Detmold, in das wir Bielefelder doch immer fuhren, wenn wir als Abwechslung zu unserer grauen Stadt mal etwas Schönes sehen wollten?

    Nun sei es Ihnen ja unbenommen, Herrn Mas furchtbar zu finden und mit deutscher Zuchtmeister-Attitüde hier spanisch-zentralistische Propaganda zu machen. Aber bitte schauen Sie etwas genauer hin, ehe Sie Ihre halbgare Polemik auch gegen mich auskübeln.

    Zwar halte ich es in der Tat für wichtig, Aufmerksamkeit für den hierzulande immer noch weitgehend ignorierten spanisch-katalanischen Konflikt zu wecken – und habe deshalb nach kurzem Zögern zugesagt, das Interview mit Herrn Mas zu führen. Und ja, ich habe viel Verständnis für den Aufschwung der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Aber ich bin selbst nicht ihr Anhänger.

    Meine Haltung in dieser Sache können Sie am kompaktesten meinem nachfolgend verlinkten Text entnehmen, erschienen bei ZEIT Online im Oktober 2015 und nach wie vor aktuell:
    http://www.zeit.de/freitext/2015/10/15/katalonien-unabhaengigkeit-ebmeyer/#more-2660

    Ben cordialment,
    Michael Ebmeyer

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    • almabu sagt:

      Bielefeld? Das gibt’s doch gar nicht!
      Ich nehme Sie persönlich also aus meiner „halbgaren, spanisch-zentralistischen Zuchtmeister-Propaganda-Polemik“ ausdrücklich aus, da ich die Hintergründe zu ihrem Engagement nicht im Detail kenne, vale?
      Fragen Sie sich aber bitte doch wenigstens nachträglich nach dem Sinn dieser Veranstaltung, der ausschließlich darin zu liegen scheint, in der durch Subventionen der CAT-SEP’s nahezu gleichgeschalteten katalanischen Medien den Eindruck zu erwecken, daß die nationalkatalanistischen Separatisten in Berlin, Washington, New York, London oder Paris politische Kontakte, Ansprechpartner hätten. Dies ist nicht der Fall. Dies war ebenso eine Schmierenkommödie, wie die letzten Veranstaltungen von Artur(o) Mas im Ausland, Tapas(!) und Cava inklusive;-)
      Mas ist eine Altlast aus CDC- und CiU-Zeiten, der erst so richtig zum Zuge kam, nachdem der Pujol-Sprößling Oriol wegen seiner ITV/TÜV-Skandale in die Augen des Gesetzes geriet.
      Die nationalkatalanistischen Separatisten greifen zu faschistoiden Methoden und Bildern, Gewalt der Straße, Massenaufmärsche, Fahnen, Fremdenfeindliche Feindbilder, Rassismus (speziell Jordi Pujol über Andalusier, aber auch Oriol Junqueras über die DNA-Unterschiede zwischen Katalanen („eher Franzosen und Schweizer!“) und Andalusiern. Sie haben bei keiner Wahl oder „Consulta“ die Stimmen der Mehrheit ALLER Katalanen, geschweige denn ALLER Spanier auf sich vereinen können. Statt dessen wurde mit einem Wahlrecht aus Franco-Zeiten, das den Pyrenäenbauern und dem Hinterland garantierte Sitze im Autonomieparlament und höhere Wertung ihrer Stimmen garantiert, sowie mit theoretischem Mindestkonsens von ansonsten unvereinbaren Parteien wie z.B. CiU und CUP es sind eine „Scheinmehrheit“ gegeben, die im Alltag nicht funktioniert, weswegen in Katalonien Stillstand herrscht. Sie dürfen sich gerne aussuchen, ob Artur(o) Mas der dümmste oder der faulste Autonomiepräsident aller Zeiten war, aber unter ihm und jetzt unter seinem ungewählten, per Fingerzeig ernannten Nachfolger „Karle Putschdämon“ läuft an normaler politischer Alltagsarbeit so rein gar nichts in Spaniens Autonomie Katalonien. Qua Verfassung hat jeder Spanier, woher er auch kommt, in Katalonien die selben Rechte wie ein Katalane, was die nationale Einheit betrifft. Katalonien „gehört“ Spanien, ganz Spanien, wie Bayern allen Deutschen gehört!

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      • ich sagt:

        natürlich sind Deutschland, Frankreich, Italien und USA auf Seiten der Negierung des katalanischen Selbstbestimmungsrecht. Das war mir auch immer klar und hatte auch ein anderer Zuhörer und Katalonien-Freund vor 2 oder 3 Jahren bei einer früheren ANC-Veranstaltung in Berlin bei der Fragerunde richtig angemerkt, als Steegmann behauptete, Merkel würde sich mit einem unabhängigen Katalonien als EU-Staat arrangieren, falls sich eine Mehrheit in der katalanischen Bevölkerung für die Unabhängigkeit herauskristallisieren würde.

        http://links.org.au/showdown-in-catalonia-can-independence-referendum-happen

        „Garcia-Margallo’s greatest problems were with the Baltic states (“that consumed an enormous amount of energy”).“

        Die baltischen Staaten aber logischerweise nicht, auch wenn sie natürlich nichts zu sagen haben innerhalb der EU und sie wegen dieser Angelegenheit nicht die EU herausfordern werden. Aber natürlich ist es für Slowenien oder die Balten absurd hier die Auffassung von Rajoy bezüglich eines Referendums mittragen zu können.

        Ich persönlich habe eigentlich seit dem Wahlergebnis 2015, was größtenteils so zu erwarten war, die Hoffnung für Katalonien im Grunde aufgegeben, weil in dem pro-spanischen Weltgemeinschaftsumfeld mindestens 55-60% für Junts pel SI und CUP nötig gewesen wären, um die völlig legitime Forderung nach einem Referendum im schottischen und quebecer stil international besser herausstreichen zu können. Ich bin von daher auch positiv überrascht, dass das Thema überhaupt noch aktuell ist und wir weiterhin ANC-Veranstaltungen dazu haben.

        Immerhin hat die New York Times inzwischen gute Kolumnen zu dem Thema, aber die dort vertretene Meinung wird imho nie US-Politik sein.

        Was ich übrigens auch sehr oft schon erwähnte in den letzten Jahren ist, dass Lettland z.b. ja eine historische Tradition hat, die nicht unbedingt so kosmopolitisch, explizit antifaschistisch und demokratisch ist wie die von Katalonien. Der junge lettische Staat, der zwischen den beiden Weltkriegen existierte und auf dem damaligen lettischen Nationalismus fußte, hatte meines rudimentären Wissens über das Thema zufolge, schon einige antisemitische Komponenten und andere Ressentiments gegenüber ethnischen Nicht-Letten, auch wenn die ethnischen Letten natürlich historisch das Opfer der Politik von Hitler und Stalin waren.
        Zum anderem hat der heutige lettische Staat gegenüber seiner russischsprachigen-und stämmigen Bevölkerung nach allen neutralen Quellen, die ich dazu gelesen habe, eine linguistische und arbeitsmarkttechnische Politik, die weit weniger auf Bilingualismus und Multikulturalismus setzt als es ein zukünftiges Katalonien tun würde.

        Dennoch leben die ethnischen Russen in Lettland natürlich besser als viele andere ethnische Minderheiten in so manchen Nicht-EU-Staaten und ich persönlich bin auch absolut dafür, dass die Nato und die EU für die Wahrung der Unabhängigkeit Lettlands garantieren, falls Putin dort einmarschieren wollen würde, was aber imho niemals tun wird.

        Wollte das aber nicht bezüglich dir oder dolce cataluna erwähnen, wo sowieso keine sachlichen Debatten möglich sind, sondern diesen Quervergleich auch Ebmeyer nochmal erzählen.

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        • ich sagt:

          ein weiterer Unterschied zwischen dem von der EU gerne als Mitglied respektierten Lettland und dem von der EU als neuer Staat unerwünschten Katalonien
          https://www.heise.de/tp/features/Das-Sparregime-von-Merkels-lettischen-Musterschuelern-3368270.html
          ist übrigens neben der fehlenden Wahlberechtigung für manche Russen auch dieses klare ethnische Stimmverhalten bei den Wahlen dort, falls der Telepolis Artikel so stimmt. Das hat in Katalonien natürlich auch Einfluss und erklärt teilweise die Unterschiede bei den Ergebnissen in Girona, Pla d’urgell, Barcelona, Tarragona etc., aber es ist auch keine wirklich vollkommen außergewöhnliche Sache, wenn man als Typ mit den 5 katalanischen Nachnamen eine unionistische Partei oder auch eine die nicht Stellung beziehen will wie Comuns wählt. Genauso wie die 47,8% der Stimmen für die Independisten im September 2015 ja demographisch gar nicht mehr möglich wären, wenn es nicht auch einen signifikanten Anteil an Stimmen von Katalanen, deren Familie vor 1 oder 2 Generationen noch in Andalusien, Extremadura etc. lebten für das Unabhängigkeits-Projekt geben würde.

          Naja wie auch immer, sowohl das wirtschaftlich erfolgreiche Dänemark als auch die Balten sind aber sowieso coole, kleine Staaten. Ich mag sie wie gesagt und freue mich auch immer ein so basketballbegeistertes Land wie Litauen z.b. bei internationalen Turnieren zu sehen.

          Katalonien mag ich aber natürlich noch mehr und hat mich auch sehr gefreut, dass Katalonien überhaupt auf genauso pazifistische, demokratische Weise wie Schottland mit Cava und Tapas als politisches Subjekt auf die internationale Bühne aufgetaucht ist, auch wenn die Bühne immer klein verglichen mit Schottland und für mein Empfinden in Deutschland sogar noch weniger in den Medien berichtet wurde als im UK und USA. Man hätte ja wenigstens ein paar mehr unionistische Artikel schreiben können.

          Was mich weniger freut ist meine Vermutung, dass es für alle Katalanen egal wie sie zur Unabhängigkeitsfrage stehen nach der zu befürchteten Niederlage des Unabhängigkeits-Prozesses in diesem spanischen Autonomiesystem keine Verbesserungen geben wird bei Gesundheit, Infrastruktur, Autonomiestatut etc.

          Aber es ist halt das Schicksal der Katalanen immer zu verlieren, da wird sich nie was dran ändern.

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        • almabu sagt:

          Herr „ich“, einmal ganz grundsätzlich, Kommentare oder Beiträge mit persönlichen Verunglimpfungen oder Beleidigungen gehen hier grundsätzlich nicht durch. Ebenso gilt dies, wenn es sich um rechtlich relevante Inhalte handelt und ich diese erkenne, bin kein Jurist… Allerdings lassen sich dadurch Rückschlüsse auf Motivation und Emotion des Schreibers schließen, die teilweise im Widerspruch zur behaupteten „wohlwollenden Neutralität“ stehen. Da schreibt so mancher dann mehr als ihm klar und möglicherweise recht ist. Die Migrationsfrage, ob „charnego“ vor zwei, drei Generationen oder vor zwei Jahren sollte irrelevant sein und keine Erklärung für unterschiedliches Wahlverhalten. Diese Argumentation wäre sonst auch rassistisch, was ich ihnen ausdrücklich nicht unterstelle! Keine Erklärung habe ich allerdings dafür, daß Katalanen in Restspanien lebend, NICHT abstimmen durften, ebensowenig wie innerspanische Migranten oder deren Abkömmlinge, wenn sie als Rentner und Pensionäre nach Andalusien oder Galizien zurückkehrten, nach einem Arbeitsleben und Steuern zahlen in Katalonien. Man nimmt sich hier als CAT-SEP eben aus beiden Welten das Beste…

          PS: Manche Kommentare werden auch dann verzögert freigeschaltet, wenn sie um 03 Uhr, mitten in der Nacht, eintrudeln, kurz bevor ältere Frühaufsteher gegen 05 Uhr aus dem Bett fallen, von einem vorwitzigen Sonnenstrahl direkt ins Gesicht gebeamt, und vom Detmolder Vogelgezwitscher auf das Angenehmste geweckt ;-)

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  4. almabu sagt:

    Herr Ebmeyer, in Ihrem Freitext in DIE ZEIT erwähnten Sie das Jubiläum der Erschiessung von Lluis Companys durch ein aus Katalanen bestehendes Militärgericht Francos, nachdem dieser von der Gestapo in seinem französischen Exil verhaftet und an Franco ausgeliefert worden war. Companys wird heute gerne auf seine Erschiessung reduziert und jährlich per Kranzniederlegung von den nationalkatalanistischen Separatisten geehrt und als Märtyrer und Vorbild bezeichnet. Nun, der Spanische Bürgerkrieg wurde bisher von keiner Seite in Spanien wirklich aufgearbeitet, da wäre noch viel zu tun, aber Companys war „kein Guter“. Er war Putschist, Massenmörder der Tausende hinrichten ließ, darunter Priester, Mönche und Nonnen und von dem sich die ERC bis heute nicht distanzierte:
    Kleine Anregung meinerseits:
    https://www.dolcacatalunya.com/2015/10/sr-mas-ud-sabe-quien-era-lluis-companys/

    Haben Sie Artur Mas mal so erlebt, Herr Ebmeyer und falls ja, wie fühlten Sie sich in diesem Moment?
    https://www.dolcacatalunya.com/2016/11/artur-mas-ya-da-pena/

    Finden Sie das schön, Herr Ebmeyer?
    https://www.dolcacatalunya.com/2015/09/a-artur-mas-le-sale-el-hitlerito/

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  5. almabu sagt:

    Manifest von katalanischen Persönlichkeiten, die sich gegen das geplante illegale Referendum am 1. Oktober aussprechen. Im Artikel werden mit zwei PDF’s sowohl der exakte Wortlaut als auch die Namensliste der Unterzeichner zugänglich gemacht:

    http://www.elperiodico.com/es/noticias/politica/manifiesto-pide-suspender-referendum-6136950

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  6. almabu sagt:

    POR CATALUNYA Y LA DEMOCRACIA
    Catalunya, entidad nacional y jurídica, existe y existirá antes y después del primero de octubre, y su continuidad la garantiza, afortunadamente, la Historia y su voluntad de ser,
    reafirmándose en la pervivencia y primacía del Derecho y
    de la democracia. Cataluña, heredera de la tradición jurídica más noble e irrenunciable, ha crecido en su entorno.

    La reciente convocatoria hipotéticamente refrendaria no se fundamenta ni en el Estatuto, ni en la Constitución, ni en el Derecho Internacional. Al contrario, atenta a la esencia misma de la pervivencia del Estado de Derecho. Por otra parte, las leyes que conducirían a una pretendida declaración de independencia permanecen escondidas a las fuerzas políticas del arco
    parlamentario que representan más de la mitad del pueblo catalán. Es un artificio que constituye una verdadera sustracción el ejercicio de la potestad legislativa propia de una nación civilizada y de una democracia madura.

    Sustituir la razón democrática por el voluntarismo conducirá indefectiblemente a la perversión del sistema político, a la ruina de la concordia cívica, y la fractura de la sociedad catalana. Es por todo esto, y por dignidad democrática, que pedimos la suspensión de la
    convocatoria de referéndum, dado que no se cumplen los requisitos
    imprescindibles para que sea democráticamente homologable.

    Igualmente, con la misma convicción y el mismo sentimiento de urgencia, pedimos, a quienes tienen la legitimidad política para hacerlo, y en particular al Gobierno español, que se esfuercen al máximo para acordar soluciones positivas para Catalunya y para el conjunto de España.

    Barcelona, junio de 2017

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  7. almabu sagt:

    Ein Minimum an Wahrheit sollte schon sein, deshalb einen katalanischen UND europäischen Politiker, einen Spanier aus Lleida (Lerida):

    https://www.dolcacatalunya.com/2017/06/borrell-gana-dolco-plata-500-000-le-ven-tumbar-artur-mas-la-tele/

    Da gibt es noch jemanden, der viel wahres sagt, z.B. daß ein Pseudo-Referendum kein einziges der katalanischen Probleme löst: https://www.dolcacatalunya.com/2017/06/profesor-del-mit-cataluna-sufre-una-elite-extractiva-genera-niveles-corrupcion/

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  8. almabu sagt:

    ZITAT SPON:
    „…Gabriel sagte weiter, anders als in der Vergangenheit sollten künftig Politikern von Nicht-EU-Staaten grundsätzlich keine Wahlkampfauftritte mehr erlaubt werden. Nicht nur der Türkei sollten künftig Auftritte untersagt werden, „die auch dem Ziel dienen, die innenpolitischen Konflikte eines anderen Landes nach Deutschland zu bringen„, sagte Gabriel…“
    Was meinen Sie, Herr „ich“, wäre unter dieser Prämisse Ihre Veranstaltung mit dem separatistischen nationalkatalanisten Artur(o) Mas, im vollbesetzten URANIA in Berlin wohl erlaubt worden?

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  9. ich sagt:

    weiß auch nicht, ob wir wirklich 49 oder 47-10 wie dieser unionistische Twitterer meint waren. Kam mir eher wie 60 oder 65 vor, da ein paar Leute noch abseits der 5 vorderen Reihen saßen wie die Frau, die mit ihrer Frage, warum die Basken mit ihrem Autonomiestatut zufrieden sind für Erheiterung sorgte. Auch hinter der Kamera saßen noch paar Leute, wie die katalanische Expat-Frau, die lamentierte, dass sie zum 3. Mal nach Katalonien fliegt zum Unabhängigkeits-Abstimmen bei teuren Flugtickets, aber nie was vorangeht.

    Wie auch immer, es stimmt natürlich, dass auch Botschaftsmitglieder dabei waren und die Resonanz immer gering ist bei katalanischen Gastrednern.

    Ich hab ja nichtmal die Hälfte der Veranstaltungen mitgemacht, die die ANC Deutschland organisiert hat seit ihrer Gründung. Aber es sind meistens die selben 50 Gesichtern und logischerweise meistens katalanischen Exilanten.

    Wobei mich eigentlich gefreut hatte, dass Vilarrubi damals beim CL-Finale sogar weniger Zuhörer hatte als Jordi Borras. Hatte sich dieses Barca-Präsidium verdient, auch wenn die beiden eh nicht den Unabhängigkeits- Prozess als Thema bei ihren Auftritten und beide auch nicht von ANC und Omnium organisiert wurden + ich persönlich heutzutage Artur Mas ideologisch kaum mehr weiter entfernt steht als CUP-nahen Leuten wie Borras. Aber Borras macht natürlich gute journalistische Arbeit was die Aufdeckung des Rechtsextremismus angeht.

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    • almabu sagt:

      03:54 Uhr, 06:21 Uhr? Mensch, Herr „ich“, wann schlafen Sie eigentlich?

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      • almabu sagt:

        Es mag Sie überraschen, daß ich prinzipiell NICHTS gegen eine katalanische Unabhängigkeit hätte!
        Was mich an dieser Sache stört, sind die Protagonisten und die Art und Weise wie diese dummdreist und kriminell durchgeführt werden soll!

        Man stelle sich einfach einmal einen Erfolg dieser CAT-SEP’s vor:
        Würden die gleichen Leute ab dem Tag 1 von CATADISNEY Recht und Gesetz achten, ihre Steuern bezahlen, internationale Verträge einhalten? Sie würden es natürlich nicht, denn sie haben nichts anderes gelernt, als daß Betrug & Schwindel, Dreistigkeit und Druck der Straße, Korruptionsnetzwerke unter Freunden und befreundeten Familien einen steinreich, glücklich und erfolgreich machen. Diese Figuren fürchtet auch die internationale Gemeinschaft. Es gibt schon genug „Poroschenkos“!

        Diese Vorderleute (nicht die der CUP!) leben größtenteils seit Jahren von missbrauchten Steuermitteln der Autonomie Katalonien. Laut CUP soll die LA VANGUARDIA in einem Jahr 17 Mio € an „Subventionen“ kassiert haben. Ich habe dazu keinen Widerspruch gehört. Mas, Junqueras, Puigdemont, Forcadell & Co. gehören zu einer Clique (von angeblich rund 200 Personen), die sich höhere Gehälter selbst genehmigte als der spanische Präsident Rajoy, als Merkel, Hollande und Putin, zumindest was deren offizielle Einkünfte betrifft. Sie haben also ein ganz persönliches Interesse daran, daß dies so bleibt.

        Massiven Druck z.B. im Erziehungswesen aber auch bei öffentlichen Versorgern von Strom und Gas zu Gunsten einer monolingualen Erziehung und dem exkluiven Gebrauch des Katalan unter Ausschluss des Castellano gab es bereits seit Mitte der 80er in Barcelona, wo ich damals in einer weltoffenen Stadt, dem Lieblingsexil lateinamerikanischer Schriftsteller, lebte und diese Nationalexzesse hautnah erlebte. Ich traf auch ein paar Mal bei verschiedenen Anlässen mit Jordi Pujol zusammen, der ein ausgezeichnetes Deutsch sprach/spricht, war er doch während des WWII Absolvent der Deutschen Schule, die ein propagandistisches Aushängeschild der NS-Diktatur war und deswegen auf Druck der Allierten von Franco 1945 für ein paar Jahre geschlossen wurde. Ich hatte damals schon den Eindruck, daß er möglicherweise ein rassistisch geprägtes Weltbild haben könnte, war mir aber zugleich nicht sicher, ob er uns Deutschen erzählte, was er glaubte, daß wir hören wollten? Der muss mit Hitlerjugend und Lehrern in Uniform an der Schule alles miterlebt haben, ebenso übrigens wie Juan Antonio Samaranch, dem Ex-Franco Minister und „Vater der Olympiade 1992 in Barcelona, der heute in Katalonien verleugnet wird.
        Ich habe bei meinem täglichen Leben in einer jahrelangen Großbaustelle in Barcelona, in der die Stadt unter dem Motto „Barcelona macht sich schön“ und „Olympia 1992“ mit Milliarden Investitionen aus Madrid erst eine moderne Infrastruktur bekam.

        Viele Väter und Großväter der heutigen Separatisten haben sich übrigens von Beginn der Franco-Diktatur an und Teils sogar schon im Bürgerkrieg auf das Beste mit Franco arrangiert und daraus finanziell profitiert.

        Was wir heute mit dem nationalkatalanistischen Separatismus erleben ist eine Art von Putsch in Zeitlupe, getarnt mit einem scheindemokratischen Mäntelchen. Eine Autonomieregierung ist der Zentralregierung nachgeordnet und hat bestimmte genau abgegrenzte Kompetenzen, da sonst das reine Chaos ausbrechen würde. Sich mit einem fragwürdigen Wahlsystem und unterirdischer Wahlbeteiligung eine Scheinmehrheit IM Parlament aus gegensätzlichsten Parteien und Gruppen zu bilden und daraus eine Legalität zur Abspaltung abzuleiten ist einfach nur Haarsträubend. Es gibt 7,5 Mio Katalanen. Mehr als 2,3 Mio haben zu keinem Zeitpunkt für die Separation gestimmt. Das sind nicht einmal ein Drittel! Dieses lautstarke Drittel ist m.E. seit der „Consulta“ wieder am schrumpfen und radikalisiert sich dabei als häufig zu betrachtende Reaktion. Es bleibt „der harte Kern“, der dann umso lauter trommelt und schon Listen für den Bürgerkrieg erstellt!

        Ich will es kurz machen:
        Es gibt zwei Wege einer Separation eines Teiles eines Staates. Den legalen, der letztlich zum Einverständnis BEIDER Seiten führt, woraus sich die Legalität ableitet, denn Gesetze, Verfassungen müssen entsprechend geändert werden. Der andere Weg, der Häufigere übrigens, ist die Separation als Folge von Krieg, Bürgerkrieg, Unruhen, Gewalt.

        Was steckt nun hinter den Separatistentönen? Es ist die Entsolidarisierung des (AUCH dank Franco) industriealisierten Kataloniens vom ärmeren Rest Spaniens und dem Neid auf die finanzielle Sonderbehandlung der Basken.

        Es ist auch das Interesse DIREKT, ohne den Umweg über Madrid, an die Brüsseler Fleischtöpfe, an EU-Gelder zu kommen, die reichlich fließen!

        Zurück in die 80er und 90er Jahre: Damals beteiligte sich Pujol mit Eifer an einem Projekt des „Europa der Regionen“. Da wollten sich die industriell entwickelten Großräume um Barcelona und Tarragona (Pujol: Catalunya) mit Marseille, Lyon, Mailand und Stuttgart (bei München bin ich mir nicht sicher?) zu einer europäischen Avantgarde zusammenschließen, die gemeinsam die nationalen Regierungen überwände und sich von den jeweils ärmeren Regionen ihrer Länder entsolidarisierte. Ein Asozialenprojekt könnte man dies nennen. Man muss es im Zusammenhang mit einer in Brüssel entstehenden EU sehen, die scheinbar nationale Parlamente überflüssig machen könnte. Heute erleben wir ironischer Weise die Gegenbewegung, die Re-Nationalisierung der EU mit den entsprechenden Nachteilen…

        Ich habe in meinen 7 Jahren Barcelona eine Menge katalanische Spanier kennen und schätzen gelernt. Die Separatisten waren damals klar in der Minderheit und wurden von ihren Mitbürgern kopfschüttelnd belächelt. Die Katalanen waren damals vor allem eines: realistisch, weltoffen und geschäftstüchtig. Die Separatisten sind hingegen dogmatische, rassistische Hinterwäldler, deren Horizont nicht über ihre Bankkonten in Andorra hinausreicht. Das ist ein klarer Rückschritt.

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        • Sie nennen hier jemanden, der unter dem Namen „ich“ kommentiert, fortwährend „Herr Ebmeyer“. Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Kommentator nicht um mich, Michael Ebmeyer, handelt. Meine Kommentare erscheinen unter dem Namen „michaelebmeyer“, siehe oben. Bitte ändern Sie also die Anrede in Ihren Antworten an jene schlaflose Person und seien Sie so gut, mich nicht zu verwechseln.

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        • almabu sagt:

          Danke für den Hinweis, Entschuldigung! Ich will’s gewiss nie wieder tun, Herr „ich“, äh.. Ebmeyer!

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  10. almabu sagt:

    Vor dreissig Jahren ging ich von der Maresme nach Barcelona kommend mit meiner damaligen Familie in den HIPERCOR einkaufen. Da waren wir sehr selten, meist im PRYCA am anderen Ende der Stadt. Danach fuhren wir nach Hause und am Abend erfuhren wir von dem Terroranschlag der ETA der am selben Nachmittag dort stattgefunden hatte. Wir hatten einfach Glück gehabt, viele Andere nicht!
    Die ETA-Terroristen genießen unter den CAT-SEP’s heute hohes Ansehen. Ein ANC-Fuzzy „Carachillo-Man“ behauptet sogar, die Polizei sei Schuld, weil sie zu spät oder zu langsam auf den ETA-Anrufer, der den Anschlag ankündigte, reagiert habe.

    http://www.libertaddigital.com/espana/2017-06-18/30-anos-del-atentado-de-hipercor-la-mayor-masacre-indiscriminada-de-eta-1276601208/

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  11. Hachja, vor dreißig Jahren … Hier vielleicht doch nochmal eine kleine, halbwegs aktuelle Gegenstimme zu Ihrer aus reichlich dubiosen Quellen gespeisten und mit entsprechend haarsträubenden Unterstellungen garnierten Wut auf den independentisme und zu ihrer nostalgischen Verklärung eines Kataloniens, das Ihnen in den 80ern noch so schön spanisch vorkam:
    https://www.welt.de/kultur/article132051602/Rajoys-Sturheit-treibt-Katalonien-weg-von-Spanien.html

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    • almabu sagt:

      Danke für den Link zu dem zwar schon etwas älteren, eindeutig einseitig Pro-Separatistischen Artikel, an dem mir trotzdem einiges gefiel! Schönen Sonntag aus dem „Lippischen Regenwald“!

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    • almabu sagt:

      Übrigens gab es in den schön spanischen 80ern auch den Katalanen Terror von Terra Lliure, der (offenbar nach einem Deal?) pünktlich vor Barcelona 1992 eingestellt und bis heute nicht wiederbelebt wurde.

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      • Was Sie so alles „eindeutig pro-separatistisch“ finden … Nun möchte ich Ihnen, zum Abschluss dieses Austauschs, doch einmal behutsam meine „Gebrauchsanweisung für Katalonien“ empfehlen. Zwar nicht mehr ganz up to date (erschienen 2007 in der „Gebrauchsanweisungs“-Reihe bei Piper), aber hinsichtlich vieler Details und Hintergründe, die Ihnen in Ihrem heilig-verbohrten Zorn auf die independentistes entgehen, doch erhellend. Auch die Geschichte von Terra Lliure wird darin kurz resümiert. Und vielleicht wird es Ihnen sogar Freude machen, dass ich die ins Buch eingestreuten O-Töne von Menschen aus Katalonien in einer Reihenfolge angeordnet habe, die mit einem glühenden Verfechter der Unabhängigkeit beginnt, dann immer moderater wird und mit einer wiederum glühenden Verfechterin spanischer Einheit in Vielfalt endet.

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        • almabu sagt:

          Ihre Gebrauchsanweisung fängt bereits auf der zweiten Inhaltsseite, der Seite 10 mit pro-separatistischer Geschichtsfälschung „mächtiges Königreich im Mittelalter“ an.

          Aber auch schon die Karte auf Seite 7, die Katalonien anzeigen soll und den französischen Teil als Nordkatalonien vereinnamt, ebenso wie die Balearen und die Franja de Ponent in Aragon. Nur vor der Vereinnamung von Valencia schreckten die Zeichner (noch) zurück. Mal sehen was noch kommt.

          In diesem Licht betrachtet sicher kein Zufall, daß sie den Gastgeber vor Artur(o) Mas, dem „Trilero del Carrer Tuset“, in Berlin geben durften?

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  12. almabu sagt:

    Werde ich als Urlaubslektüre mit nach…(falsch!) Frankreich nehmen!

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    • almabu sagt:

      Wann waren Sie eigentlich in Katalonien, in welcher Gegend und wie lange?

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      • almabu sagt:

        Hier noch etwas zur nationalkatalanistisch-separatistischen Diskussionskultur:

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      • Seit Sommer 1995 immer wieder, in vielen Gegenden, mal länger, mal kürzer am Stück (als Erasmus-Student, als Liebender, als feldforschender Literaturwissenschaftler, als recherchierender Roman- und Sachbuchautor, als Urlauber und Geschäftsreisender) – zusammengerechnet inzwischen mehrere Jahre.

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        • almabu sagt:

          Damit ist Ihre Kompetenz beim Thema Katalonien wahrlich belegt! Was schlagen Sie denn in der sich langsam zuspitzenden „Zwei-Züge-die-aufeinander-zu-rasen-Sache“ vor, um den beiden mehr oder weniger gleich großen politischen Hälften Kataloniens einen gesichtswahrenden Ausweg aus dem Separatismus-Dilemma zu bieten der m.E. einer Einigung mit Madrid voran gehen müsste? Vorgezogene Neuwahlen würden wohl eine Linke-Koalition unter Führung der ERC bringen und dürften CDC/CiU/PDeCAT vernichtend schlagen? Spanischer Bürgerkrieg 2.0???

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    • Das freut mich.

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      • Ich glaube, der beste Ausweg wäre, das Referendum am 1. Oktober abhalten zu lassen – aber so, dass auch die Verfechter eines Verbleibs bei Spanien ihre Argumente engagiert bewerben, anstatt immer nur „Das ist illegal! Geht nicht wählen!“ zu rufen. Wenn dann noch aus Madrid – indem sich PSOE und Podemos in der Opposition endlich zusammenraufen – ein halbwegs deutliches Signal in Richtung möglicher föderalistischer Neujustierung des spanischen Staates käme, würde das „Sí“ zur Unabhängigkeit, davon bin ich überzeugt, nicht gewinnen.

        Falls jedoch, was ja leider zu befürchten ist, alle bei ihrer harten Linie bleiben und beim Referendum (in welcher Form auch immer es dann abgehalten wird) doch das Sí gewinnt – so wird dieser Sieg nicht derart eindeutig ausfallen, dass der independentisme sich in Sachen „Staat Katalonien“ zum unbeirrten Durchmarsch berechtigt fühlen würde

        Dann wäre eben das Ergebnis des Referendums die neue Verhandlungsgrundlage zwischen Spanien und Katalonien, und dank der Sturheit der Regierung Rajoy wäre die katalanische Position dabei deutlich gestärkt. Da könnte längerfristig eine Pro-Forma-Unabhängigkeit Kataloniens bei gleichzeitiger fest vereinbarter Konföderation mit Spanien herauskommen, als umständliche Lösung, bei der keiner das Gesicht verliert.

        Einen Bürgerkrieg wird keine der beiden Seiten anfangen, obwohl ultrarechte Kreise in Madrid, auch einzelne Stimmen aus der spanischen Armee, ihn ja gerne androhen. Aber so blöd ist nicht mal Rajoy.

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        • almabu sagt:

          Das würde wohl nur mit einem vereinbarten Referendum akzeptabel möglich sein, bei dem neutrale Klarheit und Kontrolle über den Zensus und die Durchführung bestünde? Dabei müsste allerdings die grundsätzliche Frage der Verfassungsänderung geregelt werden. Dies wäre aber wohl mit einer PSOE/PODEMOS-Regierung in Madrid möglich, mit der PP (auch ohne Rajoy) eher nicht…
          Ein anderes Thema wäre die Akzeptanz der jeweiligen Verliererseite des Ergebnisses. Hier habe ich schwere Bedenken. Ich denke, man würde in CAT „neues Spiel, neues Glück“ spielen mit vorgezogenen Neuwahlen mit Referendumcharakter, wie gehabt und vielleicht einem neuen Autonomiepräsidenten Oriol Junqueras, denn ERC dürfte die Wahlen wohl gewinnen?

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  13. almabu sagt:

    Ex-Präsident der spanischen Autonomie Katalonien Artur(o) Mas reist um die staunende Welt um sein Unabhängigkeitsprojekt zu verkaufen.

    Diesmal sitzt ein kleines Mädchen neben ihm im Flieger. Mas spricht sie an: “Ich habe gehört ein langer Flug geht schneller vorüber, wenn man sich dabei unterhält. Wollen wir uns unterhalten?“

    „Worüber wollen wir reden?“, fragt die Kleine Artur(o) Mas.

    „Über die Unabhängigkeit Kataloniens?“ fragte Mas das Mädchen.

    „Okay“, antwortete das die Kleine, „aber lassen Sie mich Ihnen erst eine Frage stellen!“

    Mas lächelt großzügig. Er ist einverstanden.

    „Ein Pferd, eine Kuh und ein Hirsch fressen Gras auf der gleichen Weide. Beim Hirsch kommen kleine weiche Bällchen heraus. Bei der Kuh große runde Kuhfladen und beim Pferd große, harte Bälle. Können Sie mir das erklären?“

    Mas verneinte bedauernd.

    Da sagte die Kleine „wie wollen Sie eigentlich mit mir über die Unabhängigkeit Kataloniens diskutieren, wenn Sie sich mit keinem Scheiss’ auskennen?“

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